Kapitel 12.III
#1
4. Erkenne, was nicht von Belang ist, und wenn deine Brüder dich um etwas »Ungeheuerliches« bitten, so tu es, weil es nicht von Belang ist. Lehne es ab, und deine Ablehnung beweist, dass es für dich von Belang ist. Nur du bist es demnach, der die Bitte ungeheuerlich gemacht hat - und jede Bitte eines Bruders ist für dich. Warum möchtest du darauf beharren, sie ihm zu verweigern? Denn das heißt, dich selbst zu verleugnen und euch beide arm zu machen. Er bittet um Erlösung, ebenso wie du. Armut ist vom Ego und niemals von GOTT. Keine »ungeheuerlichen« Bitten können an den gerichtet werden, der begreift, was wertvoll ist, und der nichts anderes akzeptieren will. T-12.III.4:1

Siehe auch:
If a Brother Asks You for Something Outrageous
by Robert Perry
http://www.circleofa.org/articles/IfABrotherAsks.php
____________________________________________________________________________
"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#2
(01.10.2011, 13:46)Inge schrieb: 4. Erkenne, was nicht von Belang ist, und wenn deine Brüder dich um etwas »Ungeheuerliches« bitten, so tu es, weil es nicht von Belang ist. (T-12.III.4:1)

Was nicht zu verwechseln ist mit einer generellen Verhaltensregel für jede beliebige Situation. Der Kurs enthält keine Verhaltensregeln!

Ich habe dir gesagt, du sollest, wenn dich ein Bruder um etwas Törichtes bittet, es tun. Vergewissere dich aber, dass das nicht bedeutet, etwas Törichtes zu tun, das entweder ihn oder dich verletzen würde, denn was den einen verletzt, das verletzt auch den andern. Törichte Bitten sind nur deshalb töricht, weil sie in Konflikt sind, da sie immer irgendein Element von Besonderheit enthalten. (T-16.I.6)

Herz Gregor
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#3
danke sehr ! das gilt auch fuer meine eignen wuensche an mich, oder?
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#4
(03.10.2011, 16:54)veronika schrieb: danke sehr ! das gilt auch fuer meine eignen wuensche an mich, oder?
Törichte Wünsche sind törichte Wünsche. Ganz gleich "an wen" sie gerichtet werden...Cool

Smile Johannes
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#5
(01.10.2011, 16:51)Gregor schrieb:
(01.10.2011, 13:46)Inge schrieb: 4. Erkenne, was nicht von Belang ist, und wenn deine Brüder dich um etwas »Ungeheuerliches« bitten, so tu es, weil es nicht von Belang ist. (T-12.III.4:1)

Was nicht zu verwechseln ist mit einer generellen Verhaltensregel für jede beliebige Situation. Der Kurs enthält keine Verhaltensregeln!

Ich habe dir gesagt, du sollest, wenn dich ein Bruder um etwas Törichtes bittet, es tun. Vergewissere dich aber, dass das nicht bedeutet, etwas Törichtes zu tun, das entweder ihn oder dich verletzen würde, denn was den einen verletzt, das verletzt auch den andern. Törichte Bitten sind nur deshalb töricht, weil sie in Konflikt sind, da sie immer irgendein Element von Besonderheit enthalten. (T-16.I.6)

Herz Gregor

Diese Aussagen habe ich schon öfter versucht zu entschlüsseln.
Schlagt mich tot aber ich komm nicht dahinter was "der Künstler damit sagen will"!
Ist das nach dem Motto "man kann, muss aber nicht" - törichte Bitten des Bruders erfüllen? Rolleyes2
Oder sagt mir, dass es nicht schlimm ist, wenn ich nichts verstehe, damit ich in Frieden weiter den Kurs missverstehen - äh meinte: lernen kann. Updown

Herz
Birgit
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#6
Abend Birgit!

Schlag ich mich auch noch mit rum ... .
Es klingt für mich so, dass ich die verrücktesten Bitten (die "ungeheuerlichsten") erfüllen kann, solange sie nicht für den Bittenden, mich oder irgendwen schädigend in Form eines wie auch immer gearteten Angriffs (und damit "töricht") sind.

Wobei ich gerne korrigiert werde.

Nächtle! Hannes
Für die Hölle ist kein Platz in einer Welt, deren Lieblichkeit so intensiv und umfassend sein kann, dass es nur ein Schritt von dort zum Himmel ist.
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#7
Was sind denn törichte Wünsche?
Was du mit anderen teilst, bestärkst du.
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#8
Wenn du mich bittest, deinem Mann einen Sack über den Kopf zu stülpen und ihn zu vermöbeln, weil er immer seine Socken überall rumliegen lässt, dann wär das nicht nur ungeheuerlich, sondern auch töricht (nach meiner selbstgebastelten Auslegung).
Für die Hölle ist kein Platz in einer Welt, deren Lieblichkeit so intensiv und umfassend sein kann, dass es nur ein Schritt von dort zum Himmel ist.
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#9
(04.10.2011, 20:50)Kursvorschüler schrieb: Diese Aussagen habe ich schon öfter versucht zu entschlüsseln.

Erkenne, was nicht von Belang ist, und wenn deine Brüder dich um etwas »Ungeheuerliches« bitten, so tu es, weil es nicht von Belang ist. (T-12.III.4:1), ist wohl im Sinne der eigenen Betroffenheit eine der radikalsten Aussagen des Kurses (wenn man sie nicht mal wieder dazu nutzt, dem Anderen zu sagen, wie er sich denn bitte zu verhalten habe Smile).

Robert Perry nennt sie in seinem Artikel "äußere Form der Vergebung". Das bringt es auf den Punkt. Vergebung spielt sich im Inneren ab und bezieht sich in den meisten Fällen auf "persönliche" innere Zustände, die dem Heiligen Geist übergeben werden. Hier aber bezieht sich Vergebung auf "äußere" Zustände (die "ungeheuerliche" Bitte eines Bruders) und wird sichtbar, ist nicht mehr "privat".

Da es keinen Unterschied zwischen "Außen" und "Innen" gibt, ist die Aussage nur konsequent. Ist diese Welt mit allen ihren Facetten wirklich nur eine Gedankenkonstruktion, eine (irrtümliche) Idee, nicht wirklich, dann ist es auch nicht von Belang, eine "ungeheuerliche" Bitte zu erfüllen.

Nun gerät aber das gesamte gesellschaftliche Gefüge ins Wanken. Alle Wertvorstellungen vom Umgang miteinander, von Schutzmechanismen und Abgrenzungen, von "Notwendigkeiten", um in der Welt zu leben oder auch nur zu überleben, stehen plötzlich auf dem Prüfstand. Denn das "Ungeheuerliche" ist gar nicht so ungeheuerlich, wie es scheint. Soll ich mein Auto, mein Haus, nicht mehr abschließen (gibt ja Brüder, die die "Bitte" haben, da rein zu wollen)? Soll ich mein Bankkonto öffentlich machen? Soll ich jeder Bitte entsprechen, die irgendein Bruder an mich richtet, weil ich sonst die Lehre des Kurses nicht verstanden habe oder ihn nicht umsetze (obwohl ich das doch will, schließlich will ich das "haben", was der Kurs mir verspricht)?

Und dann noch diese Einschränkung: törichte Bitten sind in diesem Zusammenhang nicht relevant. Also muss ich jetzt noch unterscheiden, was töricht ist und was nicht? Wo ist der klare Maßstab dafür?

Eigentlich herrscht nun dieselbe Verwirrung wie bei dem Bibelspruch mit der anderen Wange, die ich hinhalten soll oder dem Reichtum, den ich weggeben soll, um IHM zu folgen. Nur mit dem Unterschied, dass die Kursaussage in einem begründendem Zusammenhang steht: die Welt hat keinen Wert. Nur den (oft "ungeheuerlichen") Wert, den ich ihr gebe.

Die Aussage ist jedoch keine Verhaltensaussage. Weil der Kurs keine Verhaltensvorschriften macht. Sie zeigt auf, dass alle Rituale, "kurskonforme" Verhaltensregeln, (Übungs-)Methoden und "Vergebungstechniken" nicht hinreichend sind, um das Ziel des Kurses zu erreichen. Sie sind notwendig, da ohne eine Struktur der Kurs nicht zu lernen ist, wie im Kurs immer wieder betont wird. Um Lernen aber geht es, denn das Ding heißt nicht umsonst "Kurs". Da die Welt durch einen ungeheuerlichen Lernprozess entstanden ist, kann auch der Kurs gelernt werden. Nicht umsonst bietet der Kurs einen sorgfältig strukturierten Lernprozess mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Methoden an. Aber am Ende (schon in der Mitte ab Lektion 220) geht diese Struktur in etwas "anderes" über.

Die Aussage erschließt sich also nicht durch erdachte Verhaltensformen. Sie ist ein Aufruf, sie zeigt, welche sichtbaren Auswirkungen Vergebung hat. Und diese Vergebung funktioniert nur durch IHN, durch die Hinwendung an den Heiligen Geist, und die Bitte an IHN, im konkreten Einzelfall zu zeigen, was ich "tun" soll (ein sehr weit gefasster Begriff von "tun") - und dann auf SEINE STIMME (in welcher Form auch immer) zu hören. Es ist die letztlich vollkommene Abgabe der Kontrolle an IHN - oder an MICH. Ohne irgend etwas zurück zu halten.

Und das Schritt für Schritt, erst strukturiert, dann immer weniger Struktur, dann nämlich 24 Stunden pro Tag, immer, ununterbrochen. Was ohne SEINE Hilfe nicht möglich ist.

Auf jeden Fall ist die Aussage kein Hilfsmittel, sich schuldig zu fühlen, weil man glaubt zu blöd zu sein, den Kurs zu lernen. Und schon gar kein Totschlagargument, um den anderen zurecht zu biegen und in der Diskussion Oberwasser zu behalten.

Herz Gregor
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#10
"Ich brauche nichts zu tun, außer mich nicht einzumischen."

Dem entspräche das dann also? Und ich kann mir die ganzen Denkverrenkungen über törichte und ungeheuerliche Bitten sparen?
Für die Hölle ist kein Platz in einer Welt, deren Lieblichkeit so intensiv und umfassend sein kann, dass es nur ein Schritt von dort zum Himmel ist.
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