Kapitel 1.II
#31
(01.09.2014, 09:05)667 schrieb: nee... aber echt nicht. das ist genau das was Gregor sagte mit den Domänen, in welchen nicht verstanden wird...

das jetzt von gestern Abend, ist so inexistent wie das "jetzt schreibe" ich... weil bis ich schreibe, sage oder denke: "jetzt" - ist "jetzt" schon lang vorbei...

Na klar! So gesehen ist nichts davon existent, weil es sofort Vergangenheit und damit bloße Erinnerung ist (wie es in Lektion 7 heißt: ich sehe nur Vergangenheit). Das Erinnern als solches, als subjektives Erleben, ist aber nicht zu leugnen, Illusion hin oder her.

Zitat:das einzige "jetzt" das tatsächlich "ist" ist das jetzt des heiligen Augenblickes...

Und das kann geschehen, eben wenn man erkennt, dass es zeitlich gesehen nur Jetzt gibt, und dass alle vermeintliche Zeit nur Erinnern und Vorstellen, also geistiges Projizieren ist.

Zitat:Im heiligen Augenblick ist aber kein Ego und kein Egodenken, deshalb ist genau da, wo das egogeplapper mal aufgehoben wird überhaupt der platz für "Jetzt" und nur da kann es erfahren werden...

So ist es.
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#32
»Jetzt« hat für das Ego keine Bedeutung.
Die Gegenwart erinnert es lediglich an vergangene Verletzungen, und es reagiert auf die Gegenwart, als sei sie die Vergangenheit.
Das Ego kann eine Befreiung von der Vergangenheit nicht ertragen, und obwohl die Vergangenheit vorbei ist, versucht das Ego, ihr Bild zu erhalten, indem es reagiert, als sei sie gegenwärtig. Es diktiert dir deine Reaktionen auf jene, denen du in der Gegenwart begegnest, von einem vergangenen Bezugspunkt aus und verschleiert ihre gegenwärtige Wirklichkeit.
Tatsächlich reagierst du, wenn du dem Diktat des Ego folgst, auf deinen Bruder so, als sei er jemand anders, was mit Sicherheit verhindert, dass du ihn so wahrnimmst, wie er ist. Und du wirst Botschaften aus deiner eigenen Vergangenheit von ihm bekommen, denn indem du sie in der Gegenwart wirklich machst, verbietest du dir, sie loszulassen. Du verweigerst dir auf diese Weise selbst die Botschaft der Befreiung, die jeder Bruder dir jetzt anbietet.
...
Wenn du nicht lernst, dass der vergangene Schmerz eine Illusion ist, wählst du eine Zukunft der Illusionen und verpasst die vielen Gelegenheiten zur Befreiung, die sich dir in der Gegenwart bieten würden.
Der HEILIGE GEIST lehrt, dass du immer dir selbst begegnest, und die Begegnung ist heilig, weil du es bist.
Das Ego lehrt, dass du immer deiner Vergangenheit begegnest, und da deine Träume nicht heilig waren, kann auch die Zukunft nicht heilig sein, und die Gegenwart ist ohne Bedeutung.
...
Jetzt ist die dichteste Annäherung an die Ewigkeit, die diese Welt zu bieten hat.
In der Wirklichkeit des »Jetzt« – ohne Vergangenheit oder Zukunft – beginnt die Würdigung der Ewigkeit.
Denn nur »jetzt« ist hier, und nur »jetzt« bietet die Gelegenheit für die heiligen Begegnungen, in denen die Erlösung gefunden werden kann.


Aus: T-13.IV
"Die Funktion der Zeit"
5; 6:5,9-10; 7:5-7


Die einzige Funktion, die uns der Kurs lehrt, ist die Vergebung. Und wo geschieht Vergebung - wenn nicht hier, "in" der Zeit! Und wann geschieht Vergebung - wenn nicht jetzt, "in" der Zeit!

Im Heiligen Augenblick, verbinden wir uns.
Oder nicht?

