Ein Kurs in Wundern und Advaita Vedanta
#1
Guten Morgen, da hab ich noch einen interessanten Artikel gefunden:

https://abc.nl/blog/?p=24230

Seit ich die Meditationen nach Rupert Spira mache, gelingt es sogar zuweilen, die Mitmenschen - EINSCHLIEßLICH MICH SELBST!)  im Licht zu sehen. Miit dem Kurs ist es mir nicht gelungen, die Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit (lange identifizierte ich mich mit "Robin Hood"  Big Grin ) die mir vorschwebte, umzusetzen. Ich hab schon verstanden, dass ich das mal schön Jesus überlassen soll, nur hab ich all die Jahre ein Lebewesen übersehen: mich selbst. 
Ich hatte ständig den Eindruck -   also mit dem Kurs das Ego auflösen zu wollen: da  kommt (BEI MIR) die Ego_ Moral durch die Hintertür immer wieder reingeschlichen. 
Jetzt, mit Rupert, der keine "christlich - klerikale" Sprache benutzt, fallen Riesen - Widerstände sowie Grübel- und Versteh- Attacken weg. Ich bin bereit, oh Wunder, mich sog. nach INNEN zu wenden. Mich umzudrehen. Ich schaffe locker ne Dreiviertelstunde. Kurs: keine 10 Minuten.  Nicht, dass keine Fragen mehr auftauchen - aber  anders. Zusammengefasst: vermutlich konnte ich mich dem Kurs in Wundern nicht total öffnen. Naja, was heißt "ich" - das gibts ja nicht, wissen wir. 
Ich möchte keine Diskussion vom Zaun brechen, dass ich aber gefälligst die Kurssprache zu lernen und zu akzeptieren habe, bevor ich überhaupt weitergehen kann?  Das hatte ich nun über 10 Jahre. Es darf vorbei sein. 
Deshalb hab ich mich entschlossen, mich auf eine "Schule" voll und ganz einzulassen: Auf Advaita Vedanta und Atma Vichara. Da bin ich ursprünglich hergekommen (Satsang-Forum), hab einen großen Schlenker über ein Kurs in Wundern gemacht, was sicher sehr hilfreich war! Doch ich fühlte mich mit und im Kurs nie voll und ganz zu Hause. 

Deshalb sag ich hier Tschüs. Natürlich bin ich heilfroh, dass ich mich dieses Mal im Frieden verabschiede.  Smile  Herz 
Ich bedanke mich von Herzen für die Plattform und die Mitbegleiter auf dem Weg. Eure Hilfe ist und war unschätzbar!
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#2
Liebe Michaela,

Es ist schön zu hören dass du dich für eine Richtung entschieden hast, und dass deine gefühlte innere Zerrissenheit ein glückliches Ende finden kann. 
Ich wünsche dir von Herzen, dass du dich ganz darauf einlassen kannst und dich dauerhaft finden mögest. Dass du dich nun von allen Ketten befreist, sehe ich als einen großen Schritt für dich.
Du sprachst zwar nur von den »Kurs-Ketten«, aber vielleicht denkst du da auch an andere. Mir fallen da die schweren Ankerketten von U.G. ein, die, für mich gesprochen, oberste Priorität hätten, beim Abstreifen...

Also alles alles Gute für dich, und vielen herzlichen Dank für deine große Bereicherung in dieser Gruppe! 

Herz
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#3
Was für eine interessante Darstellung, denn als ich letztes Jahr auf Rupert Spira traf, war ich Feuer und Flamme. Es gab "praktische Ergebnisse"! Die bescherte der Kurs auch, und das nicht zu knapp, aber bei Rupert fühlte sich das irgendwie einfacher an. Darum habe ich mir auch vor Monaten das E-Book "The Nature of Consciousness" angeschafft - und bereits 24% gelesen! Es ist das "Theoriebuch" von Rupert, das "Praxisbuch" mit dem schönen Titel "Being Aware of Being Aware" habe ich hingegen mehrfach gelesen.

