Kapitel 19.III
#11
Erstmal danke. Das ist Futter.

Herz
Siboa
„Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, o Herr.“ Augustinus
Antworten
#12
(21.07.2013, 16:09)Gregor schrieb: Der Knackpunkt scheint zu sein, dass Sünde (Vergangenheit) mit Schuld (Zukunft oder Angst vor der Zukunft) verbunden wird: die Gegenwart findet nicht statt. Ein Irrtum findet in der Gegenwart statt und kann in der Gegenwart korrigiert (anders gesehen) werden. Da ist kein Platz mehr für Schuld und Sünde.

Ein A... beurteilt/behandelt dich falsch (Chef, Partner, Nachbar, Busfahrer, ...) und ist daher verantwortlich für das gegenwärtig von dir empfundene Chaos (Sünde, immer in der Vergangenheit). Du sinnst auf Rache (Bestrafung, da keine Korrektur möglich). Oder auf "Handlungskorrektur" des A..., weil du glaubst, damit das vermeintliche Chaos zu beseitigen - auch eine Form der Rache. Du erkennst nicht, dass das "Chaos" einzig und alleine auf deinen eigenen Entscheidungen beruht.

Ein Irrtum erfolgt JETZT: die nach wie vor aufrecht erhaltene Bewertung. Die Korrektur erfolgt ebenfalls JETZT: seine oder deine Sichtweise, eine einfache (aber nicht leichte) Entscheidung. Die Frage ist also immer (wieder): ist die Sünde des A... real? Meistens ja, denn es bleibt erst einmal bei der Beurteilung, dass der "Andere" die Ursache für das gegenwärtige "Chaos" ist: das Empfinden von ungerechtfertigter Beurteilung, falscher Behandlung, falscher Handlung des "Anderen", ... Vergebung ist nicht möglich, nur weil für "Sünde" die Bezeichnung "Irrtum" gesetzt wurde.

Herz Gregor

Es hört sich an, als wärest du dabei gewesen als ich mich ins Chaos stürzte. Ich war überhaupt nicht auf eine solch massive Reaktion vorbereitet, hatte schon im Vorweg Vergebungslektionen ausprobiert. Aber es hat nicht funktioniert. Ich glaube ich scheitere manchmal am Versuch, das Geschehen wirklich zu machen und dann gütig drauf schauen zu wollen. Das nennt man dann wohl "Vergebung zum Zerstören",

Herz
Susanne
„Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, o Herr.“ Augustinus
Antworten
#13
(21.07.2013, 20:53)Siboa schrieb: Ich glaube ich scheitere manchmal am Versuch, das Geschehen wirklich zu machen und dann gütig drauf schauen zu wollen. Das nennt man dann wohl "Vergebung zum Zerstören",

Da hilft es manchmal, einfach nur die Feststellung zu machen, dass der Wille nicht da ist, die "Verletzung" als Irrtum zu sehen. Du fühlst dich angegriffen, missverstanden, falsch beurteilt ... basta. Egal, was die Theorie besagt und als Begründung angibt.

Aber du kannst deine Reaktionen (Empfindungen) darauf betrachten und ungeachtet der Tatsache, dass du sie für gerechtfertigt hältst, die Entscheidung fällen, ob Sie angenehm oder eher nicht so toll sind. Und dann kannst IHN bitten, die Situation mit SEINEN Augen zu sehen - falls nicht so toll. Dann nichts weiter, vergiss es einfach, bis die Soße wieder hoch kommt (nach einer Sekunde, Minute, Stunde, ...). Und es geht von vorne los.

Bleib einfach cool und konsequent, aber nicht verbissen.

Herz Gregor
Antworten
#14
(21.07.2013, 10:16)Siboa schrieb: Ich habe eine Frage zu folgendem Abschnitt:

3. Ein Irrtum anderseits ist nicht attraktiv. Was du eindeutig als einen Fehler ansiehst, das möchtest du berichtigt
haben. Manchmal kann eine Sünde mit offensichtlich schmerzlichen Ergebnissen ständig wiederholt werden, aber
ohne ihre Anziehungskraft zu verlieren. Und plötzlich änderst du ihren Status von dem einer Sünde zu dem eines
Fehlers. Nun wirst du sie nicht mehr wiederholen, du wirst bloß innehalten und sie loslassen, es sei denn, die
Schuld bleibt. Denn dann wirst du nur die Form der Sünde ändern, indem du einräumst, dass sie ein Irrtum war,
sie aber unberichtigbar bleiben lässt. Das ist keine wirkliche Veränderung deiner Wahrnehmung, denn die Sünde
verlangt nach Strafe, nicht der Irrtum.T-19.III.3


Gibt es einen Unterschied zwischen Sünde und Schuld? Das, was oben beschrieben ist, kenne ich nur zu gut.

Herz
Sibo


Wie 667 schon erwähnte, ist Schuld eine Folge der Sünde. Die beiden gehören also zusammen.

Eine Frage könnte lauten: Warum ist ein Irrtum nicht attraktiv, Sünde hingegen schon?
Da das Ego immer Recht haben will, will es auch den Irrtum nicht.
Und da das Ego die permanente Entscheidung gegen GOTT ist, sich von IHM absondert (leitet sich das Wort "Sünde" nicht vom Wort "Absondern" ab?), entsteht das Gefühl von Schuld. Das spielt aber dem Ego in die Hände, denn dadurch wird garantiert, dass man sich GOTT gegenüber klein und unwürdig wähnt und die Macht beim Ego bleibt (man hat ja sonst nichts). Deswegen bleibt, solange das Ego regiert, die Sünde attraktiv (man gönnt sich ja sonst nichts). Sich klar zu werden, dass diese Ursünde auch nur ein Irrtum war versucht das Ego mit allen Mitteln zu verschleiern da es sich - als Ergebnis dieses Irrtums - sofort auflösen würde... und wer will das schon Spitz

Herz Renè
Antworten
#15
Ich halte dich - und damit auch mich - gefangen,
in diesem immer wieder von Neuem aufgerufenen Kerkerfilm der Vergangenheit.

Vergangen heißt gefangen. Und Schuld "verdient" Strafe.

Ohne Vergangenheit/Befangenheit (Worte!) sind wir, bin ich, frei.

Die Sünderin Cool
(Jetzt mit Jugendfreigabe Tongue )
Wunder sind natürlich. Wenn sie nicht geschehen, ist etwas fehlgegangen.

Antworten
#16
(22.07.2013, 11:45)G.D. schrieb: Ich halte dich - und damit auch mich - gefangen,
in diesem immer wieder von Neuem aufgerufenen Kerkerfilm der Vergangenheit.

Vergangen heißt gefangen. Und Schuld "verdient" Strafe.

Ohne Vergangenheit/Befangenheit (Worte!) sind wir, bin ich, frei.

Die Sünderin Cool
(Jetzt mit Jugendfreigabe Tongue )

Ist doch nur ein Film, zugegeben ein fesselnder, harmlose - Jugendfrei ab null Jahren - Sünderin... Tongue

Big Grin
Antworten




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste