Kapitel 5.III
#11
Die, die mich am meisten in Rage versetzen, scheinen mir derzeit die besten "Erlöser" zu sein. Sie pieksen das Ego an wie einen prall gefüllten Luftballon. Es zeigt sich in seiner ganzen "Herrlichkeit", macht ein Striptease und präsentiert all seine verborgenen Seiten, die ich mir nie ansehen will.

Nackte Tatsachen, die ich mir so lange anschauen darf, bis sich das Lachen wieder einstellt. Wie soll ich Illusionen enttarnen, wenn sie mich nicht förmlich überrollen und ich mit meinem Blick gar nicht mehr ausweichen kann? Auf das "Schöne" schaue ich freiwillig. Zeigt mir lieber das, vor dem ich mich immer verschlossen habe. Ich will die dunkle Wolke nicht umkreisen, ich will durch sie hindurch. Um zu lernen, dass sie nichts ist als eine dunkle Wolke.
Für die Hölle ist kein Platz in einer Welt, deren Lieblichkeit so intensiv und umfassend sein kann, dass es nur ein Schritt von dort zum Himmel ist.
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#12
Zitat: Und doch scheint es so zu sein, dass gerade diese Menschen eher meine Erlöser sind als die zuerst beschriebenen..

Das sind sie ganz sicher, liebe Anne, denn da kann ich ja Vergebungsarbeit leisten und auch bei mir schauen.


Und außerdem hat Hannes es nochmal auf den Punkt gebracht - ich merke auch immer wieder, da wo ich nicht hinschauen will, denen ich immer noch die Schuld geben will, das sind die RICHTIGEN für mich.
Danke dafür.

Lieben Gruss
Romy
Nichts kann dich verletzten, wenn du ihm nicht die Macht dazu gibst! (Kap. 20 )[/b]
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#13
Das Problem bei mir ist dann : was mache ich, wenn ich gerade mittendrin bin in der dunklen Wolke? Ich vergebe, bitte IHN um HILFE und trotzdem fühlt sich alles noch sehr real an und geht einfach nicht schneller vorbeiFeuer
Zumindest ist das in diesen Extremsituationen so.
Bei leichteren kann ich eher den Frieden spüren und die Unwirklichkeit sehen Big Grin

HerzBettina
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#14
(10.05.2011, 13:05)Hannes schrieb: Die, die mich am meisten in Rage versetzen, scheinen mir derzeit die besten "Erlöser" zu sein. Sie pieksen das Ego an wie einen prall gefüllten Luftballon. Es zeigt sich in seiner ganzen "Herrlichkeit", macht ein Striptease und präsentiert all seine verborgenen Seiten, die ich mir nie ansehen will.

Nackte Tatsachen, die ich mir so lange anschauen darf, bis sich das Lachen wieder einstellt. Wie soll ich Illusionen enttarnen, wenn sie mich nicht förmlich überrollen und ich mit meinem Blick gar nicht mehr ausweichen kann? Auf das "Schöne" schaue ich freiwillig. Zeigt mir lieber das, vor dem ich mich immer verschlossen habe. Ich will die dunkle Wolke nicht umkreisen, ich will durch sie hindurch. Um zu lernen, dass sie nichts ist als eine dunkle Wolke.

Ja, diese Erfahrung mach ich auch, immer wieder und auch jetzt wieder. Leider. Lieber wärs mir, die "Erlöser", die für mich wichtig sind, wären nur die "Netten". Aber es funktioniert schon so, wie du das hier sagst.

Herz Elisabeth
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#15
(10.05.2011, 13:45)gelbemaus schrieb: Das Problem bei mir ist dann : was mache ich, wenn ich gerade mittendrin bin in der dunklen Wolke? Ich vergebe, bitte IHN um HILFE und trotzdem fühlt sich alles noch sehr real an und geht einfach nicht schneller vorbei

Mit dem "Erkennen der Wolke" ist schon der erste Schritt getan ...
und Du hast IHN um Hilfe gebeten ...

jetzt kannst Du einfach zuversichtlich, geduldig abwarten, Hilfe ist Dir
gewiss ...

Diese zuversichtliche Ausrichtung auf SEINE Hilfe, braucht scheinbar doch etwas Übung ... Smile Denn der ungeschulte Geist ist doch eher bereit, sich noch mit Schuldzuweisungen irgendwelcher Form an Illusionen zu ketten ... Smile

Deshalb ist der Kurs gekommen, mit dieser Hilfe, die von IHM kommt, lernen wir wieder gemeinsam IHM vollkommen zu vertrauen ...

