Worterherkunft Etymolgie Vergebung
#1
Wortherkunft Etymologie - Vergebung

Manchmal kommt man Dingen näher, wenn man die Wortherkunft verfolgt. Ich habe mich mal ein ganz klein wenig auf die Suche gemacht, woher das Wort "Vergebung" stammt. Ich habe immer das "Problem", dass ich bei Vergebung an das reine Verzeihen denke. Das reicht mir irgendwie nach den bisherigen Kurs-Kenntnissen nicht so ganz.
Hier einige Erläuterungen aus der Etymologie, die mir halfen, die Vergebung im Sinne des Kurses besser zu verstehen:

Der Begriff "Amnesty" stammt ursprünglich aus dem Lateinisch-Griechischen und bedeutet "Vergebung".
Also: Eine Amnestie für all das Wirrwar, dass der falschgesinnte Geist uns weismachen möchte. Schuld- und straflos glücklich.

Dann noch eine interessante Stelle aus dem anglo-amerikanischen:
forgive
="give, grant, allow,"
to "to give up"

from for- "completely" + giefan "give" (see give).
==> komplett geben, komplett aufgeben, komplett übergeben, damit kann ich in Sachen Kurs schon etwas anfangen.

Aus dem lateinischen Perdonare
*perdonare " = to give wholeheartedly, to remit," from L. per- "through, thoroughly" + donare "give, present."
==> Mit ganzem Herzem geben; Pardon

Vielleicht hat noch wer Hinweise in Sachen Wortherkunft Vergebung? Welches ist eigentlich dass im amerikanischen Original des Kurses in diesem Zusammenhang verwendete Wort und woher stammt es?

Alles Liebe
Jens
P.S: Lektion 23.. langsam und stetig ernährt sich das Eichhörnchen.. :-)
As you decide so will you see. And all that you see but witnesses to your decision.When you look within and see me, it will be because you have decided to manifest truth.And as you manifest it you will see it both without and within.You will see it without <because> you saw it first within.
#2
Jens schrieb:Manchmal kommt man Dingen näher, wenn man die Wortherkunft verfolgt. Ich habe mich mal ein ganz klein wenig auf die Suche gemacht, woher das Wort "Vergebung" stammt. Ich habe immer das "Problem", dass ich bei Vergebung an das reine Verzeihen denke. Das reicht mir irgendwie nach den bisherigen Kurs-Kenntnissen nicht so ganz.
Hallo Jens,

bist Du Sprachwissenschaftler? Dem "Ding" Vergebung kannst Du sicherlich auf verschiedene Art auf den Grund gehen. Ob die Entstehungsgeschichte eines Wortes jetzt der Ansatz ist, der Dir den Aha-Effekt bringt, weiß ich nicht.
Ich habe auch nicht den Überblick, ob jeder durch eine Phase des intellektuellen Aufdröselns geht. Jedenfalls kommen mir Deine Versuche, den "Dingen" systematisch auf den Grund zu gehen, sehr bekannt vor.

Dein eigentliches Problem ist, dass Dir die Bedeutungsnähe zum Verzeihen nicht mehr stimmig zu sein scheint. Mal sehen: Verzeihen im Sinne von "großzügig über Fehler hinwegsehen" ist mit Vergebung natürlich nicht gemeint.
Der Kurs ist dazu da, Dich auf den Weg der Vergebung zu bringen. Im Grunde ist es ja ganz einfach: Nichts Unwirkliches existiert. Darin liegt der Frieden GOTTES.
Der Haken ist, dass wir in dem System des Unwirklichen ziemlich festhängen. Wenn Du Dich für den Kurs entschieden hast, hast Du Dich dafür entschieden, Hilfe in Anspruch zu nehmen, damit Dich das Unwirkliche vom Haken lässt.
Wie Du lernst, ist (D)eine individuelle Geschichte, d.h. diese Wortherkunftsanalyse funktioniert vielleicht gerade für Deinen Verstand. Was jemand anderes daraus gewinnt, hängt wieder von dessen Weg ab.
Zitat:Der Begriff "Amnesty" stammt ursprünglich aus dem Lateinisch-Griechischen und bedeutet "Vergebung".
Also: Eine Amnestie für all das Wirrwar, dass der falschgesinnte Geist uns weismachen möchte. Schuld- und straflos glücklich.
Diese Erklärung greift m.A.n. zu kurz. Der Kurs geht über den Kontrast von Illusion und Wirklichkeit in Richtung Wirklichkeit, geht aber nicht über die Illusion der "Wirklichen Welt" hinaus.
Vergebung führt in die wirkliche Welt, d.h. in die Wahrnehmung einer Welt, der vergeben ist und die insofern eine glückliche Welt ist.

