Sonnenuntergang
#1
Gerade in "The Leap" gelesen:

Aber kann ich nicht die Schönheit eines Sonnenuntergangs lieben? Nicht wirklich. Dies ist der Grund dafür: Alle Dinge hier in der Welt, einschließlich der Schönheit eines Sonnenuntergangs, werden sich innerhalb der Zeit in Schmerz verwandeln. Schau es dir genau an. Warum liebst du die Schönheit des Sonnenuntergangs? Du liebst sie, weil sie eine Verschnaufpause in der hektischen, alltäglichen Pein des Lebens ist. Du liebst sie, weil sie dich an eine glücklichere, stillere Zeit im Leben erinnert (oder an was auch immer), denn sie hilft dir, dich »friedvoller« zu fühlen. Der Punkt ist, du liebst die Schönheit des Sonnenuntergangs, weil sie für einen Moment das existenzielle Leid übertüncht, das den Leidens-, Krankheits- und Sterbensprozess, genannt »menschliches Leben«, umfasst. Der Moment des Waffenstillstands, genannt der »Sonnenuntergang«, ist kein Frieden. Er ist nur ein Waffenstillstand. Und weil er nur ein Waffenstillstand ist, stellt er sicher, dass der Kampf schließlich zur gegebenen Zeit wieder beginnen wird. Das Fazit daraus ist, dass dieser Waffenstillstand, diese Liebe zur Welt für just einen Moment, die Absichtserklärung ist, dass Kampf immer unvermeidbar sein wird. Bruder, dein Ziel ist Erleuchtung, Christusschaft – nicht eine vorübergehende Verschnaufpause, während sich das große Rad des Leidens weiterdreht. Die vorübergehende Liebe zu was auch immer hier ist angesichts deines wahren Zwecks, deines wahren Selbst so gering, so winzig. Und dies ist der springende Punkt: die vorübergehende Liebe und das Ausruhen innerhalb dieser Welt ist nichts als ein Verzögerungsmanöver deines Ego-Selbst, um dich vom Erwachen abzuhalten.

Herz Gregor
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#2
Das passt grad wie Ar... auf Eimer.
Vielen Dank für die Erinnerung, Gregor.

Herz  toni
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#3
Das ist starker Tobak.
Und was ist, wenn man dieses Kampfes unbeschreiblich müde ist?
Wenn man nicht mehr kann, will?
Einfach krampfhaft dieses Leben weiterleben bis das Licht ausgeht -- ob man will oder nicht?
Da hilft auch kein schöner Sonnenuntergang mehr.
Was dann?
____________________________________________________________________________
"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#4
(17.02.2017, 13:23)Inge schrieb: Das ist starker Tobak.
Und was ist, wenn man dieses Kampfes unbeschreiblich müde ist?
Wenn man nicht mehr kann, will?
Einfach krampfhaft dieses Leben weiterleben bis das Licht ausgeht -- ob man will oder nicht?
Da hilft auch kein schöner Sonnenuntergang mehr.
Was dann?

Nur das Ego-Selbst kann Müdigkeit vorgeben. Müde ist es ganz bestimmt nicht, denn es genügt ein kleiner Augenblick tatsächlicher Müdigkeit oder Unaufmerksamkeit des Ego-Selbst und der FRIEDEN ist unübersehbar. Aber das weißt du ja selbst aus Erfahrung und nicht als Konzept aus schlauen Büchern.

Nur das Ego-Selbst gibt vor, nicht mehr zu können oder zu wollen. Das scheint dich erfolgreich vom Wesentlichen abzuhalten.

Nur das Ego-Selbst kämpft. Welches Kampfes bist du denn da müde?

Das Leben weiterleben, bis das Licht ausgeht? Welches Licht? Bei dem, was du hier offenbar als "Leben" bezeichnest, war das Licht nie an. Du weißt es besser. Was soll also diese Frage?

Vielleicht ziehst du in Betracht damit aufzuhören, nicht mehr zu können oder zu wollen, zu kämpfen oder krampfhaft weiterzuleben. Vielleicht kommt es dir in den Sinn, dass die Frage: "Was soll ich tun?" sinnfrei ist. Vielleicht lässt du es bleiben, dir Fragen auszudenken und dir gleich die Antwort darauf zu geben, die dich zwangsläufig müde macht. Vielleicht hörst du damit auf, ständig Entscheidungen selbst zu treffen - bis auf die naheliegende Entscheidung, dass du nicht magst, was du empfindest und hoffst, dass du dich geirrt hast. Vielleicht kommst du dann auf die Idee, den Gedanken aufzugeben, dass du das Opfer der Welt bist. Vielleicht überlässt du IHM das Fragen und die EINE Antwort.

