Wie "funktioniert" der Kurs?
#1
Aus einigen Beiträgen in einem andern Thread scheint hervorzugehen, dass es einigen von uns unklar ist, wie (bzw. ob!) der Kurs funktioniert. “Funktioniert” er überhaupt?

Ich selbst habe schon längst aufgegeben, diese Frage zu stellen, denn ich bin zu der Einsicht gekommen, dass es eine Frage ist, deren etwaige Antwort (falls es eine solche überhaupt geben sollte) nicht nur ein mords Hindernis ist, in die Irre führen, usowie eine ausgesprochenes Zweifelsphase auslösen kann. Ausserdem: ist eine solche Frage nicht automatisch mit einer gewissen Erwartung/Vorstellung verknüpft, die allein schon ein Hindernis ist?

Wie schon x-mal über die Jahre hinweg -- und in diversen Variationen -- erwähnt, das Verstehen des Kurses kommt einfach (und allmählich) erst durch die lebendige Erfahrung, also durch die praktische Anwendung in unserem täglichen Leben — so wie dies eigentlich der Fall mit jeder spirituellen Lehre ist. Ein intellektuelles Verstehen ist zwar schön und gut, aber zu einem wirklichen Verstehen reicht’s wohl nicht. Wenn der Kurs  nicht "funktioniert", ist das bloss ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass es irgendwo eine Blockade gibt (d.h. eine Egoeinmischung), die ans Tageslicht (Vergebung) drängt.

Es gäbe hierzu noch einiges mehr zu sagen, doch will ich’s mit dieser Ouvertüre vorerst belassen. Vielleicht bringt dieses Thema wieder frisches Leben in die Bude!

PS: nun hoffe ich, dass dieser Text schwierigkeitslos lesbar ist, da er woanders ursprünglich entworfen und dann hier reinkopiert wurde.
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"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#2
(02.10.2017, 12:22)Inge schrieb: Aus einigen Beiträgen in einem andern Thread scheint hervorzugehen, dass es einigen von uns unklar ist, wie (bzw. ob!) der Kurs funktioniert. “Funktioniert” er überhaupt?

Ich selbst habe schon längst aufgegeben, diese Frage zu stellen, denn ich bin zu der Einsicht gekommen, dass es eine Frage ist, deren etwaige Antwort (falls es eine solche überhaupt geben sollte) nicht nur ein mords Hindernis ist, in die Irre führen, usowie eine ausgesprochenes Zweifelsphase auslösen kann. Ausserdem: ist eine solche Frage nicht automatisch mit einer gewissen Erwartung/Vorstellung verknüpft, die allein schon ein Hindernis ist?

Hmm. Ich weiß nicht. Also ich würde mich mit dem Kurs nicht befassen, ihn weder studieren noch praktizieren, wenn ich nicht eine gewisse Erwartung und Hoffnung damit verbinden würde, dass der HL. GEIST mich durch ihn zum Frieden GOTTES führen wird, oder noch unspezifischer, dass es mir mit ihm und durch ihn besser gehen wird. Dazu muss ich nicht wissen, wie der Kurs funktioniert, aber ich muss ihm ein gewisses Vertrauen oder Glauben entgegenbringen, dass er funktioniert. Dieser Glaube braucht nicht vollkommen zu sein, ER wird meine geringste Bereitschaft, mich auf IHN einzulassen, nutzen.
Ich vermute mal, dass wir anfangs auch gar nicht anders können, als uns bestimmte Erwartungen/Vorstellungen vom Ergebnis zu machen, weil wir das so gewohnt sind. Hinderlich werden diese nur dann, wenn wir nicht bereit sind, uns auf dem Weg ent-täuschen und unsere Erwartung von unseren damit verbundenen konkreten Vorstellungen zu einer Haltung bedingungslosen Vertrauens befreien zu lassen.

Das sind so die Gedanken, die mir dazu in den Sinn gekommen sind. Ich glaube: Ja, die Frage, ob der Kurs "funktioniert", ist sinnvoll, wenn sie wie oben dazu dient, mir bewusst zu machen, was SEIN Job und was mein "kleiner" Beitrag dazu ist.

Herz  Stephan
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#3
(03.10.2017, 07:11)Stephan schrieb: Hmm. Ich weiß nicht. Also ich würde mich mit dem Kurs nicht befassen, ihn weder studieren noch praktizieren, wenn ich nicht eine gewisse Erwartung und Hoffnung damit verbinden würde, dass der HL. GEIST mich durch ihn zum Frieden GOTTES führen wird, oder noch unspezifischer, dass es mir mit ihm und durch ihn besser gehen wird. Dazu muss ich nicht wissen, wie der Kurs funktioniert, aber ich muss ihm ein gewisses Vertrauen oder Glauben entgegenbringen, dass er funktioniert. Dieser Glaube braucht nicht vollkommen zu sein, ER wird meine geringste Bereitschaft, mich auf IHN einzulassen, nutzen.
Ich vermute mal, dass wir anfangs auch gar nicht anders können, als uns bestimmte Erwartungen/Vorstellungen vom Ergebnis zu machen, weil wir das so gewohnt sind. Hinderlich werden diese nur dann, wenn wir nicht bereit sind, uns auf dem Weg ent-täuschen und unsere Erwartung von unseren damit verbundenen konkreten Vorstellungen zu einer Haltung bedingungslosen Vertrauens befreien zu lassen.

