vergebung
#1
moin moin, folgender artikel beleuchtet die praxis der vergebung, konnte mit der antwort viel anfangen bei all der verwirrung, die sich diesbezueglich bei mir oft breit macht, wie ich hier in der als wahr empfundenen welt damit in der alltaeglichen praxis des "weltgeschehens" umgehe
http://www.facimoutreach.org/qa/question...14.htm#Q59
As you decide so will you see. And all that you see but witnesses to your decision.When you look within and see me, it will be because you have decided to manifest truth.And as you manifest it you will see it both without and within.You will see it without <because> you saw it first within.
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#2
Hier mal auf deutsch in zwei Teilen, da sonst zu lang:

Frage: Nach langer Zeit mit dem Kurs bin ich mir immer noch nicht im Klaren darüber, was Vergebung nun eigentlich ist. Nehmen wir mal an mein Ego beurteilt jemanden als Trottel. Einerseits weiss ich, dass ich mit dem Urteil nicht richtig liegen kann, denn ich kenne diese Person nicht total und wirklich, ich kann niemanden richtig beurteilen, auch wenn ich das oft vermute. Andererseits: was ist danach dann der nächste Schritt? Nicht nur habe ich ein unfaires Urteil gefällt, nein: am Ende fühle ich mich auch noch dafür schuldig.

Antwort:
Wenn du dir nur ein oder zwei Minuten Zeit nimmst, um über dein Urteil und die andere Person nachzudenken, wie du es in deiner Frage beschreibst, dann hat der Prozess der Vergebung bereits begonnen: Ein Licht ist in die Finsternis gekommen. (H.1.1:4). Der erst Schritt besteht darin zuzugeben, dass wir mit unserer Beurteilung falsch liegen und es einen anderen Weg geben muss, die Person zu betrachten. Die nächsten Schritte bestehen darin, das ursprüngliche Urteil („Trottel“) fallen zu lassen, um eine andere Wahrnehmung zu bitten und die neue Art der Wahrnehmung Willkommen zu heissen, wenn sie dich erreicht. Dies bedeutet nun aber nicht, dass du zukünftig keine Menschen mehr sehen wirst, die törichte Sachen machen. Es bedeutet hingegen, dass du die wahre Identität der Person nicht mit den „dummen Dingen“, die sie tut, gleichsetzen möchtest. Noch wirst du die Person dafür verdammen oder das Verhalten als Sünde sehen. Menschen sagen und tun dumme Sachen, das ist eine Tatsache. Um damit umzugehen, stehen zwei Wege offen: eine folgt dem Ego, das behauptet, dass törichtes Verhalten diesen Menschen zu einem Trottel abstempelt. Der andere Weg folgt dem Heiligen Geist (Vergebung), der besagt, dass das wahrgenommene törichte Verhalten nichts an der Tatsache ändert, dass dieser Mensch kein Sünder ist und auch keine Verurteilung verdient. Dies gilt im übrigen auch für die Verurteilung dir selbst gegenüber, dich schuldig für das Urteil über den Trottel zu fühlen. Wie könnten dazu nämlich auch sagen, dass jemanden einen Trottel zu nennen ebenfalls törichtes Verhalten ist. Dies bedeutet nun nicht, dass du (der das Urteil Trottel gefällt hast) nun ein Sünder bist oder Bestrafung verdient hast, sondern: du hast einen Fehler gemacht und benötigst Hilfe bei einer Art der anderen Wahrnehmung, eine Berichtigung, Vergebung also. Die Schuld, die scheinbar erst am Ende der Strecke auftaucht, nachdem du deinen Mitmenschen Trottel genannt oder es über ihn gedacht hast, war eigentlich schon vor dem angreifenden Urteil von Anfang an in deinem Geist. Diese Schuld wurde nun nach aussen auf den Mitmenschen als Trottel projiziert in Form des Urteils, das dann scheinbar hinterher erst das Schuldgefühl bei dir erzeugte. Dies ist ein gutes Beispiel für die Lehren des Kurses. Ideen verlassen ihre Quelle nicht, und ihre Wirkungen sind nur dem Scheine nach getrennt von ihnen. Gedanken sind vom Geist. Das, was nach aussen projiziert wird und scheinbar ausserhalb des Geistes ist, ist überhaupt nicht aussen, sondern eine Wirkung dessen, was innen ist und seine Quelle nicht verlassen hat. (T.26.VII.4:9)
Teil 2 der Antwort:

Die Quelle für den Prozess ist der Gedanke der Trennung im Geist, gefolgt von einem Urteil gegenüber dir selbst für diesen Gedanken und gefolgt von einem Empfinden von Schuld darüber, das du ihn gedach hast. Diese Schuld wird dann nach aussen auf jemanden anders in Form eines Angriffs projiziert und kehrt dann wiederum als Schuldgefühl darüber, einen Angriff begangen zu haben, in den Geist zurück. Ein schönes Beispiel für das kreisförmige Denken des Egos in seinen Schuld-Spielen. Vergebung bittet uns, dass wir den Ursprungsgedanken erkennen und bereit sind, Verantwortung für den weiteren Verlauf zu nehmen. Der Weg, um dir selbst den Ursprungsgedanken der Trennung in deinem Geiste zu vergeben, liegt darin, dem Trottel „gegenüber“ eben diese Vergebung zu Teil werden zu lassen, indem du ihn wie dich selbst als gleich betrachtest – bedürftig für Hilfe, Heilung und Korrektur und ihn keinesfalls als anders als du zu sehen in seiner wahren Identität als heiliger Sohn GOTTES. Lass die Form seiner Fehler dicht nicht von ihm fern halten, dessen Heiligkeit die deine ist. Lass die Schau seiner Heiligkeit, deren Anblick dir deine Vergebung zeigt, nicht von dir fern gehalten werden durch das, was des Körpers Augen sehen können. Lass dein Gewahrsein deines Bruders nicht durch die Wahrnehmung seiner Sünden und seines Körpers blockiert werden. Was sonst gibt es in ihm, das du angreifen möchtest, als das, was du mit seinem Körper in Verbindung bringst, von dem du glaubst, er könne sündigen.Jenseits seiner Irrtümer ist seine Heiligkeit und deine Erlösung. Du hast ihm seine Heiligkeit nicht gegeben, sondern versucht, deine Sünden in ihm zu sehen, um dich selbst zu erlösen. Und dennoch [k]ist[/k] seine Heiligkeit deine Vergebung. Kannst du dadurch erlöst werden, dass du den sündig machst, dessen Heiligkeit deine Erlösung ist. (T.22.III.8:1-8)\
As you decide so will you see. And all that you see but witnesses to your decision.When you look within and see me, it will be because you have decided to manifest truth.And as you manifest it you will see it both without and within.You will see it without <because> you saw it first within.
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#3
Vielen Dank, lieber Jens, für die Übersetzung.

Ich lese es und dabei sehe ich diesen jungen Norweger vor mir -
und es gelingt mir kaum zu denken.
Warum muss das Leben immer so entsetzlich grausame Beispiele bringen?
Kann jetzt nicht denken: das ist nie geschehen.
Ich denke an die vielen Jugendlichen und merke, wie ich Unterschiede mache, zwischen den Kindern und dem Täter, wie ich urteile und wie ich darunter leide.

Wie bereit bin ich wirklich zur Vergebung?

Lui
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#4
Vielleicht hilft der Gedanke, dass das Leben dieser jungen Menschen nicht zu Ende ist. Es ist unendlich. Das, was du wahrnimmst, stimmt nicht.

Herz Christine
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#5
(24.07.2011, 22:54)Christine schrieb: Vielleicht hilft der Gedanke, dass das Leben dieser jungen Menschen nicht zu Ende ist. Es ist unendlich. Das, was du wahrnimmst, stimmt nicht.

Hilft dir denn dieser Gedanke?
Oder versucht er lediglich das Leid zu verdrängen, den Zorn und Hass, das Entsetzen, die Hilf- und Sinnlosigkeit, die solche Ereignisse in uns hochrütteln und wir nicht in ihrer ganzen Intensität fühlen wollen?
____________________________________________________________________________
"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#6
(24.07.2011, 22:17)Lui schrieb: Kann jetzt nicht denken: das ist nie geschehen.

Das ist auch nicht deine Aufgabe.

Du bittest nur um eine andere Sichtweise, weil du (vielleicht nur ein ganz kleines bisschen) akzeptierst, dass es eine andere Sichtweise geben könnte.

Füge mehr hinzu, und du versuchst, SEINEN Job zu übernehmen.

Herz Gregor
Antworten
#7
(24.07.2011, 22:17)Lui schrieb: Vielen Dank, lieber Jens, für die Übersetzung.

Ich lese es und dabei sehe ich diesen jungen Norweger vor mir -
und es gelingt mir kaum zu denken.
Warum muss das Leben immer so entsetzlich grausame Beispiele bringen?
Kann jetzt nicht denken: das ist nie geschehen.
Ich denke an die vielen Jugendlichen und merke, wie ich Unterschiede mache, zwischen den Kindern und dem Täter, wie ich urteile und wie ich darunter leide.

Wie bereit bin ich wirklich zur Vergebung?

