Das Zeitkonzept
#1
Die letzten Tage habe ich mich mal wieder etwas im Zeitkonzept des Kurses verbissen. Grade die Deutung von Wapnick, den ich sonst ja liebe, erscheint mir immer schwerer nachvollziehbar, je mehr ich versuche, das mit den Videobänder usw. zu verstehen. Gestern dachte ich mir: wenn wirklich die gesamte Zeit bereits vergangen ist - welche Bedeutung hat dann die sonst so wichtige Wahl zwischen HG und Ego? Auch diese Wahl muss doch dann bereits vergangen sein. Geht es am Ende gar nicht darum zu wählen, sondern zu erkennen, dass gar keine Wahl möglich und nötig ist?
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#2
(27.07.2017, 09:12)Thomas schrieb: Die letzten Tage habe ich mich mal wieder etwas im Zeitkonzept des Kurses verbissen. Grade die Deutung von Wapnick, den ich sonst ja liebe, erscheint mir immer schwerer nachvollziehbar, je mehr ich versuche, das mit den Videobänder usw. zu verstehen. Gestern dachte ich mir: wenn wirklich die gesamte Zeit bereits vergangen ist - welche Bedeutung hat dann die sonst so wichtige Wahl zwischen HG und Ego? Auch diese Wahl muss doch dann bereits vergangen sein. Geht es am Ende gar nicht darum zu wählen, sondern zu erkennen, dass gar keine Wahl möglich und nötig ist?

Zeit und Raum - das sind wohl die am schwierigsten zu überwindenden Vorstellungen, da sie im Traum allgegenwärtig sind. Die Zeit scheint mir dabei noch schwieriger zu sein als der Raum. Ich habe mal eine wissenschaftliche Sendung mit verschiedenen Beiträgen zum Thema Zeit gesehen - eines der vorgetragenen Konstrukte war abenteuerlicher und komplexer als das andere, alle waren natürlich nicht kompatibel. Und wenn man bedenkt, dass die Zeit bei quantenmechanischen Vorgängen auch rückwärts laufen kann ... Und wir reden hier über Wissenschaft, nicht über beliebige esoterische Vorstellungen aus der Wunsch-dir-was-Kiste.

Ich glaube, das einzige Verständnis, das zum Thema Zeit erforderlich ist, besteht darin zu akzeptieren, dass es eine "Riesenillusion" ist, ein "Taschenspielertrick". Das gibt eine gewaltige Fülle an "Vergebungspotential", und das heißt viele Gelegenheiten, sich IHM hinzuwenden. Denn Vergebung-zur-Erlösung ist SEINE Angelegenheit. "Vergebe" ich, wird daraus irgendeine Form der Vergebung-zum-Zerstören.

Wo kommt eigentlich (aus dem Kurs) diese Mimik her, dass die Zeit nun noch einmal durchlebt wird, da sie längst vergangen und abgeschlossen ist? Es ist mir (theoretisch) klar: Die Welt entstand und verschwand in einem einzigen Augenblick. In diesem einen Augenblick ist alle Zeit enthalten, denn "außerhalb" dieses Augenblicks gibt es keine Zeit. Das heißt für mich: Der Geist suhlt sich in diesem einen Augenblick und hat daher eine Wahl. Immer jetzt. Wann sonst?

Dieser Geist bin nicht "ich", mein wahrgenommenes "Selbst". "Ich" bin in die Zeit eingebunden, aus der Nummer komme ich nicht raus. Aber: Das hat nichts mit meinem SELBST zu tun, das scheinbar gespalten ist, "solange" es illusionäre "Ichs" postuliert. Dieses SELBST hat die Wahl. "Ich" habe sie nicht. Darum gibt es ja auch für "mich" nichts zu tun. Smile

Herz Gregor
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#3
(01.08.2017, 23:30)Gregor schrieb: Zeit und Raum - das sind wohl die am schwierigsten zu überwindenden Vorstellungen, da sie im Traum allgegenwärtig sind. Die Zeit scheint mir dabei noch schwieriger zu sein als der Raum. Ich habe mal eine wissenschaftliche Sendung mit verschiedenen Beiträgen zum Thema Zeit gesehen - eines der vorgetragenen Konstrukte war abenteuerlicher und komplexer als das andere, alle waren natürlich nicht kompatibel. Und wenn man bedenkt, dass die Zeit bei quantenmechanischen Vorgängen auch rückwärts laufen kann ... Und wir reden hier über Wissenschaft, nicht über beliebige esoterische Vorstellungen aus der Wunsch-dir-was-Kiste.

