Einleitung
#31
(27.02.2011, 23:07)Johannes schrieb:
(27.02.2011, 22:28)Jens schrieb: ...Und indem wir bereitwillig werden, das Wunder im Sinne des Kurses (Bereitschaft, sich seiner SCHAU anzuschließen im Sinne von: ER weiss wie man sieht und wie das geht, ich nicht) geschehen zu lassen, haben wir die Aufgabe erfüllt, oder?
Wäre ER von dir getrennt, könnte man es so ausdrücken. Doch da dies nicht so ist, geschieht in diesem Prozess noch etwas ganz anderes, das du dir nicht vorstellen kannst, bis es an dir geschieht:
Solange "du" dich getrennt von IHM erlebst, wirst du den Eindruck haben, dass "du" die Bereitschaft aufbringen musst, alles IHM zu übergeben - und ER vergibt dann. "Du" beginnst also die Vergebung, und ER vollendet sie.

In der Praxis erlebst du es jedoch ganz anders, als es in der Theorie klingt:
Du fängst nämlich immer mehr an, mit SEINEN Augen zu schauen. Auf diese Weise erfüllst du das, was Jesus "Wunderbereitschaft" nennt. Du erlebst z.B. so ein Wunder, wenn du bei etwas, worüber du dich geärgert hast, auf einmal mehr oder "tiefer" sehen kannst, und tatsächlich erlebst, dass dein Ärger nur auf einem Miss- oder Unverständnis deinerseits oder auf einer zu engen (weil bornierten oder vernagelten) Sicht deinerseits beruhte... Big Grin
So erlebst du am praktischen Beispiel, dass tatsächlich wahr ist, was der Kurs sagt - nämlich, dass Ärger niemals berechtigt ist.

Diese Erfahrung dehnt sich in der Folge auf immer mehr Dinge in deinem Leben aus, die dich bisher geärgert oder wütend gemacht haben. Da du bereits gelernt und erlebt hast, dass jeder Ärger und jede Wut einfach nur auf einem Missverständnis deinerseits beruhen, bist du immer öfter offen für SEINE Schau.

Wenn es dir zur Gewohnheit geworden ist, nur mehr SEINE Schau anzuwenden, ist SEINE zu DEINER geworden. Denn da ist kein Unterschied mehr zwischen "deiner" und SEINER. Die Vergebung - und das Wunder - sind für dich "natürlich" geworden, wie es so schön im 6. Grundsatz heißt:

6. Wunder sind natürlich. Wenn sie nicht geschehen, ist etwas fehlgegangen.


Herz Johannes

Was ich bemerke, ist, dass ich diese "Hilfsbedürftigen" anderen nicht mehr so richtig sehen kann. Diese totale Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung wird mit dem Kurs ad absurdum geführt. Das meine ich nicht in dem Sinn, dass ich sage oder denke: " das hast du dir alles selber ausgedacht,..." sondern die Not ist nicht mehr sichtbar.

Herz
Susanne
„Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, o Herr.“ Augustinus
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#32
(28.02.2011, 00:33)Gregor schrieb: Keep cool. ...."Fake it until you make it" ist nicht der Weg, den der Kurs dir anbietet.
Danke - Ich werd´s mal beobachten, wann die Fake-Maschine und wann er am Werke ist bzw. IHN lassen.
As you decide so will you see. And all that you see but witnesses to your decision.When you look within and see me, it will be because you have decided to manifest truth.And as you manifest it you will see it both without and within.You will see it without <because> you saw it first within.
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#33
(28.02.2011, 00:05)Jens schrieb:
(27.02.2011, 23:54)Anne schrieb: Warum hatte ich dann Ärger in mir?
Weil das Ego am Hebel war. Du hast dich in die Dunkelheit des Egosystems verirrt - ich fand dazu eine Stelle im Kurs heute sehr passend: Helligkeit lässt sich nie wirklich in der Dunkelheit verbergen, aber du kannst dich selbst darüber täuschen. Diese Täuschung erfüllt dich mit Angst, weil du in deinem Herzen begreifst, dass es eine Täuschung ist und du wendest gewaltige Mühen auf, um ihre Wirklichkeit zu begründen.

Du hättest auch seelenruhig den anderen machen lassen können, oder etwas sagen können, oder oder oder - oder mit jesus draufschauen, der dir - wahrscheinlich - in allen Fällen z.B. gesagt haben könnte: sieh auf die Heiligkeit in deinem Bruder und alles ist, wie es immer war - gut. Damit ließe sich der Würgegriff der Angst lockern. Etwas unangenehm und schonungslos wird es, wenn es um die Ursache der Angst geht: deiner Entscheidung, ihr Macht über dein Denken zu erteilen und den sicheren FRIEDEN im Wissen um die Geborgenheit in GOTT zu stören. Wie ich das nun wiederum verlerne, um den Platz für die Erfahrung des anderen frei zu halten, zeigt mir der Kurs, z.B. in den Lektionen: Du könntest stattdessen Frieden sehen - diese Lektion liebe ich dafür, dass in Situationen wie von dir beschriebenen der Ärger nicht überhand nimmt.