Das sind so die Gedanken, die mir dazu in den Sinn gekommen sind. Ich glaube: Ja, die Frage, ob der Kurs "funktioniert", ist sinnvoll, wenn sie wie oben dazu dient, mir bewusst zu machen, was SEIN Job und was mein "kleiner" Beitrag dazu ist.

Danke dir, Stephan. Ich habe zu dem, was du hier sagst, absolut kein Gegen-Argument.  Smile
Offensichtlich habe ich mich mal wieder unklar ausgedrückt. Die Frage hätte vermutlich so sein sollen:
Wieso funktioniert der Kurs für mich nicht? Dies habe ich jedenfalls aus verschiedenen Beiträgen herausgelesen.
Wenn man so fragt, schliesst dies doch eine gewisse Vorstellung ein, wie er funktionieren sollte, meinst du nicht?

Da will ich mal lieber bei mir anfangen. Wenn der Kurs für mich nicht zu "funktionieren" scheint, ist es, weil ich die Lektionen nicht rigoros praktiziere -- dauernd vergesse ich sie im Verlauf eines Tages. (Wenn man auf die 80 zuschleicht, wird man halt vergesslicher Big Grin -- doch auch in jüngeren Jahren war es so...) Noch viel zu oft falle ich auf die Ego-Manöver rein und lass mich von ihnen umwickeln. Unglaublich, das. Wenn der Kurs bei mir funktioniert, merke ich es daran, wenn mich ein leiser Friede umgibt, sobald ich eine Lektion tatsächlich anwende.

Ansonsten wird mir dieser Tage etwas klar, das ich mir noch nie getraut habe, hier laut zu sagen: ich habe eine ausgesprochene Aversion zu der "christlichen" Sprache des Kurses.  Sad Da stecke ich fest und komme einfach nicht 'raus. Weiss nicht, ob das damit zu tun haben mag, dass ich Ex-Katholikin bin (allerdings schon mit 16 aus der Kirche ausgetreten)?  Dies mag wohl dazu beitragen, dass der Kurs bei mir nicht (immer) zu funktionieren scheint. Die Lehre als solche sehe ich als universell, es ist bloss die "Kleidung", die mich mitunter stört und gegen den Strich geht. Da hebt wohl das Ego sein hässliches Haupt.......? Ich sehe da nicht klar. Andrerseits spüre ich oftmals eine unerklärliche Liebe zu Jesus. Da soll noch einer mitkommen......
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#4
Liebe Inge,

Was meinst du mit „nicht rigoros“ praktizieren.
Nirgendwo steht, dass du lebenslänglich nun jeden Tag die Lektionen durchführen sollst. Ich tue das auch nicht, sehe darin allerdings nicht die Ursache für mein zeitweiliges Problem zu glauben, der Kurs funktioniere nicht.
Im Kurs selbst stört mich der Sprachgebrauch nicht. Mich stört eher die Tatsache, dass es Unmengen von Kurslehrern gibt, die diese Sprache, ein wenig abgewandelt, in ihren täglichen Kommentaren nutzen.

Herz
Susanne
„Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, o Herr.“ Augustinus
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#5
Liebe Inge,

ich lese die Lektionen auf dem Handy fast täglich, zumindest den Leitsatz und schwupps weg.
Wenn ich mich still hinsetze zb. beim Kinder schlafen legen, schlafe ich tief und fest ein, letztens hams se mich im ganzen Haus gesucht und dachten, die ist schon weg, hätte um 12 Uhr gehen dürfen und als sie mich schlafend fanden, haben sie mich gelassen. So kam ich erst um 13 Uhr raus.
So kanns nicht gemeint sein, pausenlos praktizieren, das wäre irgendwie schon fast Missbrauch an mir selber, damit tue ich mir nix Gutes wenn mir dann die ganzen Gelegenheiten einfallen, wo ich was verpasst hab.
Knüppel aus dem Sack, wer kennt das noch?
Mein letzter Kurs ist im Müll gelandet, die anderen Bücher hab ich vor der Mülltonne platziert.
Er hatte keinen Einband mehr und sah auch ramponiert aus und ich wollte das niemand antun Updown
Der jetzige guckt aus wie ein Paket, mit Paketband verschönert.
Wir wissen nicht wo wir stehen oder?
Der Kurs wird schon funktionieren, nur halt anders als ich denke.
Und die Wand vor der ich stehe oder zu stehen meine, wird vielleicht mal ein Brösel verlieren oder zusammenkrachen oder gar nicht da sein, weil sie sich aufgelöst hat..
sam ma wieda liab mit uns:-)
Miau

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#6
(02.10.2017, 12:22)Inge schrieb: das Verstehen des Kurses kommt einfach (und allmählich) erst durch die lebendige Erfahrung, also durch die praktische Anwendung in unserem täglichen Leben — so wie dies eigentlich der Fall mit jeder spirituellen Lehre ist.

