Die zwei Ebenen im Kurs
#1
Liebe Freunde,

ich habe einen Text verfasst und würde gern wissen, was ihr davon haltet Smile

Die zwei Ebenen des Kurses - Ken Wapnick, der vielleicht beste Kenner des Kurses, sagt uns immer wieder, dass der Kurs auf zwei Ebenen handelt. Die eine Ebene ist die des Himmels (Wirklichkeit, Wahrheit), die andere die der Welt (Traum, Illusion). Mal verweisen Aussagen im Kurs auf die Wirklichkeit, mal auf die Traumwelt, in der wir uns wähnen und in der wir uns verloren haben. Das aber ist nicht speziell gekennzeichnet, man muss es aus dem Zusammenhang erkennen. Oft wechselt die Ebene innerhalb eines Absatzes, manchmal sogar innerhalb eines Satzes, z.B.: "du bist auf einer Reise, die schon lang vorüber ist". Wir wähnen uns auf einer Reise innerhalb der Welt (relative Ebene), die aber in Wirklichkeit (absolute Ebene) schon lang vorüber ist bzw. nie stattgefunden hat. Das kann zu vielfältigen Verwirrungen führen, und kaum einer, der sich nicht mal darin verwirrt hat. Es gilt also, die beiden Ebenen klar zu unterscheiden und auseinanderzuhalten, um sie nicht zu vermischen. Eine solche Vermischung wäre zum Beispiel, wenn man einem schwerkranken oder trauernden Menschen sagen würde, er solle sich keine Sorgen machen, denn schließlich sei alles Illusion und niemals geschehen. Das wäre einfach lieblos und würde sein subjektives Erleben (und vermutlich auch das eigene) unwürdig verleugnen. Es wäre also kurstechnisch gesehen ein Irrtum, wenn man die Ebenen vermischt und die himmlische Ebene in die weltliche Ebene hineinzerrt, wie in dem obigen Beispiel. Allerdings denke ich in letzter Zeit immer häufiger, dass es ebenso ein Irrtum ist, diese absolute, himmlische Ebene der Wirklichkeit strikt von unserem weltlichen Erleben zu trennen und nur als vage Abstraktion jenseits dieser Welt zuzulassen. In diesem Fall würden wir nichts anderes machen als die Christen, die ihren Gott in einem weit entfernten Himmel wähnen, getrennt von ihnen. Die beiden Ebenen sollten nicht verwechselt und nicht vermischt werden, ja. Sie sollten aber auch nicht kategorisch getrennt werden und getrennt bleiben, sondern quasi ineinandergefügt und versöhnt! Und zwar indem wir nicht die Wahrheit in die Illusion ziehen, sondern indem wir unsere Illusion der Wahrheit übergeben.

Grüße,

Thomas
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#2
(27.05.2017, 07:15)Thomas schrieb: Liebe Freunde,

