Lektion 181 (30. Juni)
#1
Die nächsten zwanzig Lektionen sind bereits eine Vorbereitung auf den zweiten Teil des Übungsbuches. Bisher wurden viele Techniken und Methoden angeboten, die sich mehr oder weniger eng an Worten orientierten. Mir wurden dadurch nach und nach die Hindernisse vor meinem einzigen Ziel, dem Frieden GOTTES, bewusst: Es sind genau diese selbst aufgestellten Hürden, die mir die Erinnerung an das, was ich wirklich BIN, erschweren. Meine Verpflichtung war jedoch noch schwach, meine Ziele waren noch unterschiedlich und meine Hingabe war nicht vollständig.

Nun werden meine Ziele vereinheitlicht und auf das EINE Ziel ausgerichtet. Der Schwerpunkt liegt jetzt darauf, ein Gefühl des Friedens zu erlangen, das jenseits aller Worte liegt. Dies wird meine Motivation wesentlich verstärken und intensivieren, mich dem EINEN Ziel hinzugeben. Dazu werden mir meine immer noch bestehenden Abwehrhaltungen gezeigt, über die ich jeden Tag ein Stück hinausgehen will, indem ich meine strikte Kontrolle aufgebe und mich zunehmend an IHN wende.

In dieser Lektion wird mir gezeigt, dass ich bisher in meinen Beziehungen zu anderen vorzugsweise ihre Fehler sehe. Dies zeigt mir eine sündige Welt und bezeugt zuverlässig meine eigene Sündhaftigkeit. Will ich jedoch meine eigene Sündenlosigkeit sehen, muss ich sie in meinem Gegenüber sehen. Dies ist keine naive Sicht auf die Welt, sondern ermöglicht mir, an den Fehlern anderer Menschen vorbei zu schauen auf das, was sie wirklich sind. Die Konzentration auf ihre »Sünden« hingegen sperrt ihr wahres SELBST aus – und mein wahres SELBST ebenfalls.

Jede Wahrnehmung hat eine zentrale Ausrichtung (vergleiche 2:1).»Richte dein Augenmerk nicht mehr auf die Sünden deines Bruders, und du erfährst den Frieden, der vom Glauben an die Sündenlosigkeit kommt« (2:5).Das Ziel der jetzigen und der folgenden 19 Lektionen heißt: Vertraue in die Sündenlosigkeit, entferne so deine Blockaden und erfahre GOTTES Frieden. Es genügt, wenn dies nur für einen kurzen Zeitraum geschieht. Ich sollte noch nicht versuchen, dies die ganze Zeit über zu üben.

Kenne ich jemanden, dem ich nicht verzeihen kann? Gebe ich nur fünf Minuten, die Vergebung zu üben? Will ich für eine kleine Weile bereit sein, mein Urteil über ihn loszulassen, die Vergangenheit zu vergessen und auch nicht an die Zukunft zu denken – dafür aber die Unschuld in ihm zu suchen, um ihn als heiliges KIND GOTTES zu sehen, das SEINE LIEBE verdient?

Wenn mein Geist während meiner stillen Zeiten beginnt, sich auf das Fehlverhalten zu konzentrieren, wiederhole ich schnell:»Es ist nicht dies, worauf ich schauen möchte. Ich vertraue meinen Brüdern, die eins mit mir sind« (6:4-5).

Morgens und abends nehme ich mir mindestens fünf (idealerweise dreißig und mehr) Minuten und tagsüber, falls möglich, zu jeder vollen Stunde ein bis zwei Minuten, um meinen Bruder als sündenlos und unschuldig zu sehen – genauso wie mich.
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#2
Bei dieser Lektion bin ich über diese Passage gestolpert:

Eine Hauptgefahr für den Erfolg ist deine Verstricktheit in deine vergange­nen und zukünftigen Ziele. Es hat dich sehr beschäftigt, wie extrem verschie­den die Ziele, die dieser Kurs verficht, von denen sind, die du vordem gehabt hast. Auch warst du über den bedrückenden und einschränkenden Gedanken bestürzt, dass du selbst im Falle des Erfolges unvermeidlich deinen Weg wie­der verlieren wirst.

Ich finde keinen Bezug zu dem fettgedruckten Satz. Warum wird hier explizit erwähnt, dass der Erfolg der Übung unvermeidlich vorübergehend sein wird - und ich diesen Gedanken kenne oder habe?

Any idea anybody?

