Was steht uns im Weg ...
#1
... das Glück zu erfahren, das unser Erbe ist? Warum legen wir unsere Identifikation mit dem erlernten Selbstkonzept nicht sofort zur Seite? Warum ist unser Glaube an die Wirklichkeit der Welt so schwierig abzulegen? Was behindert die universelle Erfahrung, die Erfahrung der grenzenlosen Ewigkeit?

In den meisten Fällen ist es unser Bemühen, unsere Anstrengung, unsere Selbstverurteilung, unsere vermeintliche Unwürdigkeit. Wir glauben, wir müssten einen "Zustand" herbeiführen, der die universelle Erfahrung (siehe Begriffsbestimmungen im Kurs) ermöglicht. Damit machen wir uns auf die Suche, wie eine Filmfigur, die unbedingt die Leinwand finden will.

Allen Watson, Gründungsmitglied des Circle of Atonement, hat eine ganze Reihe an Vorstellungen aufgeführt und beschrieben, die wir uns einfallen lassen, um das Ziel nicht zu erreichen:

Wir glauben, mehr tun zu müssen
Wir vertrauen in unsere guten Absichten
Wir werden durch Schatten gestört
Wir denken, wir müssen zunächst heilig sein
Wir sind zufrieden mit Kleinheit
Wir glauben, wir müssen uns darauf vorbereiten
Wir denken, wir müssen für unsere Sünden sühnen
Wir glauben, wir müssen ihn erst verstehen
Wir denken, der heilige Augenblick ist schwierig
Wir denken, wir müssen die Wahrheit von der Illusion unterscheiden können
Wir versuchen, unseren Fortschritt zu bewerten

Wir weigern uns offenbar beharrlich zu akzeptieren, dass wir so wenig tun müssen, um alles zu bekommen. Hören wir doch mal in diesen Dialog rein:

»Willst du der Gefangenschaft entrinnen? Da gibt es nur einen Weg ...«
»Viele Wege führen nach Rom. Welchen davon meinst du?«
»In diesem Fall ist die Auswahl an Wegen äußerst begrenzt. Auf genau – einen. Der Grund dafür ist ziemlich banal: Die Gefangenschaft ist dein Plan.«
»Ach was. Ich soll geplant haben, mich selbst gefangen zu setzen?«
»Hast du. Dein Plan ist es zu beweisen, dass das Falsche wahr ist. Mal ganz abstrakt gesprochen.«
»Aha. Und wie komme ich da wieder raus?«
»Ganz einfach. Du nimmst stattdessen den Plan, den du nicht gemacht hast.«

Das war's auch schon. Oder, wie es in T-18.IV.5-6 heißt:

Ich, der ich GOTTES Gastgeber bin, bin SEINER würdig.
ER, DER SEINE Wohnstatt in mir errichtet hat, hat sie so erschaffen, wie ER sie haben möchte.
Es ist nicht nötig, dass ich sie für IHN bereitmache, sondern nur, dass ich SEINEN Plan nicht störe, mein eigenes Gewahrsein meiner Bereitschaft, die ewig ist, bei mir wiederherzustellen.
Ich brauche SEINEM Plan nichts beizufügen.
Aber um ihn zu empfangen, muss ich bereit sein, ihn nicht durch meinen eigenen zu ersetzen.


Und das ist alles. Füge mehr hinzu, und du wirst lediglich das wenige wegnehmen, das erbeten wird.


Herz Gregor
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#2
Sehr schön!!! 🥳

Da ich noch was im Zwischenspeicher habe und glaube dass es dazu passt, stelle ich es rein.
(Hab es doch nicht mehr, mache es morgen, sorry 😐 )

Herz
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#3
... »Du glaubst, dass du, um dich mitzuteilen, die gleiche Sprache sprechen musst, und so gleitest du in die Sprache des Verstandes mit seiner Strukturiertheit hinab. Der Verstand hasst es so sehr, verwirrt zu sein, offen zu sein, offen zu bleiben und nicht zu wissen. Er sehnt sich nach Ankern, die ihn an einer Stelle festhalten, und dort festgehalten, erleidet er die Schläge des Meeres des Wandels, widersteht der Strömung, macht sich stark gegen den Sturm. Der Verstand wird immer dahin zurückkehren, wo er sich sicher fühlt und seiner selbst gewiss und so geht er nirgendwohin und sieht die Verwandlung und die Schöpfung und den neuen Horizont nicht, die seine Wirklichkeit herausfordern würden.
 
 
Der Verstand kann die Türen des Herzens nicht offenhalten und doch wenden wir uns nach innen, wenden uns dem Verstand zu und zeigen ihm, wo seine Offenheit liegt, wo Lieblichkeit herrscht, wo das Erkennen der Liebe gefunden wird. Alles, was der Verstand tun kann, ist die Wirklichkeit umgestalten und sie bewegungslos und gefangen und an Regeln gebunden halten. Die Gesetze der Liebe sind nicht von solcher Art. Die Gesetze der Liebe sind nicht Regeln, Fakten oder richtige Antworten. Die Gesetze der Liebe bringen spirituelle Freiheit, die Freiheit, die jenseits des Glaubens liegt, jenseits des Denkens, jenseits des Folgens irgendeiner Autorität außer der des eigenen Herzens.«

Guten Morgen 🌞 
Seit langem wieder ein Buch, dass gleich nach den ersten Zeilen meine Skepsis, die immer bei solchen Werken massiv ist, der Hauch eines sanften Windes einfach zu Staub zerfallen ließ... und das deute ich für mich als ein gutes Zeichen. 
Na gut, schaumamal.

Das Buch heißt  »Ein Kurs der Liebe« und wird vermutlich einigen von uns keine Neuheit sein. Bin vor längerer Zeit irgendwo über den englischen Originaltitel »A Cours Of Love« gestolpert, und doch achtlos daran vorbei  gegangen, mit Gedanken im Kopf wie: ” ah ja, schon wieder ein neuer Trittbrettfahrer in der Esoterik-Fraktion”. 

Zum selber schauen der Link dazu: https://www.zeitundraum.jetzt/impulse/ei...der-liebe/

Wenn man dort runterscrollt findet man die PDF-Datein der deutschen Ãœbersetzung.

❤️🖖 
 
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#4
Danke sehr, Gregor und Rene, für diesen wundervollen exchange. Kommt zum "richtigen" Zeitpunkt....
(Übrigens: "A Course of Love" ist mir schon vor vielen Jahren über'n Weg spaziert; bloss hab ich inzwischen alles vergessen, was da drin steht -- oder auch nicht, wer weiss.....)
____________________________________________________________________________
"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#5
Ich habe hier Bob Rosenthal Rezension zu ein Course of Love im Vergleich zu Ein Kurs in Wundern gepostet.

Besonders interessant da der Course of Love behauptet eine Fortsetzung / Update zum Ein Kurs in Wundern zu sein. 

Hier der Link zur Rezension

Herz Simon


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#6
(11.10.2020, 13:16)Simon schrieb: Ich habe hier Bob Rosenthal Rezension zu ein Course of Love im Vergleich zu Ein Kurs in Wundern gepostet.

Besonders interessant da der Course of Love behauptet eine Fortsetzung / Update zum Ein Kurs in Wundern zu sein. 

Hier der Link zur Rezension

Herz Simon

Danke, Simon. A Course in Love ist vor ein paar Tagen als Empfehlung von einer ehemaligen Teilnehmerin dieses Forums im E-Postfach gelandet. Beim ersten Lesen der deutschen Webseite, die René gepostet hat, und einem Ausflug auf die englische Seite, auf der mich punktuell einige Aussagen ansprachen, habe ich tatsächlich alle 32 PDFs heruntergeladen - und einen Sachverständigen gefragt, ohne zuvor näher reinzulesen.

