Komm mit völlig leeren Handen ...
#1
Er war schon lange auf der spirituellen Suche. Als er dem Kurs begegnete, wusste er: »Das ist es!« Also begann er, das Textbuch zu lesen, aber schon nach kurzer Zeit fing er mit den Lektionen an. Er achtete auf die Erläuterungen und Anweisungen und führte die Übungen so sorgfältig wie möglich durch.

Es dauerte nicht lange und es stellten sich »spirituelle Erlebnisse« ein: kurze Stadien eines inneren Friedens, gelegentliche Gefühle des Glücks, ohne dass es einen erkennbaren Auslöser dafür gab. Da wusste er endgültig: Das ist der richtige Weg!

Für die Lektionen benötigte er etwas über ein Jahr. Danach beschloss er, am 1. Januar des Jahres erneut mit den Übungen zu beginnen und das Textbuch sowie das Handbuch vollständig und sorgfältig zu lesen. Mittlerweile hatte er die Grundprinzipien des Kurses nicht nur verstanden, sondern auch verinnerlicht. Allerdings wurden die »spirituellen Erlebnisse« seltener, insbesondere fiel er, wie er das ausdrückte, immer wieder ins Ego zurück. Es fehlte die ersehnte Nachhaltigkeit.

Die Jahre vergingen. Er war zum »professionellen« Selbstbeobachter geworden, erkannte sofort das Wirken des Ego, übernahm die Verantwortung und übergab IHM die Führung. Immer wieder. Denn er hatte verinnerlicht: Die Vergebung ist still und tut ganz ruhig gar nichts. Sie beobachtet nur und urteilt nicht. Also mischte er sich nicht ein, richtete sich auf IHN aus und gab die beobachteten Urteile IHM. Er wusste, dass er sich nur selbst verletzen konnte.

Aber kein dauerhafter Frieden stellte sich ein. Es schien vielmehr so, als wenn sich die »äußeren Umstände« kontinuierlich verschlechterten.

Da hörte er von einem angesagten spirituellen Lehrer, der in seiner Stadt für eine Veranstaltung verweilte und er ging einfach mal hin. Der Vortrag und das ganze Drumherum sagten ihm nicht zu, über diesen Zirkus wähnte er sich weit hinaus. Aber – es ergab sich für ihn die Gelegenheit, ein privates und persönliches Gespräch mit dem Lehrer zu führen. Und so schilderte er ihm seinen Werdegang, betonte dabei insbesondere seine passive Beobachterfunktion und die Nichteinmischung, seine verinnerlichte und mittlerweile »unwillkürliche« Hingabe und das weitgehende Nichturteilen. Er schilderte also seine Vergebung und fragte den Lehrer, warum sich der Frieden nicht einstellen will, im Gegenteil ...

Der Lehrer sah ihn kurz an und sagte nur: »Wirf es weg!«

»Aber das ist doch genau mein Weg, ich habe das Wertlose vom Wertvollen unter SEINER Anleitung unterschieden, ich habe das Wertlose IHM übergeben und will nur noch das Wertvolle – nach SEINER Führung. Ich habe doch schon alles weggeworfen, was bleibt denn da noch übrig?«

»Nun gut«, meinte der Lehrer und lächelte. »Dann behalte es eben.«

Herz Gregor
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#2
(16.05.2017, 21:56)Gregor schrieb: Er war schon lange auf der spirituellen Suche. Als er dem Kurs begegnete, wusste er: »Das ist es!« Also begann er, das Textbuch zu lesen, aber schon nach kurzer Zeit fing er mit den Lektionen an. Er achtete auf die Erläuterungen und Anweisungen und führte die Übungen so sorgfältig wie möglich durch.

Es dauerte nicht lange und es stellten sich »spirituelle Erlebnisse« ein: kurze Stadien eines inneren Friedens, gelegentliche Gefühle des Glücks, ohne dass es einen erkennbaren Auslöser dafür gab. Da wusste er endgültig: Das ist der richtige Weg!

Für die Lektionen benötigte er etwas über ein Jahr. Danach beschloss er, am 1. Januar des Jahres erneut mit den Übungen zu beginnen und das Textbuch sowie das Handbuch vollständig und sorgfältig zu lesen. Mittlerweile hatte er die Grundprinzipien des Kurses nicht nur verstanden, sondern auch verinnerlicht. Allerdings wurden die »spirituellen Erlebnisse« seltener, insbesondere fiel er, wie er das ausdrückte, immer wieder ins Ego zurück. Es fehlte die ersehnte Nachhaltigkeit.

Die Jahre vergingen. Er war zum »professionellen« Selbstbeobachter geworden, erkannte sofort das Wirken des Ego, übernahm die Verantwortung und übergab IHM die Führung. Immer wieder. Denn er hatte verinnerlicht: Die Vergebung ist still und tut ganz ruhig gar nichts. Sie beobachtet nur und urteilt nicht. Also mischte er sich nicht ein, richtete sich auf IHN aus und gab die beobachteten Urteile IHM. Er wusste, dass er sich nur selbst verletzen konnte.

Aber kein dauerhafter Frieden stellte sich ein. Es schien vielmehr so, als wenn sich die »äußeren Umstände« kontinuierlich verschlechterten.

Da hörte er von einem angesagten spirituellen Lehrer, der in seiner Stadt für eine Veranstaltung verweilte und er ging einfach mal hin. Der Vortrag und das ganze Drumherum sagten ihm nicht zu, über diesen Zirkus wähnte er sich weit hinaus. Aber – es ergab sich für ihn die Gelegenheit, ein privates und persönliches Gespräch mit dem Lehrer zu führen. Und so schilderte er ihm seinen Werdegang, betonte dabei insbesondere seine passive Beobachterfunktion und die Nichteinmischung, seine verinnerlichte und mittlerweile »unwillkürliche« Hingabe und das weitgehende Nichturteilen. Er schilderte also seine Vergebung und fragte den Lehrer, warum sich der Frieden nicht einstellen will, im Gegenteil ...

Der Lehrer sah ihn kurz an und sagte nur: »Wirf es weg!«

»Aber das ist doch genau mein Weg, ich habe das Wertlose vom Wertvollen unter SEINER Anleitung unterschieden, ich habe das Wertlose IHM übergeben und will nur noch das Wertvolle – nach SEINER Führung. Ich habe doch schon alles weggeworfen, was bleibt denn da noch übrig?«

»Nun gut«, meinte der Lehrer und lächelte. »Dann behalte es eben.«

Herz Gregor

Ja klar, ich hab`s! Endlich hab ichs kapiert!

Vielen, vielen Dank Gregor! Herz


























Ach nö, doch nicht. Zu früh gefreut Updown
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#3
(16.05.2017, 21:56)Gregor schrieb: ... Er schilderte also seine Vergebung und fragte den Lehrer, warum sich der Frieden nicht einstellen will, im Gegenteil ...

Der Lehrer sah ihn kurz an und sagte nur: »Wirf es weg!«

»Aber das ist doch genau mein Weg, ich habe das Wertlose vom Wertvollen unter SEINER Anleitung unterschieden, ich habe das Wertlose IHM übergeben und will nur noch das Wertvolle – nach SEINER Führung. Ich habe doch schon alles weggeworfen, was bleibt denn da noch übrig?«

»Nun gut«, meinte der Lehrer und lächelte. »Dann behalte es eben.«

Herz Gregor

Könnte fast meine Geschichte sein....
Und nun?
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"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#4
(17.05.2017, 12:23)Inge schrieb:
(16.05.2017, 21:56)Gregor schrieb: ... Er schilderte also seine Vergebung und fragte den Lehrer, warum sich der Frieden nicht einstellen will, im Gegenteil ...

Der Lehrer sah ihn kurz an und sagte nur: »Wirf es weg!«

»Aber das ist doch genau mein Weg, ich habe das Wertlose vom Wertvollen unter SEINER Anleitung unterschieden, ich habe das Wertlose IHM übergeben und will nur noch das Wertvolle – nach SEINER Führung. Ich habe doch schon alles weggeworfen, was bleibt denn da noch übrig?«

»Nun gut«, meinte der Lehrer und lächelte. »Dann behalte es eben.«

Herz Gregor

Könnte fast meine Geschichte sein....
Und nun?

...Oder auch meine. Die Frage ist: Warum willst du das "Und nun?" behalten?  Zwinker

Herz
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#5
(18.05.2017, 09:09)René schrieb: Inge
Gregor... Er schilderte also seine Vergebung und fragte den Lehrer, warum sich der Frieden nicht einstellen will, im Gegenteil ...