Herz Gregor
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#3
(15.01.2017, 16:08)Gregor schrieb: Bei dieser Lektion bin ich über diese Passage gestolpert:

Eine Hauptgefahr für den Erfolg ist deine Verstricktheit in deine vergange­nen und zukünftigen Ziele. Es hat dich sehr beschäftigt, wie extrem verschie­den die Ziele, die dieser Kurs verficht, von denen sind, die du vordem gehabt hast. Auch warst du über den bedrückenden und einschränkenden Gedanken bestürzt, dass du selbst im Falle des Erfolges unvermeidlich deinen Weg wie­der verlieren wirst.

Ich finde keinen Bezug zu dem fettgedruckten Satz. Warum wird hier explizit erwähnt, dass der Erfolg der Übung unvermeidlich vorübergehend sein wird - und ich diesen Gedanken kenne oder habe?

Any idea anybody?

Herz Gregor

Ah, good question! 
Off the cuff würde ich sagen, dass wenn ein solcher "Erfolg" permanent wäre, würden wir uns dann nicht gewissermassen wie auf ein "Rezept" stützen, um den Erfolg immer wieder zu wiederholen, es also zu einem Ritual werden könnte? Rituale dienen doch oft  dazu, uns einzulullen anstatt aufzuwecken?
So versteh ich das in diesem Moment...kann natürlich auch ein Holzweg sein.....
____________________________________________________________________________
"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#4
(15.01.2017, 16:57)Inge schrieb: Ah, good question! 
Off the cuff würde ich sagen, dass wenn ein solcher "Erfolg" permanent wäre, würden wir uns dann nicht gewissermassen wie auf ein "Rezept" stützen, um den Erfolg immer wieder zu wiederholen, es also zu einem Ritual werden könnte? Rituale dienen doch oft  dazu, uns einzulullen anstatt aufzuwecken?
So versteh ich das in diesem Moment...kann natürlich auch ein Holzweg sein.....

Was ich mit "Bezug" meine:Auch warst du über den bedrückenden und einschränkenden Gedanken bestürzt, ...Wieso war ich das? Ist das in irgendeiner Übung vorher erwähnt, oder irgendwo im Text? Worauf bezieht sich dieses war und wieso ist der Erfolg vorübergehend - was mich offenbar bestürzte. Wann und wo?

Was steht eigentlich im Original?

Herz Gregor
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#5
(15.01.2017, 16:08)Gregor schrieb: Bei dieser Lektion bin ich über diese Passage gestolpert:

Eine Hauptgefahr für den Erfolg ist deine Verstricktheit in deine vergange­nen und zukünftigen Ziele. Es hat dich sehr beschäftigt, wie extrem verschie­den die Ziele, die dieser Kurs verficht, von denen sind, die du vordem gehabt hast. Auch warst du über den bedrückenden und einschränkenden Gedanken bestürzt, dass du selbst im Falle des Erfolges unvermeidlich deinen Weg wie­der verlieren wirst.

Ich finde keinen Bezug zu dem fettgedruckten Satz. Warum wird hier explizit erwähnt, dass der Erfolg der Übung unvermeidlich vorübergehend sein wird - und ich diesen Gedanken kenne oder habe?

Any idea anybody?

Herz Gregor

Jesus könnte damit vielleicht auf die Passage aus der Einleitung zu den Lektionen 181 bis 200 erinnern (1. 3-5):
Du wirst jedoch gebeten, jetzt zu üben, um das Geühl des Friedens zu erlangen, das eine solche geeinte Verpflichtung dir verleihend wird - wenn auch nur von Zeit zu Zeit.
Da er unsere Sehnsucht nach einem dauerhaftem Gefühl des Friedens kennt, kann ich mir gut vorstellen, dass er unsere Enttäuschung ob der nur kurz angekündigten Ruhephasen voraussetzt und gleichzeitig abfängt, indem er uns versichert, dass das in unserem aktuellen Lernstadium normal sei. Für mich drückt sich das auch hier an dieser Stelle der Einleitung aus (1. 2): Es wird noch keine totale Hingabe die ganze Zeit hindurch von dir verlangt.

Herz  toni
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#6
(15.01.2017, 16:08)Gregor schrieb: Auch warst du über den bedrückenden und einschränkenden Gedanken bestürzt, dass du selbst im Falle des Erfolges unvermeidlich deinen Weg wie­der verlieren wirst. [/kurs]

 Warum wird hier explizit erwähnt, dass der Erfolg der Übung unvermeidlich vorübergehend sein wird - und ich diesen Gedanken kenne oder habe?

Die gesamte Lektion legt eine starke Betonung darauf, dass wir uns bei der "Neuausrichtung des Geistes" auf den gegenwärtigen Moment focussieren und uns dabei möglichst von vergangenen oder zukünftigen Zielvorstellungen freihalten sollen.