Der Kommentar des für seine exzellente Expertise in sprachlichen Belangen bekannte Sachverständige kam in einer zwar ausführlichen, aber nicht ganz so detaillierten Weise wie Bob (den ich letztes Jahr in Bad Meinberg gehört habe) zu demselben Schluss: Der Anspruch, eine Ergänzung oder gar Fortsetzung des Kurses zu sein, ist in keinem Fall gerechtfertigt. Zwischenzeitlich hatte ich das eine oder andere der PDFs gelesen - und musste dem Sachverständigen zustimmen. Genauso, wie ich Bob zustimme. Der Text ist "zu dünn". Ich empfinde ihn nach näherem Hinsehen eher als Rückschritt - bei aller anfänglichen Begeisterung.

Der Weg vom Verstand ins Herz, den dieser neue Kurs für sich in Anspruch nimmt, stellt sich als "Litanei" heraus. Gepredigte Weisheiten, die sicherlich Anklang finden werden, aber ich sehe weder einen Weg in die nachhaltige universelle Erfahrung, die "Ein Kurs in Wundern" anstrebt, und schon gar keinen Weg ins Herz. Es ist für mich ein Verstandesweg, der häufig vom Herzen spricht.

Herz Gregor
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#7
Das sind ja wirklich energische Worte von Bob Rosenthal! Man könnte sagen: der war richtig zornig, als er die Rezension geschrieben hat!
Warum eigentlich Zorn? Ein einfaches "für mich sieht das so aus" oder "da gehe ich nicht mit" wäre überzeugender, souveräner.
Wer von uns kann wissen, wen dieser Kurs in Liebe wie und wann berührt? Ich würde auch sagen, dass es eine schlechte Idee war, daraus eine "Fortsetzung des KiW zu machen", aber muss ich darüber wütend werden? Für die Autorin w-a-r es ja die Fortsetzung! Sie ist mit dieser Art zu denken und zu schreiben weitergegangen. Kann ich das respektieren? Ganz sicher. Muss ich für mich Ja dazu sagen: sicher nicht.
Der Kurs kann sich in einem Moment erfüllen und nur da kann er es: in einem Moment! 
Für mich ist der KiW ideal: er bietet mir unzählige MoMöglichkeiten, diesen einen Moment zu erfahren, hinter den Worten, die er so geduldig immer diesen einen Moment umkreisend anbietet. Mir ist das deutlich lieber als ein "in Richtung gezogen werden", das ich im "Kurs der Liebe" empfinde und das es mir eher schwer macht, hinter die Worte zu kommen. Ein anderer wird vielleicht auf seiner welle surfen und zum richtigen Zeitpunkt vom Brett abspringen und abtauchen. 
Und für alle Momente des Zorns über Anmaßung und  Ignoranz dem KiW gegenüber, wie sie Bob Rosenthal empfunden haben mag, haben wir die vergebung, mit der wir zeigen können, ob wir selbst Nondualität verstanden haben.
In allem Sein Gedanke
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#8
Wo genau hast du den Zorn von Bob Rosenthal gespürt? Big Grin

Herz Simon


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#9
(12.10.2020, 20:45)Simon schrieb: Wo genau hast du den Zorn von Bob Rosenthal gespürt? Big Grin

Es kommt mir so vor, Simon. Also wo hab ich das gespürt? Zwischen den Zeilen. Ich mag mich täuschen.
In allem Sein Gedanke
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#10
Verzeih mir Michael, ich war nur erstaunt über deine Aussage Herr Rosenthal hätte zornig geklungen, da ich dies nun wirklich nicht rauslesen konnte. 
Ich empfand seine Rezension als sehr nüchtern und durchaus wohlwollend gegenüber dem Course of Love. Aber eben auch eindeutig in der Beurteilung, der COL sei eine Fortsetzung von KIW. 
Ich denke Bücher die solches behaupten erzeugen nur Verwirrung und Aufschub. Klar, im HIMMEL gibt es keine Zeit, aber in der Zeit ist Verzögerung tragisch.

Herz Simon


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