Urteil - Verletzung - Vergebung
#1
Wie viele Urteile fällen wir jeden Tag? 
Wie oft sind wir davon überzeugt, dass unser Urteil gerecht ist? 
Wie sehr verletzen wir uns selbst, wenn wir andere verurteilen?
Ein Hin- und Her von Urteilen und Verletzungen. 
Das ist die Egowelt.
Jeder hat für sich ein Ego gebastelt, und Egos prallen in der Welt aufeinander. 
In der Welt nach Gerechtigkeit zu rufen, ist vergebliche Liebesmüh.
Solange ich glaube, dass es doch eine Chance gibt, Gerechtigkeit in der Welt zu finden, stehe ich mit beiden Füßen und bewaffnet auf dem Schlachtfeld und bin bereit, mich zu verteidigen und anzugreifen. Das alles scheint so wichtig zu sein!

Nur der Wechsel der Perspektive, der Hilferuf an eine andere "INSTANZ", hebt uns über dieses Schlachtfeld hinaus.

Vergebung ist der Schlüssel zum Glück, nicht Rechthaben.

Herz
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#2
(09.05.2018, 10:59)Lina schrieb: Nur der Wechsel der Perspektive, der Hilferuf an eine andere "INSTANZ", hebt uns über dieses Schlachtfeld hinaus.

Vergebung ist der Schlüssel zum Glück, nicht Rechthaben.

Herz

Wenn ich so darüber nachdenke, wielange ich den Kurs schon habe (trau mich gar nicht zu behaupten, dass ich ihn "mache"), komme ich zu dem Schluss, lieber Rechthaben zu wollen anstatt glücklich zu sein.
Ich glaub, ich kann es mir einfach nicht vorstellen, in einer Situation, wo ich mich im Recht fühle, zurückzutreten und "IHM" die Führung zu überlassen und das Ergebnis Glück ist. Aber wie soll es denn auch funktionieren, wenn ich es nicht probiere. Soviele solcher Situationen werden mir geboten und ich wähle immer nur die Strategie der Verteidigung und fühl mich auch nicht besser, wenn ich scheinbar dann von dritten Recht bekomme.
Was hab ich zu verlieren, wenn ich Rechthabenwollen einfach sein lasse? Ich weiß, dass ich mich mittendrin im Geschehen schwer die Stopptaste zu drücken aber nicht mal nach der ersten Verteidigungsrunde, versuhe ich das (wie ich es so ausdrücke) mit der "Übergeberei an den Heiligen Geist". Rolleyes2
Manchmal frage ich mich echt, ob ich all die Jahre überhaupt schon irgendwas gelernt habe. Von nix kommt nix, warum mach ich aus diesem "Kurs-Geschenk" so gar nichts. Ohmei- wartet- ich habe schon was gelernt. ICH KANN MICH NUR SELBER KREUZIGEN Sad
Mist Feuer

Herz Birgit
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#3
(09.05.2018, 12:26)Kursvorschüler schrieb: Manchmal frage ich mich echt, ob ich all die Jahre überhaupt schon irgendwas gelernt habe. Von nix kommt nix, warum mach ich aus diesem "Kurs-Geschenk" so gar nichts. Ohmei- wartet- ich habe schon was gelernt. ICH KANN MICH NUR SELBER KREUZIGEN Sad

