"Sommer in Orange"
#51
(25.07.2017, 11:14)G.D. schrieb:
(24.07.2017, 09:32)Marie schrieb: Wenn wir aufhören wollen uns mit dem Körper zu identifizieren, müssen wir aufhören, uns mit den Eigenschaften des Körpers zu identifizieren.   Nur wenn man dem Geist die Eigenschaften des Körpers zuweist, scheint Trennung möglich zu sein. (Kapitel 18, VI.3:2)

In Lektion 91 giibt es eine schöne Übung dazu:

Wenn du kein Körper bist, was bist du dann? Frage dies in aller Ehrlichkeit, und dann verwende einige Minuten darauf, deine irrigen Gedanken über deine Eigenschaften berichtigen und deren Gegenteil an ihre Stelle treten zu lassen. Sage beispielsweise:

Ich bin nicht schwach, sondern stark.
Ich bin nicht hilflos, sondern sehr mächtig.
Ich bin nicht begrenzt, sondern unbegrenzt.
Ich habe keine Zweifel, sondern bin sicher.
Ich bin keine Illusiion, sondern eine Wirklichkeit.
In der Dunkelheit kann ich nicht sehen, aber im Licht.

Versuche im zweiten Teil der Übung, diese Wahrheiten über dich zu erleben. Konzentriere dich insbesondere auf die Erfahrung der Stärke. Erinnere dich, dass mit jedem Schwächegefühl die Überzeugung einhergeht, dass du ein Körper bist, eine Überzeugung, die irrig ist und keinen Glauben verdient. Versuche, ihr deinen Glauben zu entziehen, und sei es nur für einen Augenblick.
  (Lektion 91, Abschnitt 8,9).

Es ist ganz wichtig, dass wir die Stärke des Geistes für einen Augenblick fühlen können, denn du musst etwas fühlen können, auf das du deinen Glauben setzen kannst, wenn du ihn dem Körper entziehst.  (Lektion 91, Abschnitt 7:3)

Der Körper an sich ist überhaupt kein Problem und verursacht keine Trennung. Vielmehr ist der Körper laut Kurs das Mittel, durch das wir hier auf der Erde zu Gott zurückfinden. Wenn wir den Körper zur Kommunikation mit Gott verwenden (Meditation/Gebet) und zur Kommunikation mit unseren Brüdern und Schwestern (Liebe ausdehnen), dann ist der Körper heilig.

Nun ist der Körper heilig. Nun dient er dazu, den Geist zu heilen, den zu töten er gemacht ward.  (Übungsbuch Seite 426, Abschnitt 4:4,5)

Hoffe, es war okay, die jeweiligen Kurs-Zitate als solche noch einmal etwas deutlicher hervorzuheben. Tippen

Klar verursacht "der Körper" keine Trennung. Wie könnte etwas, das gar nicht wirklich existent ist, auch etwas bewirken!
Wer ist "der Geist", der allem eine "Bedeutung" zu geben scheint?  Rolleyes2   (vgl. auch H-8.3)


Hallo G.D.,


velen Dank, dass du die Kurs-Zitate deutlich gekennzeichnet hast. Ich wusste nicht, wie das geht.

Ich weiß nicht genau, ob ich deine Frage richtig verstehe. Ich versuche mal, so gut ich kann, was dazu zu sagen, aber vielleicht bin ich am Thema vorbei:

Der "Geist", der sich mit dem Körper und seinen Eigenschaften identifiziert, der sich deshalb schwach und angreifbar fühlt, und der deshalb aus Angst auf die scheinbar äußere Welt mit Abwehr und Verurteilung reagiert, dieser "Geist" ist das Ego. Der andere Teil unseres Geistes, der immer noch weiß, dass wir in Wirklichkeit keine Körper sind, ist der HEILIGE GEIST in uns.  So verstehe ich das jedenfalls.

Dass der Körper ein Teil des Traumes ist, ist wohl wahr. Aber er spielt doch eine sehr große Rolle im ganzen Prozess des Erwachens und er wird ja auch im Kurs an einigen Stellen als heilig bezeichnet.

Nutze ihn dazu, das WORT GOTTES zu denjenigen zu bringen, die es nicht haben, und der Körper wird heilig. Weil er heilig ist, kann er nicht krank sein, noch kann er sterben. Wenn seine Nützlichkeit vorüber ist, wird er abgelegt, und das ist alles.
(Handbuch für Lehrer, Kapitel 12, Absatz 5:5,6)

Vielleicht wolltest du aber auf etwas ganz anderes hinaus ??
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#52
(24.07.2017, 09:32)Marie schrieb: Wenn wir aufhören wollen uns mit dem Körper zu identifizieren, müssen wir aufhören, uns mit den Eigenschaften des Körpers zu identifizieren.

