Sonnenuntergang
#11
Setzen wir dem "starken Tobak" noch einen oben drauf, denn schließlich geht es in dem zitierten Kapitel in The Leap um die kurseigene Kompromisslosigkeit: Du kannst nur "deine Welt" sehen oder die "wirkliche Welt". GOTT oder Welt, dazwischen gibt es nichts. Beides zusammen geht auch nicht: ENTWEDER/ODER.

The Leap schrieb:Führ dir ein Kind vor Augen, das du liebst – oder irgendeine Person, die du liebst. Sieh sie, erfahre sie in deinen Gedanken ... Fühle, wie du in ihre Augen schaust, während sie diese Liebe zurückgeben. Fühle die Verbundenheit dieser besonderen Liebe, die du spürst, wenn du in ihre spezifischen Augen schaust ... Nun magst du fragen: »Wie kann diese Liebe das Gegenteil zu GOTT sein? Wie kann dieses, obwohl es innerhalb der Welt ist, etwas sein, das ich nicht will?«

... Mit dieser »weltlichen Liebe« tust du nichts anderes, als deine begrenzte menschliche Identifikation mit dem Ego-Selbst festzuschreiben. Und dennoch, diese Identifikation mit dem Ego-Selbst muss sich auflösen...

Lass uns zu deinen Vorstellungen zurückkehren: Du schaust immer noch in die Augen dessen, den du liebst. Sieh ihn. Fühle ihn. Fühle die Liebe und Wärme des Erkennens ... Jetzt, plötzlich, wartest du schon seit einer Stunde, dass er zum Abend zuhause ankommen sein sollte. Zwei Stunden, jetzt drei ... Nun klingelt das Telefon und es ist das Krankenhaus, oder die Polizei. Innerhalb deines Denkens, sieh seine Augen jetzt. Nun erfährst du von der Vergewaltigung, dem Unfall, der Identifikation mit dem Körper, die diese geliebte Person ertragen muss. In deinem Denken, sieh die Augen dessen, den du liebst, und sieh seine Augen, während er stirbt. Den Schmerz. Den absoluten Schmerz. Du spielst die Vergewaltigung und den Tod wieder und wieder in deinem Geist durch ...

Zu gegebener Zeit ist es genau das, was mit Liebe in der Welt geschieht. Sie verwandelt sich in Schmerz. Die Form des Schmerzes und des Todes mag variieren, aber er ist unvermeidlich. Und es gibt keine Grade des Todes. Entweder werden sie leiden und zuerst sterben, oder du wirst es. In jedem Fall wird einer von euch Schmerz erleiden und sterben und der andere wird Schmerz erleiden und nur für etwas längere Zeit überleben, um dann ebenfalls zu sterben. Und dann werden die, die sie lieben, im Schmerz sein und werden Schmerz und Tod wieder und wieder in ihren Gedanken durchleiden. Und dann werden sie sterben, und so weiter, und so weiter. Das ist es, was mit der besonderen weltlichen Liebe geschieht. Das ist es, was mit allen Dingen hier geschieht. In solch einer Liebe ist kein Raum für Gott. Bruder, dies ist nicht, was Leben ist.»Keine dauerhafte Liebe ist zu finden, denn es gibt hier keine. Dies ist die Welt der Zeit, in der alle Dinge enden.«Wohingegen wahres Leben ewig ist. Dies ist alles, was der Christus jemals gelehrt hat.
...
»Du kannst dich nicht mit dem Gedanken begnügen, dass die Welt wertlos ist, denn wenn du nicht siehst, dass es etwas anderes gibt, worauf du hoffen kannst, wirst du nur niedergeschlagen sein. Unsere Betonung liegt nicht darauf, die Welt aufzugeben, sondern sie gegen etwas einzutauschen, was viel befriedigender ist, erfüllt mit Freude und imstande, dir Frieden zu schenken. Denkst du, dass diese Welt dir dieses bieten kann?« (Ü-I.129:2-4)