Hallo Birgit,

immerhin hast du gelernt, überhaupt zu sehen und dir einzugestehen, was du da machst. Da muss man auch erst mal hinkommen. Mich fragte mal jemand, was ich am Kurs am schwierigsten fände. Das ist für mich nicht das Konzept der Zeit (obwohl das wirklich schwierig ist), sondern einzusehen, dass Ärger niemals gerechtfertigt ist. Und das läuft ja darauf hinaus, dass ich mich im Recht fühle. Und dabei leide. Einfach abschalten geht nicht, obwohl ich vielleicht schon sehe, was ich da grade tue. Was mir aber schon öfter geholfen hat, ist, wenn ich auf einmal erkenne, dass mein Ärger praktisch immer auf irgendeine versteckte Form von Schuld oder Scham in mir selbst zurückgeht. Vor kurzem erst erlebte ich das sehr deutlich. Beim Sport hatte ich mich derart über einen Typ geärgert, den ich eh noch nie sympathisch fand. Ich fühlte mich total ungerecht behandelt und regelrecht verfolgt, dass ich total gekränkt nach Hause ging. Ich wusste, dass ich im puren Ego-Modus war, aber dennoch hielt ich meinen Ärger für gerechtfertigt. Bis mir nach gut 24 Stunden auf einmal klar wurde, dass mein Ärger im Grunde nur daher kam, dass ich eine klitzekleine Scham bezüglich meiner eigenen Fairness mit mir herumtrage, die ich zumeist aber erfolgreich verdränge. Aber dann wurde mir bewusst, dass ausgerechnet der Unsympath mit seiner pedantischen Korrektheit all dies nach oben holte. Also konnte ich zunächst nicht anders als meine Scham (die natürlich ein Schuldgefühl ist, und zwar eben kein klitzekleines) und meine Wut auf ihn zu projizieren. Als mir dieser Vorgang deutlich bewusst wurde und ich in der Lage war, mir das einzugestehen, war der Ärger im gleichen Moment verflogen. Unglaublich. Smile
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#4
Das ist ein schönes Beispiel Thomas. Das habe ich auch schon oft so erlebt, daß mein Ärger über einen anderen Menschen eigentlich ein Ärger auf mich selbst ist. Ein Schuldgefühl, das auf meinem eigenen Angriffen beruht oder auf meiner Unzulänglichkeit in einer bestimmten Sache, wegen der ich mich schäme. Also letzten Endes doch immer auf den Glauben an die Trennung, daran ein Körper zu sein. Und den Glauben daran, eben doch irgendwie im Ego unser Glück finden zu können. Vielleicht ist es ja doch nicht nur "Wüste"? Vielleicht ist ja doch etwas wertvolles hier zu finden?
Ich erlebe es auch immer noch als ein hin und her in mir. 
Da stehen alle die Dinge von dem Einssein im Kurs. Davon, daß wir alle das gleiche Bedürfnis teilen, kein getrenntes Interesse haben. Und dennoch finde ich immer noch nicht nur Mitgefühl und Liebe für andere in mir. Es ist eben in der Zeit ein Prozess. Aber das möchte ich nun auch wieder nicht als Entschuldigung für mich nehmen, nichts aus dem Geschenk des Kurs zu machen. Ich möchte schon etwas draus machen und du Birgit bestimmt auch. Also gehen wir eben alle in unserem Tempo weiter.
Herz 
Susanne
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#5
(09.05.2018, 12:26)Kursvorschüler schrieb: Wenn ich so darüber nachdenke, wielange ich den Kurs schon habe (trau mich gar nicht zu behaupten, dass ich ihn "mache"), komme ich zu dem Schluss, lieber Rechthaben zu wollen anstatt glücklich zu sein.
Ich glaub, ich kann es mir einfach nicht vorstellen, in einer Situation, wo ich mich im Recht fühle, zurückzutreten und "IHM" die Führung zu überlassen und das Ergebnis Glück ist. Aber wie soll es denn auch funktionieren, wenn ich es nicht probiere. Soviele solcher Situationen werden mir geboten und ich wähle immer nur die Strategie der Verteidigung und fühl mich auch nicht besser, wenn ich scheinbar dann von dritten Recht bekomme.
Was hab ich zu verlieren, wenn ich Rechthabenwollen einfach sein lasse? Ich weiß, dass ich mich mittendrin im Geschehen schwer die Stopptaste zu drücken aber nicht mal nach der ersten Verteidigungsrunde, versuhe ich das (wie ich es so ausdrücke) mit der "Übergeberei an den Heiligen Geist". Rolleyes2
Manchmal frage ich mich echt, ob ich all die Jahre überhaupt schon irgendwas gelernt habe. Von nix kommt nix, warum mach ich aus diesem "Kurs-Geschenk" so gar nichts. Ohmei- wartet- ich habe schon was gelernt. ICH KANN MICH NUR SELBER KREUZIGEN Sad
Mist Feuer

Herz Birgit

Ha! Ich auch ....

ich würde auch sagen "ich habe den Kurs" nicht ich mache ihn. Und ich frag mich jeden tag, ob ich was gelernt habe und wie ich wieder hier angekommen bin, wo ich offenbar meistens einfach nur wieder Recht haben will...

aber...

wenn ich genau hinsehe, habe ich viel verändert. Vieles, was mir früher so wichtig und so besonders gewesen wäre, dass ich es nicht hätte "sein lassen" können, das kann ich jetzt wirklich einordnen unter nicht soooo wichtig und manchmal sogar tatsächlich nach gleich-gültig.