Herz Erika
#3
lieber jens,

vergebung kannst du nicht verstehen.
im tun wird sie erkannt.
im erkennen, erkennst du dich.

Herzgottfried
#4
Vielleicht helfen auch die beiden Begleitbücher
"Einführung ..."
und
"Die Ergänzungen..."
Ich habe sie mit Begeisterung gelesen und werde sie in Abständen mit Sicherheit ein weiteres Mal lesen.
lg bharati
#5
Jens schrieb:Manchmal kommt man Dingen näher, wenn man die Wortherkunft verfolgt.

Ach.?
#6
Hallo zusammen,

ich möchte euch dreien für die ersten Antworten danken. Ich brüte jetzt nicht ständig über der Wortherkunft, das war nur ne fixe Idee, eher in dem Sinne: vielleicht hat sich hier im Forum schon mal jemand aus dieser Sicht dazu Gedanken gemacht. Ich wollte in diesem Beitrag einfach wissen, wo das Wort (dt./engl.) herkommt.

Was der Kurs und Wapnick in den von bharati empfohlenen, wirklich wunderbaren Büchern sagen, ist mir - vom Verständnis her - schon klarer geworden, da ich sie auch gerade lese, derzeit die Ergänzungen. Ich lese auch gerne darin.

Denn Inge hat schon Recht erkannt, dass ich mich an dem "Verzeih mir", einer Vergbung-zum-Zerstören, die Schuld aufrecht erhält, störe, die auch bei "Vergebung" im hiesigen Sprachgebrauch mitanklingt.

Und auch Gottfried liegt richtig wenn er sagt, dass man Vergebung nicht verstehen kann. Man kann ihr näher kommen und dann den Rest IHM überlassen. Auch darin übe ich mich. Das Näherkommen wird mir - über das Studium des Kurses hinaus - erleichtert, wenn ich dem Wortursprung mal betrachte.

Ich habe heute noch eine nette Quelle aufgetan: die guten alten Brüder Grimm in ihrem Wörterbuch (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. , 16 Bde. [in 32 Teilbänden]. Leipzig: S. Hirzel 1854-1960).

Ist online frei zugänglich, gar nicht mal so uninteressant, wer mag, kann ja mal nachlesen unter diesem Link hier.

Z.b. entnehme ich dort, dass "vergeben" (neben dem hinlänglich bekannten Sünden erlassen, das uns ja primär nicht interessiert) auch gebraucht wird/wurde als "Eine Sache aufgeben, OHNE (!) dass eine schlimme Nebenbedeutung dazu tritt."

Damit kann ich mehr anfangen: Also geben wir mal alles auf, das nach Schuld, Sünde und Angst "riecht" und uns eine Trennung von IHM weismachen möchte, die nie statt gefunden hat.

Welches Wort wird im Original-Kurs in engl. eigentlich als "Vergebung" verwendet? Das täte mich noch interessieren.

Alles Liebe
Jens
As you decide so will you see. And all that you see but witnesses to your decision.When you look within and see me, it will be because you have decided to manifest truth.And as you manifest it you will see it both without and within.You will see it without <because> you saw it first within.
#7
Jens schrieb:Welches Wort wird im Original-Kurs in engl. eigentlich als "Vergebung" verwendet? Das täte mich noch interessieren.
Hallo Jens,

forgiveness ist das englische Wort.
Zitat:Und auch Gottfried liegt richtig wenn er sagt, dass man Vergebung nicht verstehen kann. Man kann ihr näher kommen und dann den Rest IHM überlassen. Auch darin übe ich mich. Das Näherkommen wird mir - über das Studium des Kurses hinaus - erleichtert, wenn ich dem Wortursprung mal betrachte.
Das mit dem "IHM überlassen" ist so eine Sache. Zwar ist die Trennung Illusion, aber das ist uns nicht wirklich bewusst, so lange wir die Welt wahrnehmen. Mit der Vergebungserfahrung öffnen wir die Tür einen Spaltbreit; sie kann dann nie wieder ganz geschlossen werden, aber Vergebung ist eine fortwährende Aufgabe. Die Entscheidung für das Denksystem des HG oder des Ego musst Du eigentlich ständig treffen, d.h. Vergebung ist einerseits die Entscheidung, eine bestimmte Situation mit Hilfe des HG aus seiner Perspektive zu betrachten, andererseits die Entscheidung, sich immer wieder neu daran zu erinnern, dass diese Welt eine Illusion ist und dass ihre Wahrnehmung sich für uns nur auflöst durch das Vergeben - mal so ganz grob skizziert.

Herz Erika
#8
Jens schrieb:Das Näherkommen wird mir - über das Studium des Kurses hinaus - erleichtert, wenn ich dem Wortursprung mal betrachte.
Inwiefern denn?
Vergebung ist nicht Sache des Intellekts; Wörterherkunft-Studien fallen in diesen Bereich und bringen dir vermutlich nichts. Ausserdem hat Vergebung, so wie der Kurs sie lehrt, nichts mit dem üblichen Begriff Vergebung zu tun.
Überleg doch mal: wenn du Urteil weglässt, wird Vergebung hinfällig. Mir persönlich hilft es eher, darauf zu achten, wie mein Urteilen mir das Leben vergiftet. Sobald ich's erkenne und fallenlasse, fällt eine Zentnerlast weg.... Brauchst's mir aber nicht zu glauben; probier's einfach mal (und beachte auch des Ego's Widerstand, sein Urteil aufzugeben!).
Zitat:Welches Wort wird im Original-Kurs in engl. eigentlich als "Vergebung" verwendet? Das täte mich noch interessieren.
Forgiveness.
____________________________________________________________________________
"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
#9
Hallo Inge,
das Näherkommen zur wahren Bedeutung (von Vergebung) wird mir erleichtert, wenn ich das Fortkommen von der falschen Bedeutung (Vergebung zum Zerstören im Sinne von "Ich verzeih dir") erleichtere.

Mir persönlich hilft die Wortherkunft. Ein Urteil, ob solcherart Studien gut oder schlecht sind, mag ich mir gar nicht erlauben, das werde ich eh nie wissen. Ich habe dort in den Wörterbüchern bei den Grimms einiges erfahren dürfen.

Ich verstehe nun - über das im Kurs gesagt hinaus - das VERgeben als ein Übergeben und Fortgeben bzw. HINWEG-geben an den, DER weiss. Und das dies sogar noch von der Wortherkunft her passt, freut mich.

Mir scheint fast, dass in den Jahrhunderten der Vergangenheit die Kirche wie schon zuvor bei der "Heiligen" Schrift ihr übriges getan haben könnte, um auch diesen Begriff "ins System zu pressen" und das Vergeben auch mal mit Sünde zu belegen und beide zu kombinieren.

Lateinisch hat das "Vergeben" seinen Ursprung in:
- tradere (übergeben, überliefern)
- ignoscere (nicht kennen, nicht wissen)

Und das passt doch prima zum Kurs, oder?

Danke für euren tipp mit dem Begriff "forgiveness":

Das angelsächsische forgivan stammt vom altsächsischen fargeban ab, das wiederum im lat. seinen Ursprung nimmt. Wenn man sich die Worte so anschaut...Vergeben - forgivan - fargeban....

Wenn man dann Sünde und Urteil aussen vor lässt, hat mir das etwas gebracht.

Nur kurz noch in diesem Zusammenhang ein Zitat, das mir gestern über den Weg lief:

"Keine Himmelsgabe ist mehr missverstanden worden als die Vergebung...Zu einem Fluch, dort, wo sie segnen sollte...Vergebung-zum-Zerstören entspricht dem Zweck der Welt weitaus besser als ihr wahres Ziel. Vergebung zum Zerstören wird keine Sünde übersehen, kein Verbrechen, keine Schuld, die sie suchen und finden und "lieben" kann. Lieb ist ihr der Irrtum ihrem Herzen, und drohend türmen sich in ihrer Sicht die Fehler auf, schwellen an und wachsen. Sorgfältig wählt sie alle bösen Dinge aus und übersieht das liebevolle als eine Pest (L-2.I.1:1-2;2:1-4)

Und weiter: "Vergebung schafft nicht erst Sünde, um sie dann zu vergeben".

Oder auch: "Das ist die falsche Vergebung, die die Welt benutzt, um das Gefühl von Sünde lebendig zu halten."

