Kapitel 1.II
#21
In letzter "Zeit" Zwinker wende ich mich ganz gerne mal wieder an das Buch Ein Kurs in Wundern, wenn ich eine Frage habe. Da finde ich:

Die Zeit ist eine Lerneinrichtung (T-1.I.15) und vorübergehend im Sinne der Heilung schutzgebend (T-2.V.9). Das "JÜNGSTE GERICHT" ist somit nicht mehr beängstigend, sondern dient dazu, mein eigenes und vollkommenes Urteil zu finden, dass es um das "Tor zum Leben" geht (T-2.VIII.5).

Denn:
Wahrnehmung ist etwas Vorübergehendes. Als ein Attribut des Glaubens an Raum und Zeit ist sie entweder der Angst oder der Liebe unterworfen. (T-3.III.1) ... Der einzige Aspekt der Zeit, der ewig ist, ist jetzt (T-5.III.6). ... Zeit ist jetzt (T-5.VII.4).

Und so lernen wir:
Zeit ist nichts als eine Illusion. Denn der SOHN GOTTES ist jetzt schuldlos, und die Helligkeit seiner Reinheit leuchtet für immer unberührt in GOTTES GEIST (T-13.I.5). ... [Jedoch:] Das Ego investiert sehr stark in die Vergangenheit und glaubt am Ende, dass die Vergangenheit der einzige bedeutungsvolle Aspekt der Zeit ist (T-13.IV.4). ... [Aber auch] der HEILIGE GEIST nutzt die Zeit in SEINER EIGENEN Weise Und ist durch sie nicht gebunden. Die Zeit ist SEIN Freund beim Lehren (T-15.I.2).

(Siehe auch weiter in Kapitel 15 zum Thema, "was die Zeit ist": T-15.I.7; T-15.I.15; T-15.XI.8.)

So ist die Zeit entweder gütig (T-16.VI.8) als auch - je nachdem - grausam wie gütig (T-17.III.4).

Zeit ist somit ein "besonderes Mittel":
Zeit ist für dich eingespart worden, weil du und dein Bruder zusammen seid. Das ist das besondere Mittel, das dieser Kurs anwendet, um dir Zeit zu ersparen
(T-18.VII.6).


Und so kann die OSTERZEIT beginnen (T-20.I.4). Smile

Jeden Tag - jede Minute eines jeden Tages und jeden Augenblick, den jegliche Minute birgt - durchlebst du nur erneut den einen Augenblick, in dem die Zeit des Schreckens den Platz der Liebe einnahm. So stirbst du jeden Tag, um neu zu leben, bis du den Graben zwischen der Vergangenheit und Gegenwart überquerst, der überhaupt kein Graben ist. Und solcherart ist jedes Leben: ein scheinbares Intervall von der Geburt zum Tod und wieder hin zum Leben, die Wiederholung eines lange schon vergangenen Augenblicks, der nicht wiedererlebt werden kann. Und alle Zeit ist nur der verrückte Glaube, dass das, was vorbei ist, noch immer hier und jetzt ist.
(T-26.V.13)
...
Erlösung ist augenblicklich. Wenn du sie nicht so wahrnimmst, wirst du Angst vor ihr haben und glauben, das Risiko sei groß, dass du Verlust erleidest von der Zeit, in der ihr Zweck zu deinem gemacht wird, bis zu der, in welcher ihre Wirkungen zu dir kommen werden. In dieser Form ist der Irrtum nach wie vor verschleiert, der die Quelle der Angst ist. Die Erlösung würde den Raum, den du noch zwischen euch siehst, wegwischen und euch augenblicklich eins werden lassen. Und genau hier, fürchtest du, läge der Verlust. Projiziere diese Angst nicht auf die Zeit, denn Zeit ist nicht der Feind, den du wahrnimmst. Die Zeit ist ebenso neutral, wie es der Körper ist, außer im Hinblick darauf, wozu sie in deinen Augen dient. Wenn du noch einen kleinen Raum zwischen dir und deinem Bruder beibehalten möchtest, möchtest du noch ein wenig Zeit, in welcher die Vergebung für ein Weilchen vorenthalten wird. Und das lässt nur das Intervall zwischen der Zeit, zu der dir die Vergebung vorenthalten und gegeben wird, gefährlich, mit gerechtfertigtem Schrecken, scheinen.
(T-26.VIII.3)