In der Ewigkeit des HIMMELs braucht es keine Augenblicke zu geben. Das glaube ich dem Kurs einfach mal.

Smile
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#33
Die gestrige Lektion (243) heisst:

Heute will ich über nichts urteilen, was geschieht.


Dies ist insofern wie “maasgeschneidert” für mich, da mir meine ewige (Ver-)Urteilerei mehr und mehr auf den Wecker geht. Es ist zu einem regelrechten Gefängnis geworden.
Als ich so still in meinem Sessel saß und mir der Satz nicht aus dem Sinn gehen wollte, hatte ich plötzlich ein seltsames Erlebnis, das sich nur schwer in Worten beschreiben lässt:
Es überkam mich ein Gefühl der Schwerelosigkeit (weightlessness) und die Worte kamen: ach, wie ist das sooo einfach — ohne Urteil stimmt alles, so wie’s ist. In diesem Moment gab es gar keine Zeit — Zeit war plötzlich wie ein Fremdbegriff, der ausgeleiert war: das Gefängnis war weg und man schwebte im Hier und Jetzt. Aber auch der Begriff "Hier und Jetzt" fühlte sich bedeutungslos an, irgendwie war's wie so etwas ähnliches, das ich als "Leerraum" bezeichnen würde. Das war so schön und so befreiend -- natürlich wollte ich mich daran festhalten! Und weg war’s...........

Dies nur mein kleiner Beitrag zum Thema Zeit..........
____________________________________________________________________________
"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#34
(01.09.2014, 12:28)Inge schrieb: Die gestrige Lektion (243) heisst:

Heute will ich über nichts urteilen, was geschieht.


Dies ist insofern wie “maasgeschneidert” für mich, da mir meine ewige (Ver-)Urteilerei mehr und mehr auf den Wecker geht. Es ist zu einem regelrechten Gefängnis geworden.
Als ich so still in meinem Sessel saß und mir der Satz nicht aus dem Sinn gehen wollte, hatte ich plötzlich ein seltsames Erlebnis, das sich nur schwer in Worten beschreiben lässt:
Es überkam mich ein Gefühl der Schwerelosigkeit (weightlessness) und die Worte kamen: ach, wie ist das sooo einfach — ohne Urteil stimmt alles, so wie’s ist. In diesem Moment gab es gar keine Zeit — Zeit war plötzlich wie ein Fremdbegriff, der ausgeleiert war: das Gefängnis war weg und man schwebte im Hier und Jetzt. Aber auch der Begriff "Hier und Jetzt" fühlte sich bedeutungslos an, irgendwie war's wie so etwas ähnliches, das ich als "Leerraum" bezeichnen würde. Das war so schön und so befreiend -- natürlich wollte ich mich daran festhalten! Und weg war’s...........

Dies nur mein kleiner Beitrag zum Thema Zeit..........

Kein kleiner Beitrag, sondern der Beitrag, Ms. Turbo. Einfach deshalb, weil er zeigt, wozu diese ganzen Überlegungen, Spekulationen und Konzepte eigentlich dienen (sollten).

Herz Gregor
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#35
(01.09.2014, 12:28)Inge schrieb: Die gestrige Lektion (243) heisst:

Heute will ich über nichts urteilen, was geschieht.


Dies ist insofern wie “maasgeschneidert” für mich, da mir meine ewige (Ver-)Urteilerei mehr und mehr auf den Wecker geht. Es ist zu einem regelrechten Gefängnis geworden.
Als ich so still in meinem Sessel saß und mir der Satz nicht aus dem Sinn gehen wollte, hatte ich plötzlich ein seltsames Erlebnis, das sich nur schwer in Worten beschreiben lässt:
Es überkam mich ein Gefühl der Schwerelosigkeit (weightlessness) und die Worte kamen: ach, wie ist das sooo einfach — ohne Urteil stimmt alles, so wie’s ist. In diesem Moment gab es gar keine Zeit — Zeit war plötzlich wie ein Fremdbegriff, der ausgeleiert war: das Gefängnis war weg und man schwebte im Hier und Jetzt. Aber auch der Begriff "Hier und Jetzt" fühlte sich bedeutungslos an, irgendwie war's wie so etwas ähnliches, das ich als "Leerraum" bezeichnen würde. Das war so schön und so befreiend -- natürlich wollte ich mich daran festhalten! Und weg war’s...........