ich habe einen Text verfasst und würde gern wissen, was ihr davon haltet Smile

Die zwei Ebenen des Kurses - Ken Wapnick, der vielleicht beste Kenner des Kurses, sagt uns immer wieder, dass der Kurs auf zwei Ebenen handelt. Die eine Ebene ist die des Himmels (Wirklichkeit, Wahrheit), die andere die der Welt (Traum, Illusion). Mal verweisen Aussagen im Kurs auf die Wirklichkeit, mal auf die Traumwelt, in der wir uns wähnen und in der wir uns verloren haben. Das aber ist nicht speziell gekennzeichnet, man muss es aus dem Zusammenhang erkennen. Oft wechselt die Ebene innerhalb eines Absatzes, manchmal sogar innerhalb eines Satzes, z.B.: "du bist auf einer Reise, die schon lang vorüber ist". Wir wähnen uns auf einer Reise innerhalb der Welt (relative Ebene), die aber in Wirklichkeit (absolute Ebene) schon lang vorüber ist bzw. nie stattgefunden hat. Das kann zu vielfältigen Verwirrungen führen, und kaum einer, der sich nicht mal darin verwirrt hat. Es gilt also, die beiden Ebenen klar zu unterscheiden und auseinanderzuhalten, um sie nicht zu vermischen. Eine solche Vermischung wäre zum Beispiel, wenn man einem schwerkranken oder trauernden Menschen sagen würde, er solle sich keine Sorgen machen, denn schließlich sei alles Illusion und niemals geschehen. Das wäre einfach lieblos und würde sein subjektives Erleben (und vermutlich auch das eigene) unwürdig verleugnen. Es wäre also kurstechnisch gesehen ein Irrtum, wenn man die Ebenen vermischt und die himmlische Ebene in die weltliche Ebene hineinzerrt, wie in dem obigen Beispiel. Allerdings denke ich in letzter Zeit immer häufiger, dass es ebenso ein Irrtum ist, diese absolute, himmlische Ebene der Wirklichkeit strikt von unserem weltlichen Erleben zu trennen und nur als vage Abstraktion jenseits dieser Welt zuzulassen. In diesem Fall würden wir nichts anderes machen als die Christen, die ihren Gott in einem weit entfernten Himmel wähnen, getrennt von ihnen. Die beiden Ebenen sollten nicht verwechselt und nicht vermischt werden, ja. Sie sollten aber auch nicht kategorisch getrennt werden und getrennt bleiben, sondern quasi ineinandergefügt und versöhnt! Und zwar indem wir nicht die Wahrheit in die Illusion ziehen, sondern indem wir unsere Illusion der Wahrheit übergeben.

Grüße,

Thomas

Ich gehe davon aus, dass ich diese zwei Ebenen nicht auseinanderhalten muss, da es nur eine Ebene wirklich gibt. Und ich muss auch nicht  eine Ebene mit einer anderen Ebene versöhnen, weil Sie nicht versöhnlich sind. Ich muss bereit sein mir von meinem Lehrer zeigen zu lassen, dass nur die Ebene des Geistes existiert. Wenn ich dazu bereit bin, dann wird dies sich in meinem Traum durch Wunder zeigen. Ich werde ein glücklicher Schüler in der Zeit, weil der glaube schwindet, dass die Welt etwas anderes ist als meine Projektion der Schuld. Ich entdecke die Macht meines Geistes. Ich entdecke, dass Krankeit von dem Glauben an Schuld kommt und wir werden geheilt von jeder Form von Krankheit. Ich entdecke den Segen der Vergebung und den Wahnsinn und das Unglück, dass von dem Glauben an Schuld kommt.
Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass ich weniger Probleme haben werden, einen Parkplatz oder eine schöne Wohnung ( mit Garten oder zumindest Dachterrasse) zu finden. Gleichzeitig wird dies mehr und mehr an Bedeutung verlieren. Es sind lediglich belanglose und selbstverständliche  Folgen einer anderen Wahl.

Lieber Gruß von Zeitweise
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#3
Nun - das meine ich ja am Schluss mit: die Illusion der Wahrheit übergeben. Was nichts anderes heißt, als dass es nur Wahrheit gibt und immer nur gegeben hat. Aber solange ich mich in dieser Welt wähne, ist meine Realität eben, dass ich die Welt für wirklich halte.
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#4
(27.05.2017, 07:15)Thomas schrieb: Allerdings denke ich in letzter Zeit immer häufiger, dass es ebenso ein Irrtum ist, diese absolute, himmlische Ebene der Wirklichkeit strikt von unserem weltlichen Erleben zu trennen und nur als vage Abstraktion jenseits dieser Welt zuzulassen. In diesem Fall würden wir nichts anderes machen als die Christen, die ihren Gott in einem weit entfernten Himmel wähnen, getrennt von ihnen. Die beiden Ebenen sollten nicht verwechselt und nicht vermischt werden, ja. Sie sollten aber auch nicht kategorisch getrennt werden und getrennt bleiben, sondern quasi ineinandergefügt und versöhnt! Und zwar indem wir nicht die Wahrheit in die Illusion ziehen, sondern indem wir unsere Illusion der Wahrheit übergeben.