Die wirkliche Welt ist immer noch ein Traum. Nur die Figuren darin sind verändert worden. Sie werden nicht als Götzen angesehen, die verraten. Sie ist ein Traum, in dem keiner benutzt wird, um Ersatz für etwas anderes zu sein; noch wird er zwischen die Gedanken, die der Geist sich vorstellt, und das, was er sieht, geschoben. Niemand wird benutzt für etwas, was er nicht ist, denn die kindischen Dinge sind nun alle weggelegt. Und das, was einst einTraum des Urteils war, hat sich in einen Traum verwandelt, wo alles Freude ist, weil das der Zweck ist, den es hat. Nur Träume der Vergebung finden Einlass hier, denn die Zeit ist fast vorbei. Und die Formen, die imTraum Einlass finden, werden jetzt als Bruder wahrgenommen, nicht im Urteil, sondern in der Liebe.
(T-29.IX.7)
...
Es ist wohl klar, dass es einfacher ist, einen glücklichen Tag zu verleben, wenn du von vornherein das Unglücklichsein daran hinderst, einzutreten. Doch dazu braucht es Übung in den Regeln, die dich vor den Verheerungen der Angst beschützen werden. Ist dies erreicht, so ist der jämmerliche Traum des Urteilens für immer aufgehoben. Doch in der Zwischenzeit ist es notwendig, dass du die Regeln für seine Aufhebung übst. Wir wollen also noch einmal die allererste der Entscheidungen bedenken, die hier angeboten werden.
(T-30.I.13)


Weiter geht es im Übungs- und Handbuch:
Ü-I.7.2; Ü-I.109.9; Ü-I.131.6; Ü-I.136.(12,)13; Ü-I.158.3

Zeit ist ein Kunstgriff, ein Taschenspielertrick, eine Riesenillusion, in der Figuren wie durch Zauberei kommen und gehen. Doch hinter den Erscheinungen gibt es einen Plan, der sich nicht ändert. Das Drehbuch ist geschrieben. Wann die Erfahrung eintreten wird, um dein Zweifeln zu beenden, das steht fest. Denn wir sehen die Reise nur von jenem Punkt, wo sie geendet hat, indem wir auf sie zurückblicken und uns einbilden, wir würden sie noch einmal unternehmen und im Geist Revue passieren lassen, was vergangen ist.
(Ü-I.158.4)


Ü.I.190.(3,)4; Ü-I.198.13
H-2.3; H-4.I.5

Sorry, wenn ich mich "im Eifer des Gefechts" mit den Quellenangaben evtl. vertan haben sollte.
Wie auch immer, "das" (?) Drehbuch ist geschrieben. Und alle "Fehler" sind logischerweise bereits darin verzeichnet. Big Grin

Herz
Wunder sind natürlich. Wenn sie nicht geschehen, ist etwas fehlgegangen.

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#22
Franziska schrieb:Es fällt mir schwer das zu verstehen und bin darum dankbar für Deine Frage Van und bin froh hat Gregor es auch für mich irgendwie verständlich beantwortet

Ups. Wie konnte mir das bloß passieren? Ich werde mich bemühen, bei vergleichbaren Themen kryptischer zu formulieren. Big Grin

Wobei eigentlich das Thema "Zeit" bestens dazu geeignet wäre. Aetsch

G.D. schrieb:Wie auch immer, "das" (?) Drehbuch ist geschrieben. Und alle "Fehler" sind logischerweise bereits darin verzeichnet. Big Grin

Ein wunderbarer Aufhänger, denn die Kursaussagen, dass das Drehbuch bereits geschrieben und der Zeitpunkt der Erlösung bereits festgelegt sind, führt häufig zu den absonderlichsten Spekulationen, die jedoch im krassen Widerspruch zum Kurs stehen - und damit das Lernziel behindern statt fördern.