Jou. Ich mag mir sowas gar nicht mehr angucken. Ich merke, dass ich jegliche philosophische oder wissenschaftliche Theorie, die von einer objektiven Zeit, die außerhalb und unabhängig von Geist/Bewusstsein vor sich hinlaufen soll, einfach gar nicht mehr ernst nehmen kann. Klingt arrogant, aber es ist so.

Zitat:Ich glaube, das einzige Verständnis, das zum Thema Zeit erforderlich ist, besteht darin zu akzeptieren, dass es eine "Riesenillusion" ist, ein "Taschenspielertrick". Das gibt eine gewaltige Fülle an "Vergebungspotential", und das heißt viele Gelegenheiten, sich IHM hinzuwenden. Denn Vergebung-zur-Erlösung ist SEINE Angelegenheit. "Vergebe" ich, wird daraus irgendeine Form der Vergebung-zum-Zerstören.

Manchmal ist der Unterschied gar nicht so leicht zu erkennen.....

Zitat:Es ist mir (theoretisch) klar: Die Welt entstand und verschwand in einem einzigen Augenblick. In diesem einen Augenblick ist alle Zeit enthalten, denn "außerhalb" dieses Augenblicks gibt es keine Zeit. Das heißt für mich: Der Geist suhlt sich in diesem einen Augenblick und hat daher eine Wahl. Immer jetzt. Wann sonst?

Ja, jetzt verstehe ich es wieder. Ich hatte mich irgendwie in die Idee verrannt, dass diese Wahl auch schon vergangen sein muss, da ja alle Zeit bereits vorüber ist. Also das berühmte Videokassetten-Schauen von Wapnick: Ich gucke mir alte Kassetten an, mit Dingen, die schon längt geschehen sind, aber dieses Angucken muss ja dann auch schon vorüber sein. Was dann hieße, dass wir nicht mal mehr in der Illusion eine Wahl hätten. Jetzt denke ich mir, dass zwar die Videokassetten, also das, was ich tatsächlich jetzt wahrnehme (inklusive Erinnerungen und Vorstellungen) zwar bereits vergangen sind, dass ich aber dieses Vergangene eben jetzt anschaue. Wapnick sagt nun, dass der Beobachter/Träumer/Entscheider den Traum von jenseits von Zeit und Raum anschaut. Und "jetzt" ist ja in gewisser Weise jenseits der Zeit, quasi ein Null-Punkt der Zeit. Klar, aus Sicht der WIRKLICHKEIT existiert das alles nicht, aber innerhalb meiner Illusion kann ich Zeit einsparen und die Illusion beenden. Macht das Sinn?

Zitat:Dieser Geist bin nicht "ich", mein wahrgenommenes "Selbst". "Ich" bin in die Zeit eingebunden, aus der Nummer komme ich nicht raus. Aber: Das hat nichts mit meinem SELBST zu tun, das scheinbar gespalten ist, "solange" es illusionäre "Ichs" postuliert. Dieses SELBST hat die Wahl. "Ich" habe sie nicht. Darum gibt es ja auch für "mich" nichts zu tun. Smile

Ja, stimmt. Theoretisch klar, aber in der Praxis manchmal schwer zu unterscheiden. Ich glaube, Momente erlebt zu haben, wo ich mein SELBST war und aus diesem heraus lebte. Meist jedoch bin ich mit meinem wahrgenommenen Ich identifiziert, vermute ich. Der einzige Gradmesser ist vermutlich der innere Friede, den man empfindet. Wenn ich etwas will, selbst wenn es noch so löblich und edel ist, dann bin ich schon im Streben und nicht im Frieden, zumal ich dann eh meist für mich will. Und nicht auch für die anderen.

Grüße,

Thomas
So verstehe ich es jedenfalls.....
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#4
(27.07.2017, 09:12)Thomas schrieb: Die letzten Tage habe ich mich mal wieder etwas im Zeitkonzept des Kurses verbissen. Grade die Deutung von Wapnick, den ich sonst ja liebe, erscheint mir immer schwerer nachvollziehbar, je mehr ich versuche, das mit den Videobänder usw. zu verstehen. Gestern dachte ich mir: wenn wirklich die gesamte Zeit bereits vergangen ist - welche Bedeutung hat dann die sonst so wichtige Wahl zwischen HG und Ego? Auch diese Wahl muss doch dann bereits vergangen sein. Geht es am Ende gar nicht darum zu wählen, sondern zu erkennen, dass gar keine Wahl möglich und nötig ist?