Der Lehrer sah ihn kurz an und sagte nur: »Wirf es weg!«

»Aber das ist doch genau mein Weg, ich habe das Wertlose vom Wertvollen unter SEINER Anleitung unterschieden, ich habe das Wertlose IHM übergeben und will nur noch das Wertvolle – nach SEINER Führung. Ich habe doch schon alles weggeworfen, was bleibt denn da noch übrig?«

»Nun gut«, meinte der Lehrer und lächelte. »Dann behalte es eben.«

Herz Gregor

Könnte fast meine Geschichte sein....
Und nun?

...Oder auch meine. Die Frage ist: Warum willst du das "Und nun?" behalten?  Zwinker

Herz


Big Grin  och, kam wohl -- aus alter Gewohnheit -- aus mir rausgeschossen -- meistens ist mir "und nun" wurscht...trotzdem schleicht sich's halt hie und da noch rein in die Stube....  Big Grin
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"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#6
Könnte die Geschichte jedes Kursschülers sein. Spätestens dann, wenn er sich die Frage stellt, wo denn der versprochene Frieden bleibt oder warum er immer noch bei irgendwelchen Anlässen verschwindet.

Oder wenn er das bisschen Zufriedenheit, das er glaubt erlangt zu haben, nicht mehr als den Frieden ansieht, von dem der Kurs spricht.

Vielleicht erinnert es sich dann an die Stelle, an der es heißt: Eine universelle Theologie ist unmöglich, aber eine universelle Erfahrung ist nicht nur möglich, sondern nötig ... Suche nur diese und lass dich nicht von der Theologie aufhalten.

Wie heißt es so schön in "The Leap": Spring! Na klar, was denn sonst.

Herz Gregor
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#7
(18.05.2017, 14:50)Gregor schrieb: Vielleicht erinnert es sich dann an die Stelle, an der es heißt: Eine universelle Theologie ist unmöglich, aber eine universelle Erfahrung ist nicht nur möglich, sondern nötig ... Suche nur diese und lass dich nicht von der Theologie aufhalten.

O wie tröstend, diese Worte mal wieder zu lesen...... Danke!
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"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#8
(18.05.2017, 14:50)Gregor schrieb: Könnte die Geschichte jedes Kursschülers sein. Spätestens dann, wenn er sich die Frage stellt, wo denn der versprochene Frieden bleibt oder warum er immer noch bei irgendwelchen Anlässen verschwindet.

Oder wenn er das bisschen Zufriedenheit, das er glaubt erlangt zu haben, nicht mehr als den Frieden ansieht, von dem der Kurs spricht.

Vielleicht erinnert es sich dann an die Stelle, an der es heißt: Eine universelle Theologie ist unmöglich, aber eine universelle Erfahrung ist nicht nur möglich, sondern nötig ... Suche nur diese und lass dich nicht von der Theologie aufhalten.

Wie heißt es so schön in "The Leap": Spring! Na klar, was denn sonst.

Herz Gregor


The Leap - der Sprung in den erleuchteten Geist habe ich bisher schätzungsweise dreimal gelesen. Das jedes Mal sehr gerne. Den darin beschriebenen "Sprung" meine ich inhaltlich einigermaßen verstanden zu haben; praktisch ist er dagegen ein Mysterium für mich geblieben. Vermutlich passt hier die heutige Tageslektion 138 Der HIMMEL ist die Entscheidung, die du treffen musst. ausgesprochen gut dazu. Allem Anschein nach bin ich davon überzeugt, dass ich diese wichtige Entscheidung noch nicht getroffen habe - noch nicht treffen will. Ich weiß nicht einmal, wie ich diese Wahl überhaupt treffen kann bzw. womit. Andererseits - schenke ich Jesus Glauben, und das will ich tun - hat er diese Entscheidung bereits für mich und für alle meine Brüder getroffen. Und da er mir immer wieder versichert, dass ich eins bin mit ihm, allem und allen, muss auch ich folglich wie er gewählt haben. Was bleibt also anderes zu tun, als mich geduldig auf den Sprung vorbereiten zu lassen?

Herz  toni
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#9
(18.05.2017, 14:50)Gregor schrieb: Könnte die Geschichte jedes Kursschülers sein. Spätestens dann, wenn er sich die Frage stellt, wo denn der versprochene Frieden bleibt oder warum er immer noch bei irgendwelchen Anlässen verschwindet.

Oder wenn er das bisschen Zufriedenheit, das er glaubt erlangt zu haben, nicht mehr als den Frieden ansieht, von dem der Kurs spricht.

Vielleicht erinnert es sich dann an die Stelle, an der es heißt: Eine universelle Theologie ist unmöglich, aber eine universelle Erfahrung ist nicht nur möglich, sondern nötig ... Suche nur diese und lass dich nicht von der Theologie aufhalten.