Ich bin zeimlich überzeugt, der Kurs transformiert das denken, das mag im homöopathischen bereich sein und gar nicht sofort ersichtlich. Geändert ist es trotzdem. Und man kommt auch nie wieder ganz zum alten Zustand zurück. Also ich zumindest nicht. das ist wie eine neue Tür aufmachen, die dann verschwindet, wenn man mal durchgegangen ist.

Ich nehms jetzt so locker wie ich kann, setzte mich nicht unter Druck und beobachte... mehr kann ich grad nicht machen

freue mich, dich hier wieder zu lesen.
Herz
Katzen sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet - über dem 70. Breitengrad kommen Katzen gar nicht vor.
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#6
(09.05.2018, 12:26)Kursvorschüler schrieb: Ich glaub, ich kann es mir einfach nicht vorstellen, in einer Situation, wo ich mich im Recht fühle, zurückzutreten und "IHM" die Führung zu überlassen und das Ergebnis Glück ist.

Glück als Ergebnis des Zurücktretens vom Recht bekommen hat nichts mit der Situation an sich zu tun - die Situation ist vollständig austauschbar! In Momenten des Ärgerns und Kämpfens sind wir aber in aller Regel auf die Situation fixiert.

Kursvorschüler schrieb:Was hab ich zu verlieren, wenn ich Rechthabenwollen einfach sein lasse?

Das kommt darauf an ….
Es geht an diesem Punkt sowohl um unsere tiefverborgene Angst vor GOTT als auch um das Urvertrauen zu GOTT.
In anderen Worten ist das Zurücktreten gleichbedeutend mit einem völligen Kontrollverlust, vor dem wir instinktiv (= das Ego als unser Beschützer) zurückschrecken.
Was im Moment des Zurücktretens passiert, ist mit dem Spruch, man falle niemals tiefer als in die Hand Gottes, hervorragend beschrieben. Wenn wir erleben, dass wir im Moment der vermeintlich größten Niederlage von der Liebe GOTTES aufgefangen werden, dann verlieren "die Situationen" sehr viel von ihrer Wichtigkeit. 

Herz
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#7
(10.05.2018, 14:46)667 schrieb: Ich bin zeimlich überzeugt, der Kurs transformiert das denken, das mag im homöopathischen bereich sein und gar nicht sofort ersichtlich. Geändert ist es trotzdem. Und man kommt auch nie wieder ganz zum alten Zustand zurück. Also ich zumindest nicht. das ist wie eine neue Tür aufmachen, die dann verschwindet, wenn man mal durchgegangen ist.

Ich nehms jetzt so locker wie ich kann, setzte mich nicht unter Druck und beobachte... mehr kann ich grad nicht machen

(10.05.2018, 15:13)Lina schrieb:
Kursvorschüler schrieb:Was hab ich zu verlieren, wenn ich Rechthabenwollen einfach sein lasse?

Das kommt darauf an ….
Es geht an diesem Punkt sowohl um unsere tiefverborgene Angst vor GOTT als auch um das Urvertrauen zu GOTT.
In anderen Worten ist das Zurücktreten gleichbedeutend mit einem völligen Kontrollverlust, vor dem wir instinktiv (= das Ego als unser Beschützer) zurückschrecken.
Was im Moment des Zurücktretens passiert, ist mit dem Spruch, man falle niemals tiefer als in die Hand Gottes, hervorragend beschrieben. Wenn wir erleben, dass wir im Moment der vermeintlich größten Niederlage von der Liebe GOTTES aufgefangen werden, dann verlieren "die Situationen" sehr viel von ihrer Wichtigkeit. 