...

Es ist ganz wichtig, dass wir die Stärke des Geistes für einen Augenblick fühlen können, denn "du musst etwas fühlen können, auf das du deinen Glauben setzen kannst, wenn du ihn dem Körper entziehst."  (Lektion 91, Abschnitt 7:3)

Es gibt sicherlich die unabdingbaren Lernphasen, in denen ein Müssen, Schaffen, Sollen eine wichtige Rolle spielt. Mal mag das Fühlen wichtig sein, mal das Nachdenken über das Gesagte, mal die Intuition. Der Kurs geht eben nicht den Weg z.B. des (Neo-)Advaita, des Dzogchen oder des (Soto-)Zen, sein Ziel unmittelbar ohne jegliche Berücksichtigung von "Entwicklungsphasen" und ohne "theoretischen Hintergrund" zu erreichen. Diese Unmittelbarkeit kann sehr schwierig sein, denn wer wirft schon einfach alles auf einmal weg. Ich kenne genügend Fälle, dass dies zu einem "Phrasennihilismus" aus selbst gebastelten Konzeptfragmenten führt.

Aber auch beim Kurs kommt früher oder später der Punkt, es anders sehen zu wollen, nicht, es anders haben zu wollen. An diesem Punkt bleibt nichts anderes übrig, als den Aussagen des Kurses über das "Ich" und "Du", mein Bild von MIR, und seinem Symbol, dem Körper, zu vertrauen. Nur dieses "Ich" muss, schafft oder schafft nicht, soll, fühlt oder hat private Gedanken. Es will niemals etwas "nur" anders sehen, es will anders haben. Darum drehen sich seine Urteile, Angriffe, Ängste, Schuldzuweisungen, Verteidigungen, Selbstsabotagen, Selbstzerstörungen - und spirituelle Übungen.

Das Ziel des Kurses ist aber keine Veränderung, kein anderer Zustand, kein Erreichen von etwas anderem. Es ist ein Sein. Kein Tun. Ein (Wieder-)Erkennen. Das kann den erwähnten Punkt ganz schön in die Länge ziehen, denn das ist für den bisherigen Macher unbegreiflich.

Herz Gregor
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#53
(25.07.2017, 21:53)Gregor schrieb: Aber auch beim Kurs kommt früher oder später der Punkt, es anders sehen zu wollen, nicht, es anders haben zu wollen. An diesem Punkt bleibt nichts anderes übrig, als den Aussagen des Kurses über das "Ich" und "Du", mein Bild von MIR, und seinem Symbol, dem Körper, zu vertrauen. Nur dieses "Ich" muss, schafft oder schafft nicht, soll, fühlt oder hat private Gedanken. Es will niemals etwas "nur" anders sehen, es will anders haben. Darum drehen sich seine Urteile, Angriffe, Ängste, Schuldzuweisungen, Verteidigungen, Selbstsabotagen, Selbstzerstörungen - und spirituelle Übungen.

Das Ziel des Kurses ist aber keine Veränderung, kein anderer Zustand, kein Erreichen von etwas anderem. Es ist ein Sein. Kein Tun. Ein (Wieder-)Erkennen. Das kann den erwähnten Punkt ganz schön in die Länge ziehen, denn das ist für den bisherigen Macher unbegreiflich.

Herz Gregor

Oh ja, das sind die Schlüsselaussagen! 
Danke sehr, Gregor, für diese deine klare Darstellung.  Herz
Und was das in-die-Länge-ziehen anbelangt: nur mit hochroter Birne könnte ich bekennen, wie lange es gedauert hat, bis obiges Verstehen allmählich zu dämmern anfing....eben im Schneckentempo....  Big Grin
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"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#54
(25.07.2017, 21:53)Gregor schrieb: Das Ziel des Kurses ist aber keine Veränderung, kein anderer Zustand, kein Erreichen von etwas anderem. Es ist ein Sein. Kein Tun. Ein (Wieder-)Erkennen. Das kann den erwähnten Punkt ganz schön in die Länge ziehen, denn das ist für den bisherigen Macher unbegreiflich.

Herz Gregor

Ja, danke, das ist sicher richtig.
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