Aus diesen isoliert betrachteten Aussagen wird gerne eine Art von Determinismus gefolgert - also die Annahme, alles sei festgelegt und vorherbestimmt. Mal abgesehen davon, dass dann bei mir quasi automatisch der Gedanke auftaucht, warum ich Lektionen durchführen und vergeben oder mich überhaupt kümmern soll ("Du kannst nichts tun!" lässt grüßen), würde das zu internen Widersprüchen im Kurs führen. Denn ich bin einfach nicht in der Lage, Aussagen wie Wunder sind sowohl ein Anfang als auch ein Ende, und somit verändern sie die zeitliche Ordnung(T-1.I.13:1) oder Das Wunder verringert den Bedarf an Zeit auf ein Minimum.(T-1.II.6:1) oder Es ist ein Pflichtkurs. Nur die Zeit, in der du ihn machst, steht dir frei. Freier Wille bedeutet nicht, dass du den Lehrplan bestimmen kannst. Es bedeutet nur, dass du wählen kannst, was du zu einer gegebenen Zeit lernen willst.(T-Einl.1:2-5) und viele andere mehr mit irgendeiner Art von zeitlicher Vorherbestimmtheit in Einklang zu bringen.

Die Schwierigkeit besteht sicherlich darin, dass Kursaussagen auf zwei Ebenen existieren. Ebene I sind die Aussagen, die sich auf den HIMMEL, die EINHEIT oder einfach die WIRKLICHKEIT / WAHRHEIT beziehen. Hier existiert keine Zeit. In die Ewigkeit kann keine Zeit eindringen, zwischen "Ewigkeit" und "Zeit" gibt es auch keinerlei Zusammenhänge. "Zeit ist ein bewegtes Bild der Ewigkeit" von Platon hat also absolut nichts mit "Zeit" und "Ewigkeit" zu tun, wie der Kurs sie versteht.

Auf Ebene II, die Welt (Illusion) als Ergebnis des Trennungsgedankens, der kleinen, verrückten Idee, kennt sehr wohl die Zeit, hier "existiert" sie als wichtigster Bestandteil des Egodenksystems, an das wir nun einmal glauben, weil wir (der scheinbar gespaltene Geist) das Ego als "Wahrheit" gewählt haben. Diese Zeit erscheint als linear, von der Vergangenheit zur Gegenwart in die Zukunft. Aber diese "geglaubte" Zeit ist eben nicht linear, wir erleben nur deshalb einen Moment nach dem anderen und sehen Zusammenhänge bei den Momenten (sie bedingen sich angeblich), weil wir daran glauben. Und weil dadurch das Fundament "Sünde, daraus folgt Schuld, daraus folgt Angst" des Egodenksystems aufrecht erhalten wird.

Das Verwirrende am Konzept der Zeit des Kurses wird sein, dass wir nicht neu erleben, was wir erleben, sondern dass der Geist als Beobachter sich das bereits Erlebte noch einmal anschaut. In dem Moment, in dem die kleine verrückte Idee auftauchte, enstand der Plan GOTTES zu ihrer Aufhebung - und war vollbracht, ausgeführt, abgehakt. GOTT benötigt keine Zeit. In diesem winzigen Augenblick entstand die komplette Illusion der Welt, des Universums - einschließlich Zeit und Raum. In der Illusion war das vor sehr langer Zeit, in der Ewigkeit ist das nie geschehen. Ein Punkt (Zeitpunkt) hat in der Ewigkeit (Unendlichkeit) einfach keine Existenz.

Alles Geschehen, entstanden durch die kleine verrückte Idee der Trennung, einschließlich Raum und Zeit, ist also nur ein winziger Punkt - zeitlich und räumlich. Alles Geschehen ist also "gleichzeitig", jeder Moment, in Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft, "existiert" gleichzeitig. Und der Beobachter (der außerhalb von Zeit und Raum ist) betrachtet diesen längst vergangenen "Film". Wobei dies kein linearer Film ist, der von Anfang bis Ende in zeitlicher Abfolge läuft, sonder eher ein gigantisches Kaleidoskop, bei dem jede Facette einen Moment an einem Ort umfasst. Das du, Gast, gerade an deinem Ort, an dem du dich befindest, diesen Text liest, ist eine dieser Facetten.

Ich nehme mal eine Facette heraus: soll ich den rechten oder den linken Arm heben? Beide "Entscheidungen" sind als Facetten bereits im Kaleidoskop enthalten, es ist also nicht festgelegt, welchen Arm ich "seinerzeit" gehoben habe. Das Drehbuch ist geschrieben, aber nicht im Sinne eines linearen Films, sondern eher im Sinne eines Computerspiels: durch welche Tür soll ich gehen? Beide Türen sind programmiert, also ist es ziemlich egal, welche Entscheidung ich in dem Spiel treffe - ich bleibe im Spiel.

Eine Entscheidung (innerhalb des Spiels) ist jedoch "besonders": die Vergebung.