Ich denke, dass dies auch in dem von dir hervorgehobenen Satz so gemeint ist: wenn ich bei der Vergebungsübung wirklich "Erfolg" habe, dann ist dieser Erfolg für die Ewigkeit (meine "Schöpfungen" werden für mich aufbewahrt). Ich hab' dann diesen Erfolg beispielsweise erlebt als Frieden, der mich und den, an den ich in diesem Moment gedacht habe, und die gesamte Situation in sich eingeschlossen hat.

In meinem Erleben ist dieser "Erfolg" aber eben nicht "ewig", sondern er scheint wieder zu vergehen, wenn ich aus der Übung heraustrete, eben weil ich mich immer noch an Zielen der Vergangenheit und Zukunft orientiere und das dann wieder greift: An diesen Zielvorstellungen geht mein "Erfolg" scheinbar unter.
Konkret: Der Nachbar, den ich gerade noch in der Übung im Geiste friedlich umarmt habe, kommt um die Ecke und ich denke genau das gleiche, was ich dann immer denke: "diese alte Stinksicke schon wieder!"
Das muss zwar nicht so sein, aber entspricht doch vielen, vielen Erfahrungen mit der "Haltbarkeit" des "Erfolges", wie ich sie erlebt habe. Und das kann in der Tat sehr frustrierend mit dem Gedanken verbunden sein, den Weg mal wieder verloren zu haben.

Ich glaube aber, der Satz will uns auf diese Weise wirklich etwas absolut Positives sagen: Das scheint nur so, dein Erfolg ist bei MIR sicher aufbewahrt und für die Ewigkeit! Er ist eben nicht im Raster der Zeit einzuordnen und das ist unsere Schwierigkeit, weil das unsere ganz grundsätzliche Orientierung "übergeht".
Wir sind also wieder mal nur von "unseren eigene Gedanken" bestürzt, aber so ist es nun mal. Ich kann das jedenfalls wahrhaftig bestätigen: die Bestürzung kenn ich!

Du WARST in deiner Zeitorientiertheit über den Gedanken des Verlustes deines Erfolgs bestürzt und du BIST in dem Moment der Neuorientierung von diesem Gedanken geheilt.

herzlich, Michael
Die LIEBE kennt keine Dunkelheit. Es ist nur ein kleiner, korrigierbarer Fehler in unserem Denken, zu glauben, dies bedeute, SIE kenne UNS nicht.
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#7
(15.01.2017, 16:08)Gregor schrieb: Bei dieser Lektion bin ich über diese Passage gestolpert:

Eine Hauptgefahr für den Erfolg ist deine Verstricktheit in deine vergange­nen und zukünftigen Ziele. Es hat dich sehr beschäftigt, wie extrem verschie­den die Ziele, die dieser Kurs verficht, von denen sind, die du vordem gehabt hast. Auch warst du über den bedrückenden und einschränkenden Gedanken bestürzt, dass du selbst im Falle des Erfolges unvermeidlich deinen Weg wie­der verlieren wirst.

Ich finde keinen Bezug zu dem fettgedruckten Satz. Warum wird hier explizit erwähnt, dass der Erfolg der Übung unvermeidlich vorübergehend sein wird - und ich diesen Gedanken kenne oder habe?

Any idea anybody?

Herz Gregor

das erste was mir aufgefallen ist, als mal irgendwas aus dem Kurs zufällig gefunzt hat, dass es nicht wiederholbar ist - willentlich - bei lektion 180 hat man das vermutlich mehrfach durch:

1. ich versteh gar nix
2. ah, es funzt
3. huch, es ist weg
4. ich versteh gar nix
5. aber es hat doch gefunzt warum jetzt nicht mehr?

rinse, repeat...

somit geht man hoffnungsvoll an die lektion (irgendwann stellt sich das bestimmt wieder ein) aber hat im Hinterkopf das eigene "Scheitern" aus dem Erleben der vorherigen Erfolgs und Nicht_Eroflgs erlebnisse.