Bis ich dann bei mir und bei anderen festgestellt habe: Die "reine Erfahrung", die sich da eingestellt hat und die ja auch das Ziel des "Finders Course" war, ist irgendwie lückenhaft. Da scheint was zu fehlen. Sie ist nicht das, was der Kurs die "universelle Erfahrung" nennt - im Gegensatz zur universellen Theologie (Theorie), die es nicht geben kann. Und die ja auch nicht kursspezifisch ist, denn die Erfahrung heißt ja nicht nur "universell". Dann fiel mir auf: Ich war prinzipiell wieder beim Zen angelangt, dem ersten Abstecher des "verlorenen Sohnes", um den Fesseln der erlernten Kultur des christlichen Abendlandes den Rücken zu kehren. Denn das erlernte Gottesbild, die Angst vor Gott, die der Kurs als viertes Hindernis vor dem Frieden aufzeigt, verschwindet ja nicht, indem man einen großen Bogen da herum macht oder einfach ignoriert. So leicht wird man die "tausenjährigen Werte" (Zarathustra) des "Du darfst nicht", "Du sollst" und "Du musst" nicht los.

Daher habe ich im letzten dreiviertel Jahr die Fesseln des Kurses etwas näher betrachtet, um festzustellen, dass er dieses Fehlende bei Zen nebst Rupert beseitigt bzw.ausgefüllt hat - was ja sein Ziel ist und war. Die Sprache des Kurses ist relativ uninteressant, kann man lernen, machen auch viele, wird auch viel in dieser Sprache gepredigt, ist aber nicht so wirklich mein Ding. In diesem Forum war in den letzten 20 Jahren wenig von Jesus die Rede, GOTT tauchte als ER oder IHN auf und der HG kam häufiger vor. Aber wozu soll es auch dienen, den Kurs hier nachzuerzählen? Er drückt das alles doch selbst viel treffender aus. GOTT kommt im Kurs rund 10.000 mal vor, der HEILIGE GEIST übrigens nur rund 3.500 mal  Big Grin. Wenn ich allerdings den Artikel zu den "Gemeinsamkeiten" von Kurs und Advaita lese, kann ich nur sagen: Vergiss es. Geht in die Kategorie derjenigen, die sich unbedingt einreden wollen, dass alles identisch ist und nur die Sprache anders. Viel zu oberflächlich und wenig zielführend. Da finde ich es gut, dass Kenneth Wapnick klare Kante gezeigt und Bibel mit Kurs als unvereinbar herausgestellt hat.

Das ist bei Advaita nicht anders: Abstrakt ausgedrückt stellen sich bei Advaita Atman und Brahman letztlich als identisch heraus. Bei Rupert ist diese Absolutheit das Bewusstsein oder Gewahrsein, das sich selbst gewahr ist. Und was bringt mir das? Um eine wunderbare Antwort Ruperts zu zitieren: "Happiness!". Wobei ich ihm voll und ganz zustimmen kann. Es gibt sogar Kurslehrer, die Gott als das "Absolute Conciousness" bezeichnen. Gleich mit grafischer Darstellung.

Nutze ich die Kursdarstellung, aber die Worte von Advaita, ist Atman eins mit Brahman, es gibt keine Grenze, wo Brahman aufhört und Atman anfängt. Aber Atman ist nicht Brahman. Die SCHÖPFUNG ist nicht die QUELLE. Ich bin nicht GOTT. Daher wird GOTT den letzten Schritt tun. Garry Renard hat das mal reine Non-Dualität genannt. In der prosaischen Kurssprache heißt das mit zunehmender Penetranz immer und immer wieder: Nimm die SÜHNE für dich an. Mit dem schönen Nebeneffekt, der auch für den Begriff "Vergebung" gilt: Es steht nirgendwo eine eindeutige Definition in dem Sinne: "SÜHNE annehmen heißt konkret ..."

Ergebnis vom Lied ist: Es hat lange gedauert, die höchst praktischen Anleitungen von Rupert, Mooji, Willigis Jäger und anderen "gewinnbringend" zu übernehmen und dabei die zwangsläufig damit verbundenen Konzepte wegzuwerfen. Es war auch irgendwie notwendig, da sonst tatsächlich der Kurs zur Kette werden kann. Nämlich genau dann, wenn man überliest, worauf sich Vergebung auch bezieht: auf die Symbole GOTT, Jesus und HEILIGER GEIST. Solange diese Symbole nach "da draußen" zeigen, ist es ziemlich egal, ob ich Zen-, Advaita-Direct-Inquiry- oder Kursübungen mache, die Symbole stehen im Weg, weil sie zwangläufig mit Resten der "tausenjährigen Werte" behaftet sind. Erst "hier" machen die Symbole Sinn, "innen" zeigen sie auf eine erfahrbare Bedeutung, von der der Kurs pausenlos spricht. Die Reise ohne Entfernung ist eine Reise nach innen - wobei der entscheidende Schritt der ist festzustellen, "wo" dieses "hier", "jetzt" und "innen" überhaupt ist. Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich, was mich betrifft,  Eckart Tolle diesbezüglich nicht für zielführend halte?  Big Grin

Viel Erfolg, MM, auf dem Weg  der Resonanz, der Stimmigkeit. Da kann ich nur beipflichten. Viel zu oft hängt man sich jahrelang an Dinge, die keine Resonanz erzeugen und fügt sie den "tausendjährigen Werten" hinzu. Aber finde den Absprung und gehe weiter, wenn die Resonanz eines Tages versiegt. Das tut sie zwangsläufig, denn sie ist abhängig von der Entwicklung. Wäre das nicht so, hätte sie ja keine Wirkung, dann kann man sie auch gleich wegwerfen.

Herz Gregor
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#4
Auf Wiedersehen, liebe Michaela.  Big Grin
Man hat vielleicht bemerkt, dass auch ich mich aus diesem Forum zurückgezogen habe, obwohl ich noch täglich hier reinschaue. (Vielleicht Gewohnheitssache?)

IMHO, der Kurs ist, mehr oder weniger, etwas für Intellektuelle, zu denen ich mich nicht zähle. Ich habe mich da nun lange genug herumgequält!  Sad  Falls ich mich richtig erinnern sollte: war es nicht Helen selbst (oder war es Bill?), die mal vom Kurs gesagt haben soll: endlich eine spirituelle Lehre für Intellektuelle? Wie dem auch sei: er ist bei weitem nicht das end-all be-all (=das A und O) für alle. Trotzdem ist über die vielen Jahre hinweg viel vom Kurs in mir hängen geblieben, das mir im täglichen Lebenskampf zu Hilfe kommt. Eigentlich ist es doch eine universelle Lehre (eben in christlicher Sprache), die man in vielen spirituellen Richtungen finden kann -- oftmals (gottseidank!) viel einfacher präsentiert. 

Weiterhin alles Gute dir, liebe Michaela.
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"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#5
(10.07.2020, 12:19)Inge schrieb: IMHO, der Kurs ist, mehr oder weniger, etwas für Intellektuelle, zu denen ich mich nicht zähle. Ich habe mich da nun lange genug herumgequält!  Sad  Falls ich mich richtig erinnern sollte: war es nicht Helen selbst (oder war es Bill?), die mal vom Kurs gesagt haben soll: endlich eine spirituelle Lehre für Intellektuelle?

Ja, mir gefällt auch der folgende Spruch von Kenneth Wapnick:
"Ein Kurs in Wundern ist für Menschen geschrieben, die über ein angemessenes Maß an Intelligenz verfügen, damit sie lernen können, wie dumm sie sind."

Herz
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#6
(10.07.2020, 15:34)René schrieb: "Ein Kurs in Wundern ist für Menschen geschrieben, die über ein angemessenes Maß an Intelligenz verfügen, damit sie lernen können, wie dumm sie sind."

...das wusste ich auch schon vor dem Kurs.....   Lmao
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"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#7
(10.07.2020, 19:16)Inge schrieb:
(10.07.2020, 15:34)René schrieb: "Ein Kurs in Wundern ist für Menschen geschrieben, die über ein angemessenes Maß an Intelligenz verfügen, damit sie lernen können, wie dumm sie sind."

...das wusste ich auch schon vor dem Kurs.....   Lmao

Big Grin Klatsch
es ist nie zu spät, Inge. Unendliche Geduld zeitigt sofortige Ergebnisse. 
Gregors Ausführungen haben mich überzeugt. Die Dualität kann nur GOTT aufheben. Also bleib ich doch noch, wobei Rupert und Ramana Maharshi aber immens wichtig sind auf dem Weg und mir die Angst genommen haben, nach INNEN zu schauen und mich mitnehmen bis vor das Tor.
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