Hallo miteinander. Gerne möchte ich mich am gemeinsamen lernen beteiligen. Ich erfahre es so, dass die Zeit ein Labyrinth ist, in welchem ich mich verirren kann und dann suche ich da wo ich nicht finden kann, mache dornenvolle Umwege. Wenn ich es bemerke, hilft mir die Anwendung der Lektion 308, Dieser Augenblick ist die einzige Zeit, die es gibt, um mich neu zu entscheiden, was ja hier meine einzige verbliebene Macht ist, die dann mit dem Geist GOTTES ermächtigt wird, wenn sie damit im Einklang ist. Und dass ist in meiner Erfahrung sehr wohl wichtig zu tun, mich gegen das Ego und für den HG zu entscheiden, um den Frieden GOTTES zu erleben. LG Urs.
Antworten
#5
(12.08.2017, 12:24)Urs Bauer schrieb:
(27.07.2017, 09:12)Thomas schrieb: Die letzten Tage habe ich mich mal wieder etwas im Zeitkonzept des Kurses verbissen. Grade die Deutung von Wapnick, den ich sonst ja liebe, erscheint mir immer schwerer nachvollziehbar, je mehr ich versuche, das mit den Videobänder usw. zu verstehen. Gestern dachte ich mir: wenn wirklich die gesamte Zeit bereits vergangen ist - welche Bedeutung hat dann die sonst so wichtige Wahl zwischen HG und Ego? Auch diese Wahl muss doch dann bereits vergangen sein. Geht es am Ende gar nicht darum zu wählen, sondern zu erkennen, dass gar keine Wahl möglich und nötig ist?

Hallo miteinander. Gerne möchte ich mich am gemeinsamen lernen beteiligen. Ich erfahre es so, dass die Zeit ein Labyrinth ist, in welchem ich mich verirren kann und dann suche ich da wo ich nicht finden kann, mache dornenvolle Umwege. Wenn ich es bemerke, hilft mir die Anwendung der Lektion 308, Dieser Augenblick ist die einzige Zeit, die es gibt, um mich neu zu entscheiden, was ja hier meine einzige verbliebene Macht ist, die dann mit dem Geist GOTTES ermächtigt wird, wenn sie damit im Einklang ist. Und dass ist in meiner Erfahrung sehr wohl wichtig zu tun, mich gegen das Ego und für den HG zu entscheiden, um den Frieden GOTTES zu erleben. LG Urs.

Hallo Urs,

willkommen im Forum. Nun ja, die Zeit ist ein Taschenspielertrick, eine Riesenillusion. Der Versuch zu begreifen, was der Kurs zum Thema "Zeit" zu sagen hat, verknotet einem das Hirn. Unabhängig davon, dass K.W. auch dazu ein Buch mit vielen Metaphern und Modellen geschrieben hat.

Der Weg aus dem Dilemma ist "sonnenklar": Der Weg ist SEINE Angelegenheit, nicht meine. Ich frage, ER antwortet. Und das gilt auch für die Zeit.

Tja, "leider" ist aber nun der Verstand so gestrickt, dass er mit "Verständnis" mitspielen will. Das ist Voraussetzung für die Akzeptanz. Wir leben hier in einer Weltgegend, in der es nur Stirnrunzeln hervorruft, wenn es heißt: "Kümmere dich nicht um die Einzelheiten.  Du brauchst nichts zu verstehen. Wende dich einfach an IHN." Hallo? Wer akzeptiert denn so was? Vertrauen dieser "absoluten" Art muss erst mal verdient werden! Schließlich sind wir hier nicht im gurugläubigen Indien oder akzeptieren einfach mal so diese Absolutheitsansprüche von Zenmeistern. Selbst die regelmäßigen Satsänger sind wohl nicht wirklich überzeugt von der Erleuchtungskraft ihres Vorturners, sonst würde es ja reihenweise fluppen.

Also, ein gewisses Verständnis davon, was es heißt, es gäbe keine Zeit und wieso sie so hatnäckig ist, will der Verstand schon, bevor er sich IHM hingibt. Was im Grunde völlig bescheuert ist: Vor mehr als 100 Jahren hat ein bis dahin unbekannter Mensch aus Ulm, nachdem er Schweizer Staatsbürger wurde, ein viel beachtetes Pamphlet über Zeit und Raum geschrