Eine kleine Schöpfungsgeschichte
#1
Hör mal: Wenn all das, was ich in der Welt sehe, tatsächlich »da draußen« geschähe – das wäre doch wirklich angsterregend, stimmt’s? Wären all diese Bilder lediglich in meinem Kopf, also Einbildungen – zum Verrücktwerden, denn wo wärst dann Du? Nein, es ist ja eigentlich sonnenklar: Die Bilder sind in meinem Geist! Also weder draußen noch drinnen, sondern »innen«, da, wo Du erfreulicherweise stets mit mir anwesend und auf keine Weise abzuschütteln bist.
Ich muss zugeben: Eine kleine Auswahl dieser Bilder hab ich mir tatsächlich – weil ich einfach mal probeweise vergessen wollte, was »innen« ist – in meinem Kopf zurechtgelegt als die »äußere« Welt, genau so, wie ich sie grade sehen will, und mich und Dich hab ich darin schön auseinandersortiert. Da scheint es mir auch mühelos zu gelingen, Dich aus meiner ordentlichen Welt rauszuschmeißen oder erst gar nicht reinzulassen. Du kannst sogar »tot« sein oder noch gar nicht leben, unfassbar! Das ist doch alles kaum zu glauben! In Wirklichkeit ist natürlich auch „mein Kopf“, mein „eigenes Denken“, ein Bild in meinem Geist!
Weißt du noch, damals? Als wir das mal ausprobiert haben am Tisch der Schöpfung? Dass es ein Ich und ein Du geben könnte? Das war ja noch nicht so schlimm, nur mal so aus Spaß, da war unsere liebe Quelle noch nicht geleugnet. Da wusste Ich noch, dass „wir“ uns mit diesem Spiel in Bildern bewegen. Aber dann haben wir ausprobiert, dass wir einander verlassen können, dass es eine Zeit gibt und dass Leben sterblich ist, also irgendwie aufhören kann, zu sein – und damit haben wir die Idee ernst genommen, dass „Gedanken“ die Quelle des Lebens verlassen und eigenständig werden können. Ab da schien es tatsächlich „Köpfe“ zu geben, die eigene Gedanken hegen konnten und die dazugehörigen Körper, die diese Gedanken auf teilweise wirklich sonderbare Art durch die Welt zu tragen schienen, um andere von ihnen zu überzeugen oder sie vor ihnen verborgen zu halten: Ich konnte plötzlich offensichtlich etwas denken, von dem Du nichts weißt. Stell dir das nur mal vor! Das ist ja wirklich komplett verrückt!
Gedanken haben ihr Leben nur in der ewigen Quelle, wie könnten sie nicht voneinander wissen?
Die Bilder sind in meinem Geist – Gott sei Dank! Jetzt kann ich „Dich“ sehen, »da draußen«, wo scheinbar das andere Leben geschieht. Wir beide, Menschenskind! - wir probieren immer noch das Ich und Du und erzählen uns die unglaublichsten Geschichten aus dieser wahrlich „traumhaften“ Beziehung! Dass ich dich gar nicht kenne, dass ich dich liebe, dass ich dich hasse, dass du mir egal bist, dass ich Angst haben kann vor allen möglichen Bedrohungen und auch vor dir – das ist noch der größte Witz! – , also mit einem Wort: dass ich ver-rücken kann aus unserer gemeinsamen Wahrheit. Meinst du nicht auch: Das ist jetzt mal genug? Lass uns einfach erinnern, wer wir sind. Und uns weiter in dieser Welt des Irrtums bewegen, um diese Erinnerung auszudehnen auf alle und alles: Das sind immer nur „wir zwei“, wie wir erzählen und erzählen … Und in allem bleibt Sein liebevoller Gedanke wahr, dass wir beide eins sind, und ist unser Licht.
In allem Sein Gedanke
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#2
Stimmt, man sollte diese Saufgelage mit aufgebrezeltem Manna mit Vorsicht genießen, da kommen dann so seltsame winzige verrückte Wahnideen bei raus.

"Was ist das Gegenteil von dem, was alles umschließt und daher kein Gegenteil haben kann?"

Wie besoffen muss man sein, um nicht darüber zu lachen?

Lmao Gregor
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