Wie du das alles machst? Sorry, lassen wir diese Art von sinnfreien Fragen, die gar keine sind, besser sein. Smile

Herz Gregor
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#5
(17.02.2017, 13:23)Inge schrieb: Das ist starker Tobak.
Und was ist, wenn man dieses Kampfes unbeschreiblich müde ist?
Wenn man nicht mehr kann, will?
Einfach krampfhaft dieses Leben weiterleben bis das Licht ausgeht -- ob man will oder nicht?
Da hilft auch kein schöner Sonnenuntergang mehr.
Was dann?

Ja, einfach weiterleben, Inge! Aber nicht die Hoffnung aufgeben, der Friede kann ganz plötzlich kommen. Gestern las ich bei Wapnick: "Wenn wir wütend, aufgeregt, deprimiert oder schuldig sind, dann ist es sehr hilfreich, sich klar zu machen, dass dies lediglich eine Entscheidung darstellt". Nichts wirklich Neues, und doch hat es mich tief getroffen. Meine eigene Entscheidung! Dabei bin ich doch sooo gern das Opfer der anderen und der Umstände und des Schicksals im allgemeinen. Dabei entscheide in Wahrheit ich mich selbst dazu, mich schlecht zu fühlen. Klingt ganz schön mitleidslos, aber vielleicht hilft bittere Medizin doch am Besten......

Liebe Grüße,

Thomas
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#6
(16.02.2017, 23:03)Gregor schrieb: Gerade in "The Leap" gelesen:

Aber kann ich nicht die Schönheit eines Sonnenuntergangs lieben? Nicht wirklich. Dies ist der Grund dafür: Alle Dinge hier in der Welt, einschließlich der Schönheit eines Sonnenuntergangs, werden sich innerhalb der Zeit in Schmerz verwandeln. Schau es dir genau an. Warum liebst du die Schönheit des Sonnenuntergangs? Du liebst sie, weil sie eine Verschnaufpause in der hektischen, alltäglichen Pein des Lebens ist. Du liebst sie, weil sie dich an eine glücklichere, stillere Zeit im Leben erinnert (oder an was auch immer), denn sie hilft dir, dich »friedvoller« zu fühlen. Der Punkt ist, du liebst die Schönheit des Sonnenuntergangs, weil sie für einen Moment das existenzielle Leid übertüncht, das den Leidens-, Krankheits- und Sterbensprozess, genannt »menschliches Leben«, umfasst. Der Moment des Waffenstillstands, genannt der »Sonnenuntergang«, ist kein Frieden. Er ist nur ein Waffenstillstand. Und weil er nur ein Waffenstillstand ist, stellt er sicher, dass der Kampf schließlich zur gegebenen Zeit wieder beginnen wird. Das Fazit daraus ist, dass dieser Waffenstillstand, diese Liebe zur Welt für just einen Moment, die Absichtserklärung ist, dass Kampf immer unvermeidbar sein wird. Bruder, dein Ziel ist Erleuchtung, Christusschaft – nicht eine vorübergehende Verschnaufpause, während sich das große Rad des Leidens weiterdreht. Die vorübergehende Liebe zu was auch immer hier ist angesichts deines wahren Zwecks, deines wahren Selbst so gering, so winzig. Und dies ist der springende Punkt: die vorübergehende Liebe und das Ausruhen innerhalb dieser Welt ist nichts als ein Verzögerungsmanöver deines Ego-Selbst, um dich vom Erwachen abzuhalten.

Herz Gregor
Dieser Text ist ein wunderbares Geschenk für mich- vielen Dank Gregor, da ich mich gerade in einer
beruflich sehr hektischen Phase befinde. Dass die Verschnaufpausen, die ich mir gönne, innerhalb dieser Welt
stattfinden und ich damit auch wieder nur dem Ego auf den Leim gehe...faszinierend!
Dann macht´s doch mehr Sinn, mich gleich außerhalb der Welt auszuruhen, bei Gott, wo mir wirklicher
Frieden und (Stress)Freiheit sicher sind.
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#7
(17.02.2017, 13:23)Inge schrieb: ...
Da hilft auch kein schöner Sonnenuntergang mehr.
Was dann?

Sitze still da und betrachte die Welt, die du siehst, und sage dir: »Die wirkliche Welt ist nicht so. ...«.

Die Welt, die du siehst, muss geleugnet werden, denn sie zu sehen kostet dich eine andere Art von Schau.
...
Du willst die Welt, die du siehst, nicht wirklich, denn sie hat dich seit Anbeginn der Zeit enttäuscht.
...
Die wirkliche Welt hingegen hat die Macht, dich sogar hier zu berühren, weil du sie liebst.
...
Aus: T-13 "Die schuldlose Welt" - VII. "Das Erlangen der wirklichen Welt"


Gebäude, Straßen, Geschäfte mitsamt Menschen, die eine endlose Reihe von Dingen kaufen, die sie nicht brauchenBig Grin natürliches oder künstliches Licht, Tage oder Nächte, Helles oder Dunkles, Sonnenaufgänge oder Sonnenuntergänge, Donalds oder Hillaries, Angelas oder Martins, Sicherheitskonferenzen ...*
Es gibt keinen Verlust. Nichts gibt es ..., was nicht leuchtet und ewig leuchtet.