Ja, man könnte auch sagen, dass wir durch Vergebung und durch den Heiligen Augenblick jedes Mal den Himmel - nämlich Frieden und Liebe - für einen Moment auf die Erde bringen.

"Der HEILIGE GEIST ist der Weg, auf dem DER WILLE GOTTES auf Erden wie im HIMMMEL geschieht."  (T-5.II.8:4)

Auf diese Weise können Wunder geschehen und die Welt harmonisiert sich nach und nach.

"Diese Welt wird sich durch dich verändern." (Lektion 125, Abschnitt 2:1)

"Du bist der heilige SOHN GOTTES SELBST. Erinnere dich daran, und alle Welt ist frei. 
Erinnere dich daran, dann sind die Erde und der Himmel eins."     (Lektion 191, Abschnitt 11:6-8)
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#5
(28.05.2017, 08:54)Marie schrieb: Ja, man könnte auch sagen, dass wir durch Vergebung und durch den Heiligen Augenblick jedes Mal den Himmel - nämlich Frieden und Liebe - für einen Moment auf die Erde bringen.

Also genau das Gegenteil von dem, was Thomas schreibt? Vergebung zu dem Zweck, die Wahrheit in die Illusion ziehen, statt die Illusion der Wahrheit zu übergeben, wie der Kurs Vergebung beschreibt? Die Illusion damit "aufwerten", ihr überhaupt erst einen Wert zu geben, den sie nicht hat?

Wie heißt es so schön in Lektion 226:

Doch wenn ich keinen Wert in der Welt erblicke, wie ich sie sehe, nichts, was ich für mich behalten oder suchen möchte als ein Ziel, dann wird sie von mir scheiden. Denn ich habe nicht nach Illusionen gesucht, um die Wahrheit zu ersetzen.


Man könnte das auch mit Weltflucht verwechseln - aber nur dann, wenn man die Welt und alle ihre Erscheinungen ablehnt. Und damit der Welt, wie ich sie sehe, wieder "durch die Hintertür" einen Wert zumesse. Es ist also ziemlich gleichgültig, was ich mit der Welt "mache" - es wird immer den Zielen der Welt und damit der Illusion dienen.

Daher kann ich Zeitweise nur zustimmen: Die einzig sinnvolle Antwort ist die Antwort DEINES LEHRERS, nicht deine Antwort, die Antwort des Bildes, das du von dir gemacht hast. Der LEHRER tut gar nichts. Und das Bild versteht absolut nichts davon was es heißt, nichts zu tun.

Herz Gregor
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#6
(28.05.2017, 13:39)Gregor schrieb: Wie heißt es so schön in Lektion 226:

Doch wenn ich keinen Wert in der Welt erblicke, wie ich sie sehe, nichts, was ich für mich behalten oder suchen möchte als ein Ziel, dann wird sie von mir scheiden. Denn ich habe nicht nach Illusionen gesucht, um die Wahrheit zu ersetzen.


Man könnte das auch mit Weltflucht verwechseln - aber nur dann, wenn man die Welt und alle ihre Erscheinungen ablehnt. Und damit der Welt, wie ich sie sehe, wieder "durch die Hintertür" einen Wert zumesse. Es ist also ziemlich gleichgültig, was ich mit der Welt "mache" - es wird immer den Zielen der Welt und damit der Illusion dienen.

Ojeh, da steht nun dieses Wörtlein "Weltflucht".  Sad
Ich denke, dass ich das schon lange betreibe -- komme einfach nicht mehr in dieser Welt zurecht; nichts macht mehr Sinn.........
____________________________________________________________________________
"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#7
(28.05.2017, 21:13)Inge schrieb: Ojeh, da steht nun dieses Wörtlein "Weltflucht".  Sad
Ich denke, dass ich das schon lange betreibe -- komme einfach nicht mehr in dieser Welt zurecht; nichts macht mehr Sinn.........

