Lektion 268 (25. September)
#1
Die Lektion↗ klingt beim ersten Lesen wie die populäre Formel "Let it be" (Lass es geschehen; lasse es zu; gib dich den auftauchenden und verschwindenden Erscheinungen/Ereignissen hin; ...), die sich in "einschlägigen" spirituellen Lehren findet. Nahezu automatisch leitet sich daraus eine Art von Übung oder "Reaktionsmuster" auf die Erscheinungen der Welt ab (auch mal gerne "Erscheinungen im Bewusstsein" genannt):

Begegne den Ereignissen (Sinneseindrücke, körperliche Empfindungen, Gedanken, Gefühle, ...) möglichst "neutral", also losgelöst von vorhandenen Vorstellungen und den damit verbundenen Gefühlen, Einordnungen und Urteilen. Oder verhalte dich wie ein unbeteiligter Beobachter. Nimm das, was geschieht, einfach nur als das, was geschieht - ohne etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen, unmittelbar und direkt. Warum? Das hat je nach spiritueller Richtung durchaus unterschiedliche Gründe:

Es kann z.B. heißen, dass es kein eigenständiges und abgegrenztes "Selbst" gibt, das die Dinge wahrnimmt, da ist nur das Geschehen an sich. Damit wird Angst in jeglicher Form zu einem "Geschenk": Sie dient deinem Schutz. Das ist der Zweck der Angst, dazu ist sie da. Betrachtest du die Angst, gehst mitten hinein, statt sie aus Angst vor der Angst loswerden zu wollen, lässt sie dir sagen, was sie zu sagen hat - dann stellst du fest, dass es gar nichts zu schützen gibt, da es kein Selbst gibt, dass Schutz benötigt. Das einzige, was existiert, ist das Geschehen selbst - nichts weiter, insbesondere kein Selbst, "dem" etwas geschieht.

Es könnte auch heißen, dass jedes Ereignis, jedes Gefühl, jeder Gedanke eine Entfaltung des Universums ist. Es ist das, was das Universum gerade hier und jetzt tut. Es ist der Wille des Universums und damit auch "mein" Wille, denn "ich" habe keinen vom Universum getrennten Willen, da "ich" das Universum bin. Alle Geschehnisse sind Ausdruck der Entfaltung des Universums, also "meine" Entfaltung. Da ist kein Grund für das, was wir "Leiden" nennen.

Und da kommt nun der Leitgedanke der heutigen Lektion:

Lass alle Dinge genau so sein, wie sie sind.
Klingt exakt so, wie oben beschrieben. Und hat mit dem, was oben beschrieben ist, nicht wirklich sehr viel zu tun - wenn man es im Zusammenhang mit dem Kurs und den bisherigen Lektionen betrachtet sowie die Lektion komplett liest - statt sofort auf Gemeinsamkeiten auf zuspringen und daraus vorschnell irgendwelche "Handlungs-" oder "Übungsanweisungen" abzuleiten, um die es in dieser Lektion gar nicht geht. Anders ausgedrückt: Das, was ich oben beschrieben habe, ist nicht der Kurs - ohne jede Wertung vorzunehmen.

Denn in dieser Lektion geht es darum, sich (als eigenständiges "Selbst" oder empfundenes "Ich" oder "Ego" oder "Geist (mind)" oder "Beobachter") nicht in die Schöpfung einzumischen (spätestens seit der Quantentheorie weiß man, dass sich der Beobachter immer einmischt). Mit der Welt, ihren Dingen und Geschehnissen hat das insofern nichts zu tun, dass diese bedeuten,sie [die Schöpfung] zu kranken Formen zu verzerren. (1:2) Wir lassen die Welt sein, was sie ist - bedeutungslos. Denn unser Ziel ist ein anderes:Nur die Wirklichkeit ist frei von Schmerz. Nur die Wirklichkeit ist frei von Verlust. Nur die Wirklichkeit ist gänzlich sicher. Und nur dies suchen wir heute.

Wie diese Suche vonstatten geht, ist an vielen Stellen des Kurses beschrieben, im Textbuch wie in den späten Erläuterungen des Übungsbuches (schließlich befinden wir uns im Teil II der Lektionen). Am eindrücklichsten finde ich dazu die Schilderungen zum Unterschied zwischen "Vergebung-zum-Zerstören" (die missverständliche Vergebung, bei der sich ein "Ich" einmischt, das "vergibt") und der "Vergebung-zum-Erlösen" im "Lied des Gebets" der Ergänzungen:

SEINE STIMME wird dich lehren, was Vergebung ist und wie du sie geben sollst, so wie sie nach SEINEM WILLEN sein soll. So suche denn nicht zu verstehen, was noch jenseits von dir liegt, sondern lass es eine Art sein, dich dort hinaufzuziehen, wo CHRISTI Augen zu der Sicht werden, die du wählst. Gib alles andere auf, denn es gibt nichts anderes. Wenn jemand in irgendeiner Form um Hilfe ruft, ist ER DERJENIGE, DER für dich Antwort geben wird. Das einzige, was du zu tun brauchst, ist, zurückzutreten und dich nicht einzumischen. Die Vergebung-zum-Erlösen ist SEINE Aufgabe, und ER ist es, DER für dich antworten wird.

Das ist der Weg des Kurses, um von den Ich-bezogenen Praxis-Phasen der Entwicklung des Vertrauens zur Ich-freien Phase der Vollendung, zur wirklichen Welt zu führen.

Herz Gregor
Antworten
#2
(23.07.2017, 17:11)Gregor schrieb:
Zitat:
(23.07.2017, 17:11)Gregor schrieb: Die Lektion↗ klingt beim ersten Lesen wie die populäre Formel "Let it be" (Lass es geschehen; lasse es zu; gib dich den auftauchenden und verschwindenden Erscheinungen/Ereignissen hin; ...), die sich in "einschlägigen" spirituellen Lehren findet. Nahezu automatisch leitet sich daraus eine Art von Übung oder "Reaktionsmuster" auf die Erscheinungen der Welt ab (auch mal gerne "Erscheinungen im Bewusstsein" genannt):

Begegne den Ereignissen (Sinneseindrücke, körperliche Empfindungen, Gedanken, Gefühle, ...) möglichst "neutral", also losgelöst von vorhandenen Vorstellungen und den damit verbundenen Gefühlen, Einordnungen und Urteilen. Oder verhalte dich wie ein unbeteiligter Beobachter. Nimm das, was geschieht, einfach nur als das, was geschieht - ohne etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen, unmittelbar und direkt. Warum? Das hat je nach spiritueller Richtung durchaus unterschiedliche Gründe:

Es kann z.B. heißen, dass es kein eigenständiges und abgegrenztes "Selbst" gibt, das die Dinge wahrnimmt, da ist nur das Geschehen an sich. Damit wird Angst in jeglicher Form zu einem "Geschenk": Sie dient deinem Schutz. Das ist der Zweck der Angst, dazu ist sie da. Betrachtest du die Angst, gehst mitten hinein, statt sie aus Angst vor der Angst loswerden zu wollen, lässt sie dir sagen, was sie zu sagen hat - dann stellst du fest, dass es gar nichts zu schützen gibt, da es kein Selbst gibt, dass Schutz benötigt. Das einzige, was existiert, ist das Geschehen selbst - nichts weiter, insbesondere kein Selbst, "dem" etwas geschieht.

Es könnte auch heißen, dass jedes Ereignis, jedes Gefühl, jeder Gedanke eine Entfaltung des Universums ist. Es ist das, was das Universum gerade hier und jetzt tut. Es ist der Wille des Universums und damit auch "mein" Wille, denn "ich" habe keinen vom Universum getrennten Willen, da "ich" das Universum bin. Alle Geschehnisse sind Ausdruck der Entfaltung des Universums, also "meine" Entfaltung. Da ist kein Grund für das, was wir "Leiden" nennen.

Und da kommt nun der Leitgedanke der heutigen Lektion:

Lass alle Dinge genau so sein, wie sie sind.
Klingt exakt so, wie oben beschrieben. Und hat mit dem, was oben beschrieben ist, nicht wirklich sehr viel zu tun - wenn man es im Zusammenhang mit dem Kurs und den bisherigen Lektionen betrachtet sowie die Lektion komplett liest - statt sofort auf Gemeinsamkeiten auf zuspringen und daraus vorschnell irgendwelche "Handlungs-" oder "Übungsanweisungen" abzuleiten, um die es in dieser Lektion gar nicht geht. Anders ausgedrückt: Das, was ich oben beschrieben habe, ist nicht der Kurs - ohne jede Wertung vorzunehmen.

Denn in dieser Lektion geht es darum, sich (als eigenständiges "Selbst" oder empfundenes "Ich" oder "Ego" oder "Geist (mind)" oder "Beobachter") nicht in die Schöpfung einzumischen (spätestens seit der Quantentheorie weiß man, dass sich der Beobachter immer einmischt). Mit der Welt, ihren Dingen und Geschehnissen hat das insofern nichts zu tun, dass diese bedeuten,sie [die Schöpfung] zu kranken Formen zu verzerren. (1:2) Wir lassen die Welt sein, was sie ist - bedeutungslos. Denn unser Ziel ist ein anderes:Nur die Wirklichkeit ist frei von Schmerz. Nur die Wirklichkeit ist frei von Verlust. Nur die Wirklichkeit ist gänzlich sicher. Und nur dies suchen wir heute.

Wie diese Suche vonstatten geht, ist an vielen Stellen des Kurses beschrieben, im Textbuch wie in den späten Erläuterungen des Übungsbuches (schließlich befinden wir uns im Teil II der Lektionen). Am eindrücklichsten finde ich dazu die Schilderungen zum Unterschied zwischen "Vergebung-zum-Zerstören" (die missverständliche Vergebung, bei der sich ein "Ich" einmischt, das "vergibt") und der "Vergebung-zum-Erlösen" im "Lied des Gebets" der Ergänzungen:

SEINE STIMME wird dich lehren, was Vergebung ist und wie du sie geben sollst, so wie sie nach SEINEM WILLEN sein soll. So suche denn nicht zu verstehen, was noch jenseits von dir liegt, sondern lass es eine Art sein, dich dort hinaufzuziehen, wo CHRISTI Augen zu der Sicht werden, die du wählst. Gib alles andere auf, denn es gibt nichts anderes. Wenn jemand in irgendeiner Form um Hilfe ruft, ist ER DERJENIGE, DER für dich Antwort geben wird. Das einzige, was du zu tun brauchst, ist, zurückzutreten und dich nicht einzumischen. Die Vergebung-zum-Erlösen ist SEINE Aufgabe, und ER ist es, DER für dich antworten wird.

Das ist der Weg des Kurses, um von den Ich-bezogenen Praxis-Phasen der Entwicklung des Vertrauens zur Ich-freien Phase der Vollendung, zur wirklichen Welt zu führen.

Herz Gregor

wunderbar ! Danke !
Herz Franziska
Antworten
#3
(25.07.2017, 13:44)Franziska schrieb: wunderbar ! Danke !
Herz Franziska

Genau das dachte und fühlte ich beim Lesen von Gregors Beitrag auch.
Danke Franziska, dass du es so treffend formuliert hast.

Herz  toni
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