Smile Caroline
Unvorstellbar ist die LIEBE und die FREUDE, die Dir in Wahrheit zusteht ...
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#16
danke Caroline,

ich habe meistens auch die Gewissheit, dass ich mit dem Kurs auf dem richtigen Weg bin. Nur ganz selten kommt mal ein Zweifel Smile
aber du hast recht, schuldzuweisungen sind in solchen extremsituationen mit sicherheit noch da. Da würde mir dann helfen, wenn ich daran denke, dass der andere mein erlöser ist. Das will ich das nächste mal auch tun, auch wenn´s schwer wirdZwinker
Auf jeden fall weiss ich immer, dass mir SEINE hilfe zuteil wird, wenn ich darum bitte. Manchmal kann ich es eben nicht sofort spüren, aber ich bemühe mich und bin zuversichtlich, dass mit genügend vergebungsübungen der innere Frieden auch dann für mich erfahrbar ist, wenn äußeres Chaos herrscht.

Herz Bettina
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#17
(10.05.2011, 18:05)gelbemaus schrieb: aber ich bemühe mich und bin zuversichtlich

Herz Bettina

Wunderbar! Klatsch Das genügt vollkommen. Big Grin

Smile Caroline
Unvorstellbar ist die LIEBE und die FREUDE, die Dir in Wahrheit zusteht ...
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#18
(10.05.2011, 16:01)Elisabeth schrieb: Lieber wärs mir, die "Erlöser", die für mich wichtig sind, wären nur die "Netten". Aber es funktioniert schon so, wie du das hier sagst.

Zunächst genügt es schon, mal der einfachheitshalber die "Netten" als Erlöser anzusehen ... Doch wirst Du es nicht nur bei den "Netten" belassen wollen. Smile

Smile Caroline
Unvorstellbar ist die LIEBE und die FREUDE, die Dir in Wahrheit zusteht ...
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#19
(10.05.2011, 07:12)Michaela_Maria schrieb: Und 2. bitte ein paar anschauliche, praktische Beispiele dafür bringen, wie es ausschaut, den Bruder durch den HEILIGEN GEIST anzusehen.
Beispiel: ein Bruder erzählt:
ich war ja völlig traumatisiert durch – beispielsweise - meinen Vater, der das und jenes gemacht hat.
Dann kann ich natürlich nun als Kursschüler begreifen, so, wie ich es auch bei mir zunächst schmerzhaft und dann sehr erleichtert begriff, also wenn ich weiterhin an diesen Nonsens von Geschichte glaube und ihn nicht vergebe, da lade ich ja das Unglück ein. Genügt es, sich das beim Bruder einfach zu denken und innerlich zu sagen: ich bin nicht bereit, das, was er mir da erzählt, zu glauben, er ist und bleibt der gesegnete und unversehrte Bruder und Sohn wie ich? Also ich bin mir da echt unsicher. Gestern beim Gespräch mit S. hab ich natürlich im Hinterkopf gehabt: Jesus, ich weiß jetzt nicht, was ich sagen soll, mach du….Mir ist nix eingefallen und ich hatte auch keine Eingebung. Naja, muss ja auch nicht sein, aber vielleicht kann mir da ein fortgeschrittener Kursschüler bitte etwas von seinen Erfahrungen mitteilen? DANKE!

Da würd ich gerne nochmal drauf zurück kommen. Dieser Mensch bittet ja um Hilfe. Und wir sollten uns in so einem Fall ja eigentlich gütig und liebevoll verhalten. Von der Form her, bittet er wohl darum, daß wir den "Schuldigen" zusammen mit ihm anklagen. Das ist aber nur die Form, oder? Die alte Geschichte, wenn Dein Bruder dich bittet etwas ungeheuerliches zu tun.....
Johannes, Du schreibst er erzählt mir die Geschichte nur, damit ich lernen kann zu vergeben. Aber er bittet doch eigentlich um Hilfe, darum, daß ich mich mit ihm verbinde. Es wäre sicherlich nicht gütig, ihm zu signalisieren, daß seine ganze Geschichte nur Illusion ist.

Genauso bei der Liebeskummergeschichte.
Michaela_Maria schrieb:In der sog. Welt hab ich gelernt, den anderen total ernst zu nehmen mit seinem Problem, ihm Ratschläge zu geben - je ernster und aufmerksamer und je mehr ich ihn bedauert habe in seinem Problem, eine umso bessere Freundin war ich. Ich war rund um die Uhr telefonisch erreichbar.... Das hat schön vom Eigentlichen abgelenkt und das "Problem" in BEIDEN verstärkt.
Praktische Beispiele: den Liebeskummer, den wir Mädels uns über die Jahre (wenn nicht Jahrzehnte) stunden- tage- monatelang erzählt haben und uns in unserem Herzeleid gesuhlt haben über diese untreuen und gefühlskalten, egoistischen Banausen.
Das ist mir dann iwa auf den Keks gegangen und ab dem Moment waren die Freundschaften beendet.
Ist es wirklich im Sinne des Kurses und im Sinne Jesu, wenn wir die Probleme unserer Freunde auf der Ebene der Form nicht mehr Ernst nehmen? Ist das nicht eine Verwechslung von Form und Inhalt? Sollten wir uns nicht ganz normal und liebevoll verhalten?
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#20
@susanne, ganz normal und liebevoll wird es erst dann, wenn der zuhörer in der lage ist, die geschichte nicht mehr ernst zu nehmen.
Herz gottfried
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