Nein, du denkst das nicht länger. In der Zeit verwandelt sich alles hier in Leid. Du weißt das – und wir meinen ›wissen‹. Du hast das Leid hier erfahren. Du kennst es, wie du das Leid deines eigenen begrenzten Ego-Selbst kennst. Du willst die Welt jenseits von diesem – ewiges Leben.
...
Die einzige Weise, auf die du deine Lieben wahrhaftig von sicherem Leid und Tod erlösen kannst, ist, dass du selbst erwachst. Dies heißt, zu der »Welt«, die du willst, zu erwachen, dem Königreich des Himmels, nicht dem Königreich der Welt. Es wird Erlösung genannt. Es heißt, der Erlöser der Welt zu sein.
Das ist es, was der Kurs hier zu tun unterrichten will. Es ist deine Funktion. Auf diese Weise kann weltliche Liebe zu ewiger Liebe auferweckt werden.

Herz Gregor
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#12
In keinem einzigen Augenblick existiert der Körper überhaupt. Immer erinnert man sich an ihn oder nimmt ihn gedanklich vorweg, aber er wird nie gerade jetzt erfahren. Nur seine Vergangenheit und Zukunft lassen ihn wirklich erscheinen. Die Zeit kontrolliert ihn völlig, denn die Sünde liegt nie gänzlich in der Gegenwart ...


Und folgt daraus nicht, dass........ es Jetzt gar nicht gibt? Die letzte Illusion als Ausweg?
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#13
(21.02.2017, 11:30)Thomas schrieb: In keinem einzigen Augenblick existiert der Körper überhaupt. Immer erinnert man sich an ihn oder nimmt ihn gedanklich vorweg, aber er wird nie gerade jetzt erfahren. Nur seine Vergangenheit und Zukunft lassen ihn wirklich erscheinen. Die Zeit kontrolliert ihn völlig, denn die Sünde liegt nie gänzlich in der Gegenwart ...


Und folgt daraus nicht, dass........ es Jetzt gar nicht gibt? Die letzte Illusion als Ausweg?

Die Folgerung verstehe ich nicht. Meinst du, für das Ego existiert kein JETZT oder überhaupt?

Was bedeutet dann in dem Folgeabsatz die Aussage:Es ist unmöglich, den heiligen Augenblick vorbehaltlos anzunehmen, es sei denn, du bist einen einzigen Augenblick lang gewillt, keine Vergangenheit noch Zukunft zu sehen.?

Was bleibt übrig, wenn ich gewillt bin, keine Vergangenheit noch Zukunft zu sehen?

Herz Gregor
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#14
(22.02.2017, 00:08)Gregor schrieb: Meinst du, für das Ego existiert kein JETZT oder überhaupt?

Für das Ego-Denken gibt es natürlich Jetzt. Aber quasi als Punkt auf einem linearen Zeitpfeil. Was natürlich eine Illusion ist. Tatsächlich aber erinnern wir nur den Körper bzw. die Welt oder nehmen sie vorweg. Und all das findet jetzt statt. Also gibt es in dieser Traumwelt ausschließlich Jetzt (was erinnerte Vergangenheit und vorgestellte Zukunft beinhaltet), aber Jetzt existiert im zeitlichen Sinne gar nicht. Es ist alles und existiert paradoxerweise gar nicht. Also ist auch die Welt im Grunde ein Ding der Unmöglichkeit! Oder wie Nisargadatta Maharaj sagte: "Das Kind einer unfruchtbaren Frau".

Zitat:Was bedeutet dann in dem Folgeabsatz die Aussage:Es ist unmöglich, den heiligen Augenblick vorbehaltlos anzunehmen, es sei denn, du bist einen einzigen Augenblick lang gewillt, keine Vergangenheit noch Zukunft zu sehen.?

Das verstehe ich so, dass ich dann in diesem "Augenblick" erkenne, dass es keine Zeit gibt bzw. dass sie eine Illusion ist.

Zitat:Was bleibt übrig, wenn ich gewillt bin, keine Vergangenheit noch Zukunft zu sehen?

Gute Frage. Ich würde sagen, der Beobachter bzw. Entscheider, der sich seiner selbst bewusst wird, der nicht mehr ins vermeintliche Außen projiziert.

Grüße,
Thomas
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#15
(22.02.2017, 09:17)Thomas schrieb:
(22.02.2017, 00:08)Gregor schrieb: Meinst du, für das Ego existiert kein JETZT oder überhaupt?

Für das Ego-Denken gibt es natürlich Jetzt. Aber quasi als Punkt auf einem linearen Zeitpfeil. Was natürlich eine Illusion ist. Tatsächlich aber erinnern wir nur den Körper bzw. die Welt oder nehmen sie vorweg. Und all das findet jetzt statt. Also gibt es in dieser Traumwelt ausschließlich Jetzt (was erinnerte Vergangenheit und vorgestellte Zukunft beinhaltet), aber Jetzt existiert im zeitlichen Sinne gar nicht. Es ist alles und existiert paradoxerweise gar nicht. Also ist auch die Welt im Grunde ein Ding der Unmöglichkeit! Oder wie Nisargadatta Maharaj sagte: "Das Kind einer unfruchtbaren Frau".

Zitat:Was bedeutet dann in dem Folgeabsatz die Aussage:Es ist unmöglich, den heiligen Augenblick vorbehaltlos anzunehmen, es sei denn, du bist einen einzigen Augenblick lang gewillt, keine Vergangenheit noch Zukunft zu sehen.?

Das verstehe ich so, dass ich dann in diesem "Augenblick" erkenne, dass es keine Zeit gibt bzw. dass sie eine Illusion ist.

Zitat:Was bleibt übrig, wenn ich gewillt bin, keine Vergangenheit noch Zukunft zu sehen?

Gute Frage. Ich würde sagen, der Beobachter bzw. Entscheider, der sich seiner selbst bewusst wird, der nicht mehr ins vermeintliche Außen projiziert.

Pardon, aber was soll denn im JETZT noch beobachtet oder entschieden werden? Das nicht vorhandene "Äußere"? Oder gar das "Innere"? - Das, was du wirklich BIST, muss weder beobachtet werden oder einer Entscheidung unterliegen, noch muss es beobachten, entscheiden oder sonst irgendetwas machen.
GOTTseidank! Smile
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#16
(22.02.2017, 09:17)Thomas schrieb: Für das Ego-Denken gibt es natürlich Jetzt. Aber quasi als Punkt auf einem linearen Zeitpfeil. Was natürlich eine Illusion ist. Tatsächlich aber erinnern wir nur den Körper bzw. die Welt oder nehmen sie vorweg. Und all das findet jetzt statt. Also gibt es in dieser Traumwelt ausschließlich Jetzt (was erinnerte Vergangenheit und vorgestellte Zukunft beinhaltet), aber Jetzt existiert im zeitlichen Sinne gar nicht. Es ist alles und existiert paradoxerweise gar nicht. Also ist auch die Welt im Grunde ein Ding der Unmöglichkeit! Oder wie Nisargadatta Maharaj sagte: "Das Kind einer unfruchtbaren Frau".

Ich verstehe, was du meinst, mache es mir jedoch einfacher. Das Konzept der Zeit verdreht dem Ego-Verstand den Kopf, mir reicht die Aussage, dass die Zeit eine "Riesenillusion" und ein "Taschenspielertrick" ist.

Das Ego beschäftigt sich (konkret erfahrbar) ausschließlich mit Vergangenheit und Zukunft und nennt das "Jetzt", der HIMMEL ist im ewigen JETZT. Daher können sich beide nicht begegnen, es gibt nur ein Entweder/Oder. Bin ich gewillt, weder Vergangenheit und Zukunft zu sehen, ist das die wirkliche Welt, also quasi die "Simulation" des JETZT in der Illusion.

(22.02.2017, 09:17)Thomas schrieb: Ich würde sagen, der Beobachter bzw. Entscheider, der sich seiner selbst bewusst wird, der nicht mehr ins vermeintliche Außen projiziert.

Irgendwie ist dieses Sich-seiner-selbst-bewusst-Werden eines der beliebtesten und unausrottbarsten spirituellen Konzepte, die ich kenne. Smile Wozu immer wieder diese Trennung zwischen Bewusstseinsinhalt und Bewusstseinsinhaber, Wahrnehmenden und Wahrnehmung? Ist schon komisch, dass die erste Auswirkung des Trennungsgedankens, das Bewusstsein, auf einem so hohen Götzenpodest steht.

Herz Gregor
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#17
(22.02.2017, 09:37)G.D. schrieb: Pardon, aber was soll denn im JETZT noch beobachtet oder entschieden werden? Das nicht vorhandene "Äußere"? Oder gar das "Innere"? -

Die wirkliche Welt. Ob dann noch was entschieden wird... eher nicht.

Zitat:Das, was du wirklich BIST, muss weder beobachtet werden oder einer Entscheidung unterliegen, noch muss es beobachten, entscheiden oder sonst irgendetwas machen.
GOTTseidank! Smile

Klar, aber dies ist doch erst der letzte Schritt.
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#18
(22.02.2017, 23:33)Gregor schrieb: Das Ego beschäftigt sich (konkret erfahrbar) ausschließlich mit Vergangenheit und Zukunft und nennt das "Jetzt", der HIMMEL ist im ewigen JETZT. Daher können sich beide nicht begegnen, es gibt nur ein Entweder/Oder. Bin ich gewillt, weder Vergangenheit und Zukunft zu sehen, ist das die wirkliche Welt, also quasi die "Simulation" des JETZT in der Illusion.

Ja.

(22.02.2017, 09:17)Thomas schrieb: Ich würde sagen, der Beobachter bzw. Entscheider, der sich seiner selbst bewusst wird, der nicht mehr ins vermeintliche Außen projiziert.

Zitat:Irgendwie ist dieses Sich-seiner-selbst-bewusst-Werden eines der beliebtesten und unausrottbarsten spirituellen Konzepte, die ich kenne. Smile Wozu immer wieder diese Trennung zwischen Bewusstseinsinhalt und Bewusstseinsinhaber, Wahrnehmenden und Wahrnehmung? Ist schon komisch, dass die erste Auswirkung des Trennungsgedankens, das Bewusstsein, auf einem so hohen Götzenpodest steht.

Sich-seiner-selbst-bewusst-werden bedeutet für mich man-selbst-sein. Da ist für mich eben keine Trennung mehr zwischen Bewusstsein und Bewusstseinsinhalt. Dieses nicht-gespaltene Bewusstsein ist in meinem Verständnis nicht die Wahrheit dessen, was ich bin, aber das Tor dazu. Herz
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#19
Was ich mir hier bewusst werde,  kann nur das sein was zwischen "mir" (der Sohn Gottes, der sich mit dem Ego identifiziert hat) und "der Erfahrung dessen, was ich wirklich bin" steht. Es ist hilfreich, sich das bewusst zu machen, denn dann kommt es anders Licht und kann ich es als Irrtum vergeben.
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#20
(24.02.2017, 12:57)Anneke schrieb: Was ich mir hier bewusst werde,  kann nur das sein was zwischen "mir" (der Sohn Gottes, der sich mit dem Ego identifiziert hat) und "der Erfahrung dessen, was ich wirklich bin" steht. Es ist hilfreich, sich das bewusst zu machen, denn dann kommt es anders Licht und kann ich es als Irrtum vergeben.

... ans Licht ... (blöde Autokorrektur!!!)
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