Denn es gibt zwei Drehbücher, die bereits geschrieben sind: das Drehbuch des Ego und das Drehbuch des Heiligen Geistes. Wenn man so will: zwei Kaleidoskope. Denn in jeder Facette kann der Beobachter entscheiden (darum nennt ihn Kenneth Wapnick den "Entscheider"), ob er die Facette des Ego oder die entsprechende Facette des Heiligen Geistes sehen will. Er kann entscheiden, ob er vergeben will oder Wert auf die Facette legt (sei es ein positiver Wert wie relative Freude oder eine Ausprägung der Angst). Es ist die Entscheidung zwischen Falschgesinntheit und Rechtgesinntheit.

Und irgendwo gibt es die Facette der Offenbarung. Auch sie ist festgelegt. "Wann" ich sie mir anschaue (als der Beobachter oder Entscheider), steht mir frei - wie es in der Einleitung steht.

Im Kurs gibt es jede Menge an verstreuten Aussagen, die dieses "Kaleidoskop" oder Computerspiel beschreiben (also Aussagen der Ebene II, oft auch vermischt mit Ebene I). Am ausführlichsten finde ich zwei Stellen: Kapitel 2 im Handbuch für Lehrer und Lektion 158.

Langer Rede kurzer Sinn: Es gibt absolut keine Rechtfertigung, die Zeit als Mittel zu nutzen, den Kurs nicht zu lernen. Beispielsweise, indem man angesichts der vermeintlich gigantischen Anzahl an Vergebunglektionen glaubt, das müsse gigantische Zeiträume dauern. Oder, weil man sich schon sooo lange mit dem Kurs beschäftigt, und "nichts passiert".

Die Zeit kann man nun mal im Sinne des Ego-Kaleidoskops verwenden - oder sie dem Heiligen Geist überlassen, weil man SEIN Kaleidoskop möchte, das Kaleidoskop der LIEBE, der Wirklichen Welt, der Unschuld, in dem jede Sünde vergangen ist. Und Sünde ist nun mal das treffende Wort für alles, was wir getan oder unterlassen haben und daraufhin Schuld empfinden. Oder Schuld auf einen Bruder projizieren.

So, nun habe ich hoffentlich den Pfad der Verständlichkeit wieder verlassen. Alles eine Frage des Image. Tongue

Herz Gregor
Antworten
#23
(30.08.2014, 23:41)Gregor schrieb: Ups. Wie konnte mir das bloß passieren? Ich werde mich bemühen, bei vergleichbaren Themen kryptischer zu formulieren. Big Grin

Oh nein Danke, schon kryptisch genug für mich Updown

Herz Franziska
Antworten
#24
Hallo Gregor,

(30.08.2014, 23:41)Gregor schrieb: In die Ewigkeit kann keine Zeit eindringen, zwischen "Ewigkeit" und "Zeit" gibt es auch keinerlei Zusammenhänge. "Zeit ist ein bewegtes Bild der Ewigkeit" von Platon hat also absolut nichts mit "Zeit" und "Ewigkeit" zu tun, wie der Kurs sie versteht.

hm, ich dachte mir fast, dass du das schreibst. Aber warum heißt es dann

Der einzige Aspekt der Zeit, der ewig ist, ist jetzt (T-5.III.6). ... Zeit ist jetzt (T-5.VII.4). ?

Also gibt es doch einen Aspekt der Zeit, der ewig ist - nämlich jetzt. Genau das sagte ich auch, und ich glaube, dass Platon im Prinzip das Gleiche meinte.

Zitat:Das Verwirrende am Konzept der Zeit des Kurses wird sein, dass wir nicht neu erleben, was wir erleben, sondern dass der Geist als Beobachter sich das bereits Erlebte noch einmal anschaut.

meinst du, dass der Geist selbst das schon mal erlebt aber wieder vergessen hat?

Grüße,
Thomas
So verstehe ich es jedenfalls.....
Antworten
#25
(19.01.2012, 20:12)Gregor schrieb: Deine Entscheidung in dieser Interpretation ist nicht von den Meinungen anderer abhängig.

Kapitel 23 im Handbuch ist da ganz hilfreich.