Praktische Anwendung ist der Schlüssel zum Funktionieren des Kurses. 
Für mich bedeutet praktische Anwendung die Erinnerung an unsere wahre Natur, wenn es vordergründig um Meinungsverschiedenheiten zu gehen oder die Welt mal wieder aus den Fugen zu geraten scheint. 

Herz
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#7
(03.10.2017, 17:16)Siboa schrieb: Liebe Inge,

Was meinst du mit „nicht rigoros“ praktizieren.
Nirgendwo steht, dass du lebenslänglich nun jeden Tag die Lektionen durchführen sollst. Ich tue das auch nicht, sehe darin allerdings nicht die Ursache für mein zeitweiliges Problem zu glauben, der Kurs funktioniere nicht.
Im Kurs selbst stört mich der Sprachgebrauch nicht. Mich stört eher die Tatsache, dass es Unmengen von Kurslehrern gibt, die diese Sprache, ein wenig abgewandelt, in ihren täglichen Kommentaren nutzen.

Herz
Susanne

Das ist Störung auf hohem Niveau ;)
Lieber Gruß von Zeitweise
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#8
Eine praktische Anwendung habe ich von Gary Renard übernommen, nicht wortwörtlich, in etwa so: Ich Träume einen Traum, in dem bist du, ist dieses der Anlass, dass ich nicht in Frieden bin. Aber es gibt keine Welt außerhalb von mir, also muss dieses Gefühl von Angst und Schuld sein. Also vergebe ich dir, mir..., das, was nicht geschehen ist und verbinde mich in Frieden mit dem HeiligenGeist.
Das glaube ich in der Regel nicht wirklich. Vertraue dann aber darauf, dass mein Glaube daran nicht mal gefragt ist. Das ist dann manchmal das Einzige was ich für mich tun kann. Es löst sich dann auch nicht auf, siehe mein post von Samstag. Aber ich tu‘s in der Regel trotzdem. Hat schon was mit Bertrauen zu tun.

Herz
Susanne
„Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, o Herr.“ Augustinus
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#9
(03.10.2017, 17:16)Siboa schrieb: Was meinst du mit „nicht rigoros“ praktizieren.
Nirgendwo steht, dass du lebenslänglich nun jeden Tag die Lektionen durchführen sollst. Ich tue das auch nicht, sehe darin allerdings nicht die Ursache für mein zeitweiliges Problem zu glauben, der Kurs funktioniere nicht.
Im Kurs selbst stört mich der Sprachgebrauch nicht. Mich stört eher die Tatsache, dass es Unmengen von Kurslehrern gibt, die diese Sprache, ein wenig abgewandelt, in ihren täglichen Kommentaren nutzen.

"Rigoros" ist, nachdem ich das erst soeben bei DeepL nachgesehen habe, nicht das Wort, das ich im Englischen benutzt hätte -- diligent -- und "gewissenhaft" näher kommt. Oder in anderen (so charmant groben schwäbischen!) Worten: ich war eine faule Schlampe....  Big Grin

Ausserdem wollte ich keineswegs unterstellen, dass dies auch dein "Problem" sei, was das Funktionieren / Nichtfunktionieren angeht.

Andrerseits kann ich deine Bemerkung bezüglich der Unmenge von sogenannten Kurslehrer voll und ganz nachvollziehen: nachdem ich mit dieser Phase durch war und mir das alles zum Hals heraushing, schmiss ich alles weg -- bis auf den Onkel Ken; jedoch auch sein Wortschwall wurde mir allmählich zuviel, und ich schlage heutzutage immer seltener in seinen Schriften nach.

Sodele.
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#10
Liebe Inge, das hatte ich auch nicht so aufgefasst, dass du mir etwas unterstellst.
Ich mache in diesem Jahr gehäuft die Erfahrung, dass Kommunikation Glücksache ist.
Was ist gewissenhaft? Bei mir artet gewissenhaftes Anwenden häufig eher in Schuldzuweisungen mir gegenüber aus. Wenn ich denke: „Ich könnte stattdessen Frieden sehen“ und ich das unbedingt will, dann tobt es in mir. Wenn ich den Satz anwende, ohne den Frieden zu machen bleibt er außerhalb des Schlachtfeldes.

Herz
Susannes
„Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, o Herr.“ Augustinus
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