Dies nur mein kleiner Beitrag zum Thema Zeit..........

Das ist ein sehr schöner Beitrag, Danke Herz Herz Franziska
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#36
(01.09.2014, 12:28)Inge schrieb: Es überkam mich ein Gefühl der Schwerelosigkeit (weightlessness) und die Worte kamen: ach, wie ist das sooo einfach — ohne Urteil stimmt alles, so wie’s ist. In diesem Moment gab es gar keine Zeit — Zeit war plötzlich wie ein Fremdbegriff, der ausgeleiert war: das Gefängnis war weg und man schwebte im Hier und Jetzt. Aber auch der Begriff "Hier und Jetzt" fühlte sich bedeutungslos an, irgendwie war's wie so etwas ähnliches, das ich als "Leerraum" bezeichnen würde. Das war so schön und so befreiend -- natürlich wollte ich mich daran festhalten! Und weg war’s...........

Ja, sehr schön! Darum geht es. Was hindert uns an solchen Erfahrungen? Meist die falschen Konzepte, dir wir bewusst oder unbewusst hegen, z.B. bezüglich der Zeit.
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#37
(01.09.2014, 09:53)G.D. schrieb: »Jetzt« hat für das Ego keine Bedeutung.
Die Gegenwart erinnert es lediglich an vergangene Verletzungen, und es reagiert auf die Gegenwart, als sei sie die Vergangenheit.
Das Ego kann eine Befreiung von der Vergangenheit nicht ertragen, und obwohl die Vergangenheit vorbei ist, versucht das Ego, ihr Bild zu erhalten, indem es reagiert, als sei sie gegenwärtig. Es diktiert dir deine Reaktionen auf jene, denen du in der Gegenwart begegnest, von einem vergangenen Bezugspunkt aus und verschleiert ihre gegenwärtige Wirklichkeit.
Tatsächlich reagierst du, wenn du dem Diktat des Ego folgst, auf deinen Bruder so, als sei er jemand anders, was mit Sicherheit verhindert, dass du ihn so wahrnimmst, wie er ist. Und du wirst Botschaften aus deiner eigenen Vergangenheit von ihm bekommen, denn indem du sie in der Gegenwart wirklich machst, verbietest du dir, sie loszulassen. Du verweigerst dir auf diese Weise selbst die Botschaft der Befreiung, die jeder Bruder dir jetzt anbietet.
...
Wenn du nicht lernst, dass der vergangene Schmerz eine Illusion ist, wählst du eine Zukunft der Illusionen und verpasst die vielen Gelegenheiten zur Befreiung, die sich dir in der Gegenwart bieten würden.
Der HEILIGE GEIST lehrt, dass du immer dir selbst begegnest, und die Begegnung ist heilig, weil du es bist.
Das Ego lehrt, dass du immer deiner Vergangenheit begegnest, und da deine Träume nicht heilig waren, kann auch die Zukunft nicht heilig sein, und die Gegenwart ist ohne Bedeutung.
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Jetzt ist die dichteste Annäherung an die Ewigkeit, die diese Welt zu bieten hat.
In der Wirklichkeit des »Jetzt« – ohne Vergangenheit oder Zukunft – beginnt die Würdigung der Ewigkeit.
Denn nur »jetzt« ist hier, und nur »jetzt« bietet die Gelegenheit für die heiligen Begegnungen, in denen die Erlösung gefunden werden kann.


Aus: T-13.IV
"Die Funktion der Zeit"
5; 6:5,9-10; 7:5-7

Danke, G.D.! Das Zitat passt sehr gut.
So verstehe ich es jedenfalls.....
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