Herz Gregor

Nach 2 Jahren des Prozesses ist mir deine Aussage äußerst hilfreich. Obgleich ich (immer) noch dazu neige zu schimpfen:
Trödel net rum, schlaf nicht ein; nein, jetzt wird nicht gespielt (...es geht in die Schule, wollt' ich schon beinah sagen...) ;-)

Das Kapitel 23 hab ich diesbezüglich noch nicht konzentriert gelesen, wird aber nachgeholt.
Antworten
#26
(31.08.2014, 16:17)Thomas schrieb: meinst du, dass der Geist selbst das schon mal erlebt aber wieder vergessen hat?

Grüße,
Thomas

Meinst du möglicherweise, dass er das gerade JETZT erlebt und es aber wieder JETZT vergessen will?
Antworten
#27
(31.08.2014, 16:17)Thomas schrieb: Der einzige Aspekt der Zeit, der ewig ist, ist jetzt (T-5.III.6). ... Zeit ist jetzt (T-5.VII.4). ?

Also gibt es doch einen Aspekt der Zeit, der ewig ist - nämlich jetzt. Genau das sagte ich auch, und ich glaube, dass Platon im Prinzip das Gleiche meinte.

Hast du gelesen, was drumherum in T-5.III.6 steht?

Ich habe wiederholt betont, dass eine Ebene des Geistes für eine andere nicht verständlich ist. Das gilt auch für das Ego und den HEILIGEN GEIST, für Zeit und Ewigkeit. Die Ewigkeit ist eine Idee GOTTES, daher versteht der HEILIGE GEIST sie vollkommen. Die Zeit ist ein Egoglaube, daher nimmt das niedere Selbst, die Domäne des Ego, sie auch fraglos an. Der einzige Aspekt der Zeit, der ewig ist, ist jetzt.


Da ist von Aspekt die Rede, nicht von Zeit als solche. Und damit bekommt der Satz in diesem Zusammenhang eine ganz andere Bedeutung als die von Platon.

Das Nachlesen von "Aber die Zeit ist jetzt" in T-5.VII.4 überlasse ich dir. Das ist besser, als auf verkürzte Zitate zu vertrauen und die Phantasie spielen zu lassen.

(31.08.2014, 16:17)Thomas schrieb:
Zitat:Das Verwirrende am Konzept der Zeit des Kurses wird sein, dass wir nicht neu erleben, was wir erleben, sondern dass der Geist als Beobachter sich das bereits Erlebte noch einmal anschaut.

meinst du, dass der Geist selbst das schon mal erlebt aber wieder vergessen hat?

Ich lese im Kurs, dass die gesamte Welt in einem Augenblick entstand und wieder aufgehoben wurde. Und ich lese weiterhin, dass sich der Geist das Geschehen vom Endpunkt aus anschaut.

Herz Gregor
Antworten
#28
(31.08.2014, 20:04)Gast MM schrieb:
(31.08.2014, 16:17)Thomas schrieb: meinst du, dass der Geist selbst das schon mal erlebt aber wieder vergessen hat?

Grüße,
Thomas

Meinst du möglicherweise, dass er das gerade JETZT erlebt und es aber wieder JETZT vergessen will?

Ich meinte gar nichts, ich fragte nur;-). "Jetzt" existiert gewissermaßen immer gleichzeitig auf zwei Ebenen, der relativen wie der absoluten. Zum Beispiel frühstücke ich jetzt. Ich esse jetzt nicht zu abend, das war gestern abend. Dennoch - und das ist gleichzeitig wahr - war es Jetzt, als ich gestern zu abend aß, und "seitdem" war es ständig immer nur jetzt, das Abendessen existiert allein als Erinnerung jetzt. Und so verstehe ich auch die Aussage des Kurses, dass JETZT der einzige Aspekt der Zeit ist, der ewig ist.
So verstehe ich es jedenfalls.....
Antworten
#29
(01.09.2014, 06:52)Thomas schrieb:
(31.08.2014, 20:04)Gast MM schrieb:
(31.08.2014, 16:17)Thomas schrieb: meinst du, dass der Geist selbst das schon mal erlebt aber wieder vergessen hat?

Grüße,
Thomas

Meinst du möglicherweise, dass er das gerade JETZT erlebt und es aber wieder JETZT vergessen will?

