Lektion 035 (4. Februar)
#1
Die Kernfrage jeder religiösen und spirituellen Praxis seit jeher lautet: Wer bin ich? Darauf hat es viele Antworten gegeben und es wird noch viele weitere Antworten geben. "Moderne wissenschaftliche" Antworten könnten lauten: "ein Gebilde aus Kohlenstoffverbindungen" oder "Elektrische Impulse im Gehirn" oder "Ein Entwicklungsprodukt der Evolution". In vielen etablierten (religiösen) Antworten wird sinngemäß von einem "in Ungnade gefallenen Teil der Schöpfung Gottes (mit vielfältigen Namen und Bezeichnungen), getrennt von Gott" gesprochen. Die meisten dieser Antworten basieren auf einer Sichtweise der Vielfalt und strikten Trennung und favorisieren auf die eine oder andere Art den Körper (materiell oder geistig) als Identität.

Die Antwort des Kurses findet sich an vielen Stellen des Textes und auch in der heutigen Lektion. Es sind jedoch keine Glaubensaussagen, die akzeptiert oder abgelehnt werden können, denn es ist ein praktischer Kurs. Er zielt auf die Erfahrung, nicht auf dogmatische Aussagen, die geglaubt werden müssen.

Das, was ich jetzt glaube zu sein, bezeichnet der Kurs in der heutigen Lektion als "Bild". Meine angenommene Identität ist ein Bild unter vielen anderen Bildern, sorgfältig von mir arrangiert, um nicht zu erkennen, wer ich in Wirklichkeit bin. Das Bild soll meine QUELLE verbergen, denn das würde mich abhängig machen. Das Ego könnte damit "die zweite Geige" spielen, was es auf jeden Fall zu verhindern sucht und deshalb meine wahre Identität verschleiert. Denn meine wahre Identität wäre der "Tod" des Ego-Denksystems. Es würde verschwinden, weil es nicht wahr ist.

Denn ich bin abhängig. Das ist jedoch kein Grund für Angst und Unbehagen, sondern ein Grund zur Freude! Ich bin abhängig von meiner QUELLE, und diese QUELLE ist Freude ohne Gegenteil!

Methodisch zeigt mir der Kurs in den meisten Fällen, was ich nicht bin. Je öfter ich das Bild anschaue, desto mehr verblasst es. Denn ein Bild, das in der Dunkelheit schlummert, behält seine Schrecken. Das Licht aber zeigt, was es wirklich ist: nur ein Bild.

In der heutigen Lektion geht der Kurs einen anderen Weg. Er erinnert mich daran, wer ich wirklich bin. Das ist sicherlich zu diesem Zeitpunkt sehr schwer zu glauben oder gar zu akzeptieren. Denn in der Welt der Bilder, in der ich glaube zu sein, gibt es sehr wenige Beweise für diese Erinnerung.

Heute will ich einen wichtigen Schritt tun, das Bild, das ich von mir gemacht habe, durch die Erinnerung an meine QUELLE ersetzen zu lassen.
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#2
Die gestrige Lektion: "ich könnte stattdessen Frieden sehen" habe ich zwei Tage in der Mangel gehabt...äh...oder sie mich...
Hat aber nix genützt, also nicht dass es mir aufgefallen wäre, *lach*, dass ich mehr Frieden gesehen hätte. Es blieb bei der verwirrenden Möglichkeit. Verwirrend deshalb, weil ja die sog. persönliche Realität eine andere, um nicht zu sagen, völlig andere, ist.
Also dachte ich, na, dann mal weiter.
Ich kann mich noch dran erinnern, als ich die Lektion das erste Mal las.
Es gab noch zwei Lektionen zuvor, die mich so bissl freudig hoch hüpfen ließen, aber die: ich empfand damals ein JA, genau, super! Ich bin sehr heilig. Hab ichs doch immer schon gewusst! LOL LOL LOL
Dieses Mal löst es in mir so ganz und gar nicht diese Hochstimmung aus. Wenn auch nicht direkt Depression und - obwohl ich von meiner Identifizierung her ziemlich zum Jammerlappen tendiere - Seufzern a la: och nö, das kann ich halt nicht so sehen...sondern eine Art Ernsthaftigkeit.
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