Das ist also deine Art, der Welt einen Wert zu geben. Denn ohne Wert kannst du nichts ablehnen oder keinen Sinn in etwas finden oder dich nicht zurechtfinden. Es geht nicht nur um die Dinge, die wir in der Welt mögen oder anstreben (Geld, Macht, Frieden, andere Geisteszustände, ...), sondern auch um die Dinge, die wir ablehnen. Wert ist Wert, sei er "positiv" oder "negativ". Und damit stellt jeder Wert ein (missgeleitetes) Ziel dar.

Das nennt der Kurs "Urteil". Wenn es also in der Lektion heißtDoch wenn ich keinen Wert in der Welt erblicke, wie ich sie sehe, nichts, was ich für mich behalten oder suchen möchte als ein Ziel, dann wird sie von mir scheiden., dann geht es um jeglichen Wert, um jegliches Urteil. Denn das Urteil jeglicher Art macht mich zum Opfer.

Es geht also nicht darum, die Welt anzunehmen noch sie abzulehnen. Sondern sie zu vergeben, sie dir als "wert-los" zeigen zu lassen. Oder als "bedeutungslos", was der Begriff ist, den der Kurs häufig dafür verwendet.

Herz Gregor
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#8
(28.05.2017, 23:22)Gregor schrieb: Das ist also deine Art, der Welt einen Wert zu geben. Denn ohne Wert kannst du nichts ablehnen oder keinen Sinn in etwas finden oder dich nicht zurechtfinden. Es geht nicht nur um die Dinge, die wir in der Welt mögen oder anstreben (Geld, Macht, Frieden, andere Geisteszustände, ...), sondern auch um die Dinge, die wir ablehnen. Wert ist Wert, sei er "positiv" oder "negativ". Und damit stellt jeder Wert ein (missgeleitetes) Ziel dar.

Das nennt der Kurs "Urteil". Wenn es also in der Lektion heißtDoch wenn ich keinen Wert in der Welt erblicke, wie ich sie sehe, nichts, was ich für mich behalten oder suchen möchte als ein Ziel, dann wird sie von mir scheiden., dann geht es um jeglichen Wert, um jegliches Urteil. Denn das Urteil jeglicher Art macht mich zum Opfer.

Es geht also nicht darum, die Welt anzunehmen noch sie abzulehnen. Sondern sie zu vergeben, sie dir als "wert-los" zeigen zu lassen. Oder als "bedeutungslos", was der Begriff ist, den der Kurs häufig dafür verwendet.

Danke Gregor. Das lockert den Knäuel etwas -- zumindest vorübergehend.......  Smile
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"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#9
(28.05.2017, 23:22)Gregor schrieb: Es geht also nicht darum, die Welt anzunehmen noch sie abzulehnen. Sondern sie zu vergeben, sie dir als "wert-los" zeigen zu lassen. Oder als "bedeutungslos", was der Begriff ist, den der Kurs häufig dafür verwendet.

Sehr guter reminder, danke!
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#10
(28.05.2017, 13:39)Gregor schrieb:
(28.05.2017, 08:54)Marie schrieb: Ja, man könnte auch sagen, dass wir durch Vergebung und durch den Heiligen Augenblick jedes Mal den Himmel - nämlich Frieden und Liebe - für einen Moment auf die Erde bringen.

Also genau das Gegenteil von dem, was Thomas schreibt? Vergebung zu dem Zweck, die Wahrheit in die Illusion ziehen, statt die Illusion der Wahrheit zu übergeben, wie der Kurs Vergebung beschreibt? Die Illusion damit "aufwerten", ihr überhaupt erst einen Wert zu geben, den sie nicht hat?

Das, was ich da geschrieben habe, steht aber auch im Kurs drin. Allerdings natürlich wesentlich schöner und besser ausgedrückt.
Dort steht in Lektion 193, Abschnitt 13, dass wir durch Vergebung den Schlüssel in Händen halten, "der des HIMMELS Pforte öffnet und die LIEBE GOTTES, des VATERS, endlich auf die Erde niederbringt, um sie zum HIMMEL emporzuheben."   Also, erst kommt die Liebe Gottes durch uns auf die Erde, dann wird die Erde zum Himmel hochgehoben.
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