Jens
PS: Deine Nase und die Ego-Nase sind um Welten verschieden. Du bist nicht das Ego, es ist ein Gedankensystem, das du glauben kannst oder vergeben kannst, aber du bist nicht das Ego, auch wenn du dich vermeintlich an die Ego-Nase fasst. Du bist Teil des Geistes, der wählen kann, wem er Glauben schenken möchte: der angstmachenden Illusion des Ego oder der liebevollen Wahrheit, getreu dem Motto: Wähle noch einmal

Ich merke selbst heute Morgen noch, dass dieses Gefühl des Ärgers immer noch da ist. Weil ich auch weiß, dass dieser Mensch so ist, und dass er sein Verhalten nicht ändern kann und wird. Auch wenn ich ihm aus dem Weg gehen würde, dann wüßte ich dennoch, dass er da ist. Sein Verhalten hat ja mit mir zu tun, ich denke, dass ich genauso bin, ich habe auf sein Verhalten reagiert, weil ich mein eigenes auf ihn projiziert habe, und versuche es nun in ihm zu bekämpfen. Ich habe ihn zu meinem Sündenbock gemacht. Über den Gedanken der Projektion kann ich das ganze zur Zeit am besten verstehen, und der Ärger lässt nach.

Kenneth Wapnick " Einführung in ein Kurs in Wundern" S.48/49

Zitat:"Projektion: Es gibt vermutlich keinen einzigen Gedanken in Ein Kurs in Wundern, den zu verstehen entscheidender ist. Wenn Sie nicht begreifen was Projektion ist, dann werden sie kein einziges Wort im Kurs verstehen, weder wie das Ego funktioniert, noch wie der HEILIGE GEIST das aufhebt, was das Ego getan hat. Projektion bedeutet, dass Sie irgendetwas aus Ihrem Inneren nehmen und behaupten, dass es in Wirklichkeit nicht dort ist, sondern außerhalb von Ihnen in jemand anderem sei. Der Begriff bedeutet wörtlich, hinauswerfen oder fortschleudern, von etwas weg oder zu etwas hin. Das tun wir alle wenn wir projizieren. Wir nehmen die Schuld oder die Sündigkeit, von der wir glauben, dass sie in uns sei, und sagen: Sie ist in Wirklichkeit nicht in mir, sondern in dir. Nicht ich bin der Schuldige sondern du. Nicht ich bin für mein Elend und Unglück verantwortlich. Du bist dafür verantwortlich. Vom Standpunkt des Egos aus ist es gleichgültig, wer das "Du" ist. Das Ego kümmert sich nicht darum, auf wen Sie projizieren, solange Sie jemanden finden, auf den Sie ihre Schuld abladen können, denn auf diese Weise werden wir laut Ego unsere Schuld los."

Und ich, oder mein Ego, hat in dem Fall meine Schuld auf den anderen abgeladen - Du hast Schuld, dass ich jetzt Ärger habe...Und daran erkenne ich, dass das nicht stimmt.

Herz Anne
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#34
(28.02.2011, 01:18)667 schrieb:
Wunder sind Beispiele richtigen Denkens und richten deine Wahrnehmung auf die Wahrheit aus, wie GOTT sie schuff.
...
Doch das Antlitz CHRISTI ist das große Symbol der Vergebung. ... Er ist dem HIMMEL so nahe, wie es außerhalb der Pforte möglich ist. Doch von dieser Pforte ist es nur noch ein Schritt bis hinein. Es ist der letzte Schritt. Und diesen überlassen wir GOTT.
...
5. Sie (=Vergebung) ist das einzige, was noch teilweise in der Welt und dennoch die Brücke zum HIMMEL ist.

Das sind doch schöne Zitate, die den Unterschied auch nochmals verdeutlichen:
Wunder sind hier in der getrennten Wahrnehmung durch dich und mich und jeden so ohne weiteres möglich (Stichwort: Bereitwilligkeit) und somit noch "von dieser Welt" und für uns machbar (z.B. mit dem Kurs]: wo vorher noch das Ego wütete, kann ich eine andere Sicht wagen und sagen: ich bin bereit, dies anders zu sehen.

Vergebung ist etwas, das diese Welt schon in Richtung der WAHRHEIT verlassen lässt und das mit Blick auf die Durchführung nicht unser Ding ist, da wir das nicht "machen" können. Denn sie ist bei GOTT, der in WAHRHEIT und ERKENNTNIS des HIMMELS alles schon längst vergeben hat bzw. nie vergeben musste und auch kein Wunder braucht, da er nicht wahrnimmt. Die Vergebung vervollständigt den Satz "Ich bin bereit, dies anders zu sehen" zu "Bitte zeige DU mir, ich möchte meine Sicht aufgeben."..und auf einmal sehen wir das Antlitz Christi und wissen gar nicht, warum. Könnten wir Vergebung "machen", wären wir nicht mehr von dieser Welt, sondern im Bereich von WAHRHEIT und ERKENNTNIS.