Ich gehe auch davon aus, weil der Kurs zumindest bei mir vieles anspricht was mir gar nicht richtig klar im Bewusstsein ist, sondern da irgendwo herumwabert, dass wenn dir das -jetzt- nicht (mehr) sinnvoll erscheint, dass es irgendwann vor vielen jahren als du angefangen hast den Kurs zu lernen, irgendwo und wenn auch nur unbewusst ganz genauso abgelaufen ist...

eine diffuse Bestürzung/Verzweiflung/Hoffnungslosigkeit, die sich ob der natürlichen Lernkurve oder besser Lernserpentine des Kurses einstellt.

kann mich wie immer irren
Katzen sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet - über dem 70. Breitengrad kommen Katzen gar nicht vor.
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#8
(15.01.2017, 17:23)Gregor schrieb:
(15.01.2017, 16:57)Inge schrieb: Ah, good question! 
Off the cuff würde ich sagen, dass wenn ein solcher "Erfolg" permanent wäre, würden wir uns dann nicht gewissermassen wie auf ein "Rezept" stützen, um den Erfolg immer wieder zu wiederholen, es also zu einem Ritual werden könnte? Rituale dienen doch oft  dazu, uns einzulullen anstatt aufzuwecken?
So versteh ich das in diesem Moment...kann natürlich auch ein Holzweg sein.....

Was ich mit "Bezug" meine:Auch warst du über den bedrückenden und einschränkenden Gedanken bestürzt, ...Wieso war ich das? Ist das in irgendeiner Übung vorher erwähnt, oder irgendwo im Text? Worauf bezieht sich dieses war und wieso ist der Erfolg vorübergehend - was mich offenbar bestürzte. Wann und wo?

Was steht eigentlich im Original?

Herz Gregor

A major hazard to success has been involvement with your past and future goals. 2 You have been quite preoccupied with how extremely different the goals this course is advocating are from those you held before. 3 And you have also been dismayed by the depressing and restricting thought that, even if you should succeed, you will inevitably lose your way again.

das passt zu dem was ich vermute... oder wie es für mich sinnvoll erscheint
Katzen sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet - über dem 70. Breitengrad kommen Katzen gar nicht vor.
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#9
(15.01.2017, 16:08)Gregor schrieb: Bei dieser Lektion bin ich über diese Passage gestolpert:

Eine Hauptgefahr für den Erfolg ist deine Verstricktheit in deine vergange­nen und zukünftigen Ziele. Es hat dich sehr beschäftigt, wie extrem verschie­den die Ziele, die dieser Kurs verficht, von denen sind, die du vordem gehabt hast. Auch warst du über den bedrückenden und einschränkenden Gedanken bestürzt, dass du selbst im Falle des Erfolges unvermeidlich deinen Weg wie­der verlieren wirst.

Ich finde keinen Bezug zu dem fettgedruckten Satz. Warum wird hier explizit erwähnt, dass der Erfolg der Übung unvermeidlich vorübergehend sein wird - und ich diesen Gedanken kenne oder habe?

Any idea anybody?

Herz Gregor


Also ich kann mich erinnern, diesen Gedanken gehabt zu haben, und bist du dir sicher, ihn nicht gehabt zu haben oder zu kennen (eine Nano-Sekunde lang Zweifeln ist dieser Gedanke, und reicht aus)?. Die explizite Erwähnung des Vorübergehen des Erfolges stützt sich meinem Verständnis nach auf die (enorme) Verstricktheit in... (die Theater-Rolle die wir spielen) 
Zwei Stellen Im Handbuch für Lehrer fallen mir dazu ein: dass wir (zu Lebzeiten) nicht ohne Beschränkungen sein werden (können), und dass es nicht möglich ist, in permanenter (ekstatischer) GOTTESERFAHRUNG zu sein ohne dass der Körper nicht aufgegeben wird (was nicht das diesseitige Ziel ist).

Herz  René
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#10
Danke für die Antworten.

In diesem Satz geht es m.E. nicht um die allseits bekannte Bestürzung, wie wenig nachhaltig der "erreichte" Frieden ist und wie schnell man wieder in den üblichen Trott zurückfällt. Ich empfinde ihn an dieser Stelle als viel konkreter.

Hier wird die Bestürzung formuliert, meinen Weg unvermeidlich wie­der zu verlieren. Diese Bestürzung kenne ich nicht - im Gegensatz zu der Bestürzung, die ich oben erwähnte.

Der von toni erwähnte Bezug auf die Einleitung zu den Übungen klingt für mich plausibel, denn da wird mir in der Tat ganz konkret gesagt, dass diese Lektionen keinen nachhaltigen Zustand des Friedens bringen werden. Dabei ist es ja in der Regel so, dass ich glaube, ich mache eine Übung und schwupps, die ewige Glückseligkeit ist die Folge.

Der Begriff Bestürzung hat mich nur bestürzt.  Smile Denn als ich die Einleitung las, ging ich völlig bestürzungsfrei darüber hinweg.

Ich kenne aber auch keine andere Stelle im Kurs, auf die sich der Satz - konkret - beziehen könnte. Oder wo steht die "erschreckende" Tatsache sonst noch, dass der Erfolg der "Mühe" vorübergehend sein wird?

Herz Gregor
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