Lui

Die Macht der Entscheidung ist mein.
1. Niemand kann Verlust erleiden, außer wenn es seine eigene Entscheidung ist. Niemand erleidet Schmerz,
außer wenn seine Wahl diesen Zustand für ihn aussucht. Niemand kann sich grämen oder ängstigen oder denken,
er sei krank, außer wenn dies die Ergebnisse sind, die er haben will. Und niemand stirbt ohne seine eigene
Zustimmung. Nichts geschieht, was nicht deinen Wunsch darstellte, und nichts wird weggelassen, was du wählst.
Hier ist deine Welt, vollständig bis in alle Einzelheiten. Hier ist ihre ganze Wirklichkeit für dich. Und hier allein ist
die Erlösung.


dies lässt keine fehldeutungen mehr zu, ausser ich will fehldeutungen weiterhin für wirklich halten.
Herz gottfried
Antworten
#8
(25.07.2011, 00:19)Gregor schrieb:
(24.07.2011, 22:17)Lui schrieb: Kann jetzt nicht denken: das ist nie geschehen.

Das ist auch nicht deine Aufgabe.

Du bittest nur um eine andere Sichtweise, weil du (vielleicht nur ein ganz kleines bisschen) akzeptierst, dass es eine andere Sichtweise geben könnte.

Füge mehr hinzu, und du versuchst, SEINEN Job zu übernehmen.

Herz Gregor

Danke für diesen Hinweis. Der "entspannende" Moment ist wirklich der, in dem ich nichts weiter tue, als das, was ich wahrnehme, in Frage zu stellen. Gehe ich einen Schritt weiter - versuche ich also, "Gelerntes" mit dem Löffel meines Verstandes wie Sahne unter den Quark zu heben -, verdirbt es die Rezeptur, befinde ich mich auf dem Rückweg.
Für die Hölle ist kein Platz in einer Welt, deren Lieblichkeit so intensiv und umfassend sein kann, dass es nur ein Schritt von dort zum Himmel ist.
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#9
(25.07.2011, 08:04)Hannes schrieb:
(25.07.2011, 00:19)Gregor schrieb: [quote='Lui' pid='34900' dateline='1311542224']
Kann jetzt nicht denken: das ist nie geschehen.

Das ist auch nicht deine Aufgabe.

Du bittest nur um eine andere Sichtweise, weil du (vielleicht nur ein ganz kleines bisschen) akzeptierst, dass es eine andere Sichtweise geben könnte.

Füge mehr hinzu, und du versuchst, SEINEN Job zu übernehmen.

Herz Gregor

Vielen Dank Jens für den Text Herz. Ich werde ihn jetzt Ausdrucken und lesen.

Ich stolpere auch immer wieder über die "schrecklichen" Ereignisse in der Welt aber auch in meinem privaten Umfeld. Es scheint so einfach um eine andere Sichtweise zu bitten. Doch spüre ich schnell meine Schuld, dass andere leiden und ich vergebe, ich komme mir Herzlos vor und dann wieder unfähig, anstatt Angst nur Mitgefühl zu haben. Herz Franziska
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#10
(25.07.2011, 07:35)gottfried schrieb: Die Macht der Entscheidung ist mein.
1. Niemand kann Verlust erleiden, außer wenn es seine eigene Entscheidung ist. Niemand erleidet Schmerz,
außer wenn seine Wahl diesen Zustand für ihn aussucht. Niemand kann sich grämen oder ängstigen oder denken,
er sei krank, außer wenn dies die Ergebnisse sind, die er haben will. Und niemand stirbt ohne seine eigene
Zustimmung. Nichts geschieht, was nicht deinen Wunsch darstellte, und nichts wird weggelassen, was du wählst.
Hier ist deine Welt, vollständig bis in alle Einzelheiten. Hier ist ihre ganze Wirklichkeit für dich. Und hier allein ist
die Erlösung.


dies lässt keine fehldeutungen mehr zu, ausser ich will fehldeutungen weiterhin für wirklich halten.
Herz gottfried

Lieber Gottfried, im Moment wirkt diese Textstelle wie der blanke Hohn auf die Opfer. Es ist eine nur eine Textstelle!

ich kann diesem Schritt, dass nun keine Fehldeutungen mehr möglich sind, im Moment nicht nachvollziehen.
Ich habe ein wenig den Eindruck, dass diese Textstellen immer nur wirken, wenn ich schon bereit bin, das Geschehene zu vergessen.

Solche Stellen stehen mir im Wege, wenn ich Gregors Rat annehme:

Zitat:Du bittest nur um eine andere Sichtweise, weil du (vielleicht nur ein ganz kleines bisschen) akzeptierst, dass es eine andere Sichtweise geben könnte.

Füge mehr hinzu, und du versuchst, SEINEN Job zu übernehmen.

Das Textzitat gibt immer schon die Antwort vorweg. Das ist es, glaub ich, was mir solche Schwierigkeiten in solch schwierigen Situationen macht. Ich denke, weil ich es ja im Kurs auch lese, dass die Antwort des HG natürlich genau so ausfallen wird, wie es in dem Zitat steht.

Aber nun möchte ich all diese Zitate beiseite lassen und nur um dieses Eine bitten: eine andere Sicht, wie immer sie sein wird, falls ich sie empfangen kann.

Liebe Grüße
Lui
Antworten




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