Herz

Ich merke schon, dass ich lange nicht mehr im Forum geschrieben habe. Hab gerade mit dem Zitieren rumexperimentiert und etwas rumgetrixt. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht!? Tippen
So wurschtle ich seit gefühlt ewigen Zeiten auch mit dem Kurs rum. Ich probiere mal hier eine Lektion, mal da. Denk, da muss doch mal was rüberkommen dabei. Nein, nicht in der äusserlichen Wahrnehmung, sondern INNEN (was 667 wohl mit homöopatischen Bereich meint, oder?)
Mittendrin sage ich mir dann wieder:"Hey Birgit, keiner zwingt dir den Kurs auf. Leg ihn doch ganz weg und lass gut sein. Keiner würde dich aufhalten, nicht mal ein anderer Kursschüler...."
Das schaffe ich dann auch nicht. Irgendwie vergleichbar mit der Aussage "Glücksspiel kann süchtig machen". Doch, ja so kann ich es in etwa beschreiben. Denk ("fantasiere" wäre wohl besserer Begriff) zwar, ich habe noch nichts gewonnen mit dem Kurs, könnte aber doch irgendwie noch irgendwann mal klappen. Und mit dem Kurs habe ich die einzige Möglichkeit dazu, nicht mehr zu einfach zu "sterben" sondern "nur" den Körper abzulegen.

Höchstwahrscheinlich bin ich jetzt vom Thema dieses ursprünglichen Threads abgewichen Rolleyes2 - wenn das so ist, dann bitte woandershin verschieben.
Herz
Birgit
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#8
Das ist so schön, was ihr schreibt, Susanne und 667! Unterschreibe jedes Wort Smile
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#9
(09.05.2018, 12:26)Kursvorschüler schrieb:
(09.05.2018, 10:59)Lina schrieb: Nur der Wechsel der Perspektive, der Hilferuf an eine andere "INSTANZ", hebt uns über dieses Schlachtfeld hinaus.

Vergebung ist der Schlüssel zum Glück, nicht Rechthaben.

Herz

Wenn ich so darüber nachdenke, wielange ich den Kurs schon habe (trau mich gar nicht zu behaupten, dass ich ihn "mache"), komme ich zu dem Schluss, lieber Rechthaben zu wollen anstatt glücklich zu sein.
Ich glaub, ich kann es mir einfach nicht vorstellen, in einer Situation, wo ich mich im Recht fühle, zurückzutreten und "IHM" die Führung zu überlassen und das Ergebnis Glück ist. Aber wie soll es denn auch funktionieren, wenn ich es nicht probiere. Soviele solcher Situationen werden mir geboten und ich wähle immer nur die Strategie der Verteidigung und fühl mich auch nicht besser, wenn ich scheinbar dann von dritten Recht bekomme.
Was hab ich zu verlieren, wenn ich Rechthabenwollen einfach sein lasse? Ich weiß, dass ich mich mittendrin im Geschehen schwer die Stopptaste zu drücken aber nicht mal nach der ersten Verteidigungsrunde, versuhe ich das (wie ich es so ausdrücke) mit der "Übergeberei an den Heiligen Geist". Rolleyes2
Manchmal frage ich mich echt, ob ich all die Jahre überhaupt schon irgendwas gelernt habe. Von nix kommt nix, warum mach ich aus diesem "Kurs-Geschenk" so gar nichts. Ohmei- wartet- ich habe schon was gelernt. ICH KANN MICH NUR SELBER KREUZIGEN Sad
Mist Feuer

Herz Birgit

Nur wenn du recht hast, kannst du glücklich sein. Und immer wenn du unglücklich bist hast du unrecht, aber du musst den Irrtum berichtigen, anstatt darauf zu bestehen recht zu haben.
Wenn du recht hast aber darauf verzichtest um glücklich zu sein, wird das vermutlich nicht funktionieren.

Lieber Gruß von Zeitweise
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#10
(16.05.2018, 15:07)Zeitweise schrieb: Nur wenn du recht hast, kannst du glücklich sein. Und immer wenn du unglücklich bist hast du unrecht, aber du musst den Irrtum berichtigen, anstatt darauf zu bestehen recht zu haben.
Wenn du recht hast aber darauf verzichtest um glücklich zu sein, wird das vermutlich nicht funktionieren.

Lieber Gruß von Zeitweise

Der Versuch, den Gedankengang nachzuvollziehen, ist nicht gelungen. Erzähl mal ...

Herz Gregor
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