Die Welt der Anfänge und Enden beruht auf unserem Glauben an die Wirklichkeit von Zeit.
Die wirkliche Welt ist zeitlos. Sie ist JETZT. So ist auch "der Sonnenuntergang" JETZT - genau JETZT - Frieden. Da ist kein Nachdenken über "den Sonnenaufgang", "die Sonne", "Sonnenwinde", "Erderwärmung", "CO2" ...*
Und die oben erwähnten Dinge, die ich nicht brauche Rolleyes2 , andere aber vielleicht schon? Rolleyes2  sind auch Frieden.
*Beliebig ergänzbar. Smile
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#8
(18.02.2017, 15:56)Prentice schrieb: Dann macht´s doch mehr Sinn, mich gleich außerhalb der Welt auszuruhen, bei Gott, wo mir wirklicher
Frieden und (Stress)Freiheit sicher sind.

Hm. Wenn das nicht zu einer Vermeidungsstrategie wird ... Ich finde es nicht verwerflich, mich an einem Sonnenuntergang zu erfreuen. Solange ich das nicht nutze, den Frieden zu suchen, den die Welt nun mal nicht bieten kann, ob das nun die Karriere ist, die Suche nach dem "richtigen" Partner oder die "Erfüllung", die Kleinkinder angeblich bringen.

Herz Gregor
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#9
(18.02.2017, 17:05)G.D. schrieb: Die wirkliche Welt ist zeitlos. Sie ist JETZT. So ist auch "der Sonnenuntergang" JETZT - genau JETZT - Frieden. Da ist kein Nachdenken über "den Sonnenaufgang", "die Sonne", "Sonnenwinde", "Erderwärmung", "CO2" ...*

Dieses JETZT gefällt mir (ohne damit die Tolle-Fans auf den Plan zu rufen, ich ziehe die Kurs-Fans vor  Smile ).

In keinem einzigen Augenblick existiert der Körper überhaupt. Immer erinnert man sich an ihn oder nimmt ihn gedanklich vorweg, aber er wird nie gerade jetzt erfahren. Nur seine Vergangenheit und Zukunft lassen ihn wirklich erscheinen. Die Zeit kontrolliert ihn völlig, denn die Sünde liegt nie gänzlich in der Gegenwart ...

Es ist unmöglich, den heiligen Augenblick vorbehaltlos anzunehmen, es sei denn, du bist einen einzigen Augenblick lang gewillt, keine Vergangenheit noch Zukunft zu sehen. Du kannst dich nicht auf ihn vorbereiten, ohne ihn in die Zukunft zu verlegen ...

Du bist vorbereitet. Jetzt brauchst du dich nur daran zu erinnern, dass du nichts zu tun brauchst. Es wäre jetzt bei weitem nützlicher, dich nur darauf zu konzentrieren, als darüber nachzudenken, was du tun solltest ...

Ich brauche nichts zu tun ist eine Aussage der Treue, einer wahrhaft ungeteilten Loyalität. Glaube nur einen Augenblick daran, und du wirst mehr erreichen, als einem Jahrhundert der Kontemplation oder des Kampfes gegen die Versuchung zuteil wird.

Irgend etwas tun bezieht den Körper ein. Wenn du begreifst, dass du nichts zu tun brauchst, hast du den Wert des Körpers aus deinem Geist abgezogen. Hier ist die schnelle, offene Tür, durch die du an Jahrhunderten der Anstrengung vorbeischlüpfst und der Zeit entrinnst. Das ist der Weg, auf dem die Sünde jetzt gleich jede Anziehungskraft verliert. Denn hier wird die Zeit geleugnet, und Vergangenheit und Zukunft sind nicht mehr da. Wer nichts zu tun braucht, der braucht keine Zeit. (T-18.VII.3-7)


Tja, der Macher und die Zeit. Der Macher beschäftigt sich nur mit der Vergangenheit und der Zukunft und merkt nicht, dass JETZT verloren geht - und damit der heilige Augenblick und die wirkliche Welt.

Herz Gregor
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#10
(17.02.2017, 13:23)Inge schrieb: Das ist starker Tobak.
Und was ist, wenn man dieses Kampfes unbeschreiblich müde ist?
Wenn man nicht mehr kann, will?
Einfach krampfhaft dieses Leben weiterleben bis das Licht ausgeht -- ob man will oder nicht?
Da hilft auch kein schöner Sonnenuntergang mehr.
Was dann?

...und sie lauschte Diesem andächtig und hingebungsvoll....
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