Und wie machen wir das mit der anderen Vergebung?
Erkennen, still werden, IHM übergeben (=vergeben).

Ach so: wie sonst als über die Sprache sollte man ersten Zugang zum Kurs finden? Es ist ein Buch, das aus Sprache aufgebaut ist und doch über die Sprache hinaus führt.

Ich verstehe nicht ganz, warum Sprache hier als erster Schritt hinderlich sein soll?

Man muss ja nicht dran festkleben, ich mache auch die Übungen, ohne dass nun als krampfhaften Gedankensport zu betreiben, aber eine Alternative zur Sprache als Initial-Kommunikation sehe ich persönlich nicht, oder irre ich?

Alles Liebe
Jens
As you decide so will you see. And all that you see but witnesses to your decision.When you look within and see me, it will be because you have decided to manifest truth.And as you manifest it you will see it both without and within.You will see it without <because> you saw it first within.
#10
Jens schrieb:Hallo Inge,
das Näherkommen zur wahren Bedeutung (von Vergebung) wird mir erleichtert, wenn ich das Fortkommen von der falschen Bedeutung (Vergebung zum Zerstören im Sinne von "Ich verzeih dir") erleichtere.
Mir persönlich hilft die Wortherkunft. Ein Urteil, ob solcherart Studien gut oder schlecht sind, mag ich mir gar nicht erlauben, das werde ich eh nie wissen. Ich habe dort in den Wörterbüchern bei den Grimms einiges erfahren dürfen.
Ich verstehe nun - über das im Kurs gesagt hinaus - das VERgeben als ein Übergeben und Fortgeben bzw. HINWEG-geben an den, DER weiss. Und das dies sogar noch von der Wortherkunft her passt, freut mich.
Mir scheint fast, dass in den Jahrhunderten der Vergangenheit die Kirche wie schon zuvor bei der "Heiligen" Schrift ihr übriges getan haben könnte, um auch diesen Begriff "ins System zu pressen" und das Vergeben auch mal mit Sünde zu belegen und beide zu kombinieren.
Lateinisch hat das "Vergeben" seinen Ursprung in:
- tradere (übergeben, überliefern)
- ignoscere (nicht kennen, nicht wissen)
Und das passt doch prima zum Kurs, oder?
Das angelsächsische forgivan stammt vom altsächsischen fargeban ab, das wiederum im lat. seinen Ursprung nimmt. Wenn man sich die Worte so anschaut...Vergeben - forgivan - fargeban....
Wenn man dann Sünde und Urteil aussen vor lässt, hat mir das etwas gebracht.
Nur kurz noch in diesem Zusammenhang ein Zitat, das mir gestern über den Weg lief:
"Keine Himmelsgabe ist mehr missverstanden worden als die Vergebung...Zu einem Fluch, dort, wo sie segnen sollte...Vergebung-zum-Zerstören entspricht dem Zweck der Welt weitaus besser als ihr wahres Ziel. Vergebung zum Zerstören wird keine Sünde übersehen, kein Verbrechen, keine Schuld, die sie suchen und finden und "lieben" kann. Lieb ist ihr der Irrtum ihrem Herzen, und drohend türmen sich in ihrer Sicht die Fehler auf, schwellen an und wachsen. Sorgfältig wählt sie alle bösen Dinge aus und übersieht das liebevolle als eine Pest (L-2.I.1:1-2;2:1-4)
Und weiter: "Vergebung schafft nicht erst Sünde, um sie dann zu vergeben".
Oder auch: "Das ist die falsche Vergebung, die die Welt benutzt, um das Gefühl von Sünde lebendig zu halten."
Und wie machen wir das mit der anderen Vergebung?
Erkennen, still werden, IHM übergeben (=vergeben).
Ach so: wie sonst als über die Sprache sollte man ersten Zugang zum Kurs finden? Es ist ein Buch, das aus Sprache aufgebaut ist und doch über die Sprache hinaus führt.
Ich verstehe nicht ganz, warum Sprache hier als erster Schritt hinderlich sein soll?
Man muss ja nicht dran festkleben, ich mache auch die Übungen, ohne dass nun als krampfhaften Gedankensport zu betreiben, aber eine Alternative zur Sprache als Initial-Kommunikation sehe ich persönlich nicht, oder irre ich?
Du magst wohl in allem recht haben, bloss komm ich da nicht mehr mit.
Whatever works for you....
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"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."




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