Ich meinte gar nichts, ich fragte nur;-). "Jetzt" existiert gewissermaßen immer gleichzeitig auf zwei Ebenen, der relativen wie der absoluten. Zum Beispiel frühstücke ich jetzt. Ich esse jetzt nicht zu abend, das war gestern abend. Dennoch - und das ist gleichzeitig wahr - war es Jetzt, als ich gestern zu abend aß, und "seitdem" war es ständig immer nur jetzt, das Abendessen existiert allein als Erinnerung jetzt. Und so verstehe ich auch die Aussage des Kurses, dass JETZT der einzige Aspekt der Zeit ist, der ewig ist.


nee... aber echt nicht. das ist genau das was Gregor sagte mit den Domänen, in welchen nicht verstanden wird...

das jetzt von gestern Abend, ist so inexistent wie das "jetzt schreibe" ich... weil bis ich schreibe, sage oder denke: "jetzt" - ist "jetzt" schon lang vorbei...

das einzige "jetzt" das tatsächlich "ist" ist das jetzt des heiligen Augenblickes...

Im heiligen Augenblick ist aber kein Ego und kein Egodenken, deshalb ist genau da, wo das egogeplapper mal aufgehoben wird überhaupt der platz für "Jetzt" und nur da kann es erfahren werden...
Katzen sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet - über dem 70. Breitengrad kommen Katzen gar nicht vor.
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#30
(31.08.2014, 21:45)Gregor schrieb:
(31.08.2014, 16:17)Thomas schrieb: Der einzige Aspekt der Zeit, der ewig ist, ist jetzt (T-5.III.6). ... Zeit ist jetzt (T-5.VII.4). ?

Also gibt es doch einen Aspekt der Zeit, der ewig ist - nämlich jetzt. Genau das sagte ich auch, und ich glaube, dass Platon im Prinzip das Gleiche meinte.

Hast du gelesen, was drumherum in T-5.III.6 steht?

Ich habe wiederholt betont, dass eine Ebene des Geistes für eine andere nicht verständlich ist. Das gilt auch für das Ego und den HEILIGEN GEIST, für Zeit und Ewigkeit. Die Ewigkeit ist eine Idee GOTTES, daher versteht der HEILIGE GEIST sie vollkommen. Die Zeit ist ein Egoglaube, daher nimmt das niedere Selbst, die Domäne des Ego, sie auch fraglos an. Der einzige Aspekt der Zeit, der ewig ist, ist jetzt.


Da ist von Aspekt die Rede, nicht von Zeit als solche. Und damit bekommt der Satz in diesem Zusammenhang eine ganz andere Bedeutung als die von Platon.

Ok, lassen wir Platon beiseite, zumal wir nicht wirklich sicher wissen können, wie er das meinte.

Ich hab das schon gelesen, dass von "Aspekt" die Rede ist. Nicht die Zeit als solche ist ewig, sondern Jetzt. Was eben ein Aspekt (nicht ein Teil!) der Zeit ist, nämlich der absolute Aspekt.

Zitat:Das Nachlesen von "Aber die Zeit ist jetzt" in T-5.VII.4 überlasse ich dir. Das ist besser, als auf verkürzte Zitate zu vertrauen und die Phantasie spielen zu lassen.

Hab ich nochmal gelesen. Ich sehe da aber keinen Widerspruch zu meinen Aussagen.

Zitat:
(31.08.2014, 16:17)Thomas schrieb:
Zitat:Das Verwirrende am Konzept der Zeit des Kurses wird sein, dass wir nicht neu erleben, was wir erleben, sondern dass der Geist als Beobachter sich das bereits Erlebte noch einmal anschaut.

meinst du, dass der Geist selbst das schon mal erlebt aber wieder vergessen hat?

Ich lese im Kurs, dass die gesamte Welt in einem Augenblick entstand und wieder aufgehoben wurde. Und ich lese weiterhin, dass sich der Geist das Geschehen vom Endpunkt aus anschaut.

Gut, das hieße aber nicht zwangsläufig, dass der Geist das Geschehen schon einmal erlebt hat. Auch wenn es als Gesamtheit in ihm verankert ist. Wapnick schreibt, die ganze Welt von Zeit und Raum habe bereits stattgefunden: in einem einzigen nicht-linearen Augenblick. Das heißt für mich: die gesamte Zeit ist jetzt vorhanden, und zwar in diesem Moment, den ich als Jetzt erlebe. Auch wenn mir natürlich diese Gesamtheit nicht gleichzeitig bewusst werden kann, sondern nur linear. Eben was wir als Verlauf der Zeit empfinden.

Grüße,
Thomas
So verstehe ich es jedenfalls.....
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