Wie heißt es so schön in "The Leap": Spring! Na klar, was denn sonst.

Herz Gregor

Hallo Gregor, seit die Sätze hier stehen, denke ich: wenn das mal nicht  punktgenau auf mich passt!
 Lass ich mich doch allzu gern von "...ogien" aufhalten, ablenken, umleiten. Auch, wer was sagt, ob lebendig oder tot, ob hier oder anderswo. Nicht zu reden davon, dass ich ständig meine eigene Interpretation einsetze, was genau Frieden ist und wie er sich anzufühlen hat.... Rolleyes2

Ich würde gern wieder voll mitlesen dürfen.
Nicht schreiben. Die Schreibastinenz tut mir grundsätzlich gut. Da hab ich mehr Raum zum Nachspüren und Gelegenheit, mich auf die "universelle Erfahrung" auszurichten statt zu disputieren. Schön, dass es das Forum noch gibt. Ist ja doch eine Art Anker.
Viele Grüße Smile
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#10
(16.05.2017, 21:56)Gregor schrieb: Er war schon lange auf der spirituellen Suche. Als er dem Kurs begegnete, wusste er: »Das ist es!« Also begann er, das Textbuch zu lesen, aber schon nach kurzer Zeit fing er mit den Lektionen an. Er achtete auf die Erläuterungen und Anweisungen und führte die Übungen so sorgfältig wie möglich durch.

Es dauerte nicht lange und es stellten sich »spirituelle Erlebnisse« ein: kurze Stadien eines inneren Friedens, gelegentliche Gefühle des Glücks, ohne dass es einen erkennbaren Auslöser dafür gab. Da wusste er endgültig: Das ist der richtige Weg!

Für die Lektionen benötigte er etwas über ein Jahr. Danach beschloss er, am 1. Januar des Jahres erneut mit den Übungen zu beginnen und das Textbuch sowie das Handbuch vollständig und sorgfältig zu lesen. Mittlerweile hatte er die Grundprinzipien des Kurses nicht nur verstanden, sondern auch verinnerlicht. Allerdings wurden die »spirituellen Erlebnisse« seltener, insbesondere fiel er, wie er das ausdrückte, immer wieder ins Ego zurück. Es fehlte die ersehnte Nachhaltigkeit.

Die Jahre vergingen. Er war zum »professionellen« Selbstbeobachter geworden, erkannte sofort das Wirken des Ego, übernahm die Verantwortung und übergab IHM die Führung. Immer wieder. Denn er hatte verinnerlicht: Die Vergebung ist still und tut ganz ruhig gar nichts. Sie beobachtet nur und urteilt nicht. Also mischte er sich nicht ein, richtete sich auf IHN aus und gab die beobachteten Urteile IHM. Er wusste, dass er sich nur selbst verletzen konnte.

Aber kein dauerhafter Frieden stellte sich ein. Es schien vielmehr so, als wenn sich die »äußeren Umstände« kontinuierlich verschlechterten.

Da hörte er von einem angesagten spirituellen Lehrer, der in seiner Stadt für eine Veranstaltung verweilte und er ging einfach mal hin. Der Vortrag und das ganze Drumherum sagten ihm nicht zu, über diesen Zirkus wähnte er sich weit hinaus. Aber – es ergab sich für ihn die Gelegenheit, ein privates und persönliches Gespräch mit dem Lehrer zu führen. Und so schilderte er ihm seinen Werdegang, betonte dabei insbesondere seine passive Beobachterfunktion und die Nichteinmischung, seine verinnerlichte und mittlerweile »unwillkürliche« Hingabe und das weitgehende Nichturteilen. Er schilderte also seine Vergebung und fragte den Lehrer, warum sich der Frieden nicht einstellen will, im Gegenteil ...

Der Lehrer sah ihn kurz an und sagte nur: »Wirf es weg!«

»Aber das ist doch genau mein Weg, ich habe das Wertlose vom Wertvollen unter SEINER Anleitung unterschieden, ich habe das Wertlose IHM übergeben und will nur noch das Wertvolle – nach SEINER Führung. Ich habe doch schon alles weggeworfen, was bleibt denn da noch übrig?«

»Nun gut«, meinte der Lehrer und lächelte. »Dann behalte es eben.«

Herz Gregor

Ha!
Katzen sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet - über dem 70. Breitengrad kommen Katzen gar nicht vor.
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