Jens
As you decide so will you see. And all that you see but witnesses to your decision.When you look within and see me, it will be because you have decided to manifest truth.And as you manifest it you will see it both without and within.You will see it without <because> you saw it first within.
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#35
(28.02.2011, 10:39)Jens schrieb: ...Könnten wir Vergebung "machen", wären wir nicht mehr von dieser Welt, sondern im Bereich von WAHRHEIT und ERKENNTNIS.
Du bist nicht von dieser Welt - auch wenn es so aussehen mag. Und über die Vergebung erfährst du, dass es so ist.

Herz Johannes
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#36
(28.02.2011, 10:48)Johannes schrieb:
(28.02.2011, 10:39)Jens schrieb: ...Könnten wir Vergebung "machen", wären wir nicht mehr von dieser Welt, sondern im Bereich von WAHRHEIT und ERKENNTNIS.
Du bist nicht von dieser Welt - auch wenn es so aussehen mag. Und über die Vergebung erfährst du, dass es so ist.
Danke Smile
Jens
As you decide so will you see. And all that you see but witnesses to your decision.When you look within and see me, it will be because you have decided to manifest truth.And as you manifest it you will see it both without and within.You will see it without <because> you saw it first within.
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#37
(28.02.2011, 10:33)Anne schrieb: Und ich, oder mein Ego, hat in dem Fall meine Schuld auf den anderen abgeladen - Du hast Schuld, dass ich jetzt Ärger habe...Und daran erkenne ich, dass das nicht stimmt.

Hallo Anne,

mir half es enorm, diesen Ich-Standpunkt zu lockern. Auch wenn in der Alltagssprache nach wie vor von einer Ich-Perspektive aus gesprochen wird, ist trotzdem gleichzeitig klar, dass dies nur gewohnheistgemäße Sprache ist. Denn eigentlich ist 'da' ein Gedanke, ein Impuls, ein Gefühl, ist Projektion, oder aber - ist das Erkennen, dass dies alles nur erinnerte Urteile sind. In Wahrheit weiß ich nichts darüber, was wirklich ist, weil jedes Prädikat darüber wiederum nur Projektion wäre.

Der Frieden zeigt sich von selbst, nur durch die Abwesenheit der Identifikation mit dem Ego.

Kann man das so verstehen?


LG, Werner
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#38
(28.02.2011, 11:09)Spicy schrieb: mir half es enorm, diesen Ich-Standpunkt zu lockern.
Ich habe mir gestern abend spontan in Erinnerung an Annes Beitrag die Frage gestellt:

Wenn ich nicht mein Ego (Ärger, Groll, Arroganz und Co.) bin, wer/was bin ich dann?

Verbunden mit der Abgabe dieser Frage an IHN mit der Bitte, es mir zu zeigen. Diese Frage lockerte so wie Werner es schrieb, den Ich-Standpunkt enorm, denn sie zog die Aufmerksamkeit für einen spürbaren Augenblick ab von eben diesem Ärger, Groll, Arroganz und Co.

Jens
As you decide so will you see. And all that you see but witnesses to your decision.When you look within and see me, it will be because you have decided to manifest truth.And as you manifest it you will see it both without and within.You will see it without <because> you saw it first within.
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#39
(28.02.2011, 11:34)Jens schrieb: Wenn ich nicht mein Ego (Ärger, Groll, Arroganz und Co.) bin, wer/was bin ich dann?
Gute Frage. Und vielleicht wird dir damit auch verständlich, warum es nicht so einfach ist, das Ego loszulassen...warum Jesus so viel Information zu dem gibt, wer/was du wirklich bist...Big Grin
Solange du nämlich noch keine Hinweise auf etwas hast, was "dich" wirklich ausmacht, meinst du ja, du verlörest alles, wenn du das Ego aufgibst.


Herz Johannes
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#40
(28.02.2011, 01:18)667 schrieb: *anmerk.: ich frag mich grade, wieso GOTT hier nicht in Kapitälchen geschrieben ist (und Liebe), die Quelle allerdings schon?

Gudrun meinte, in ihrer 2004er Ausgabe steht es "richtig" also in kapitälchen. Kann es sein, dass die 1994er Ausgabe, die ich hier habe, da nen Druckfehler hat?

ist jetzt völlig OT und auch eigentlich nicht wirklich wichtig sich mit so Kleinkrams aufhalten, ist mir nur aufgefallen.
Katzen sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet - über dem 70. Breitengrad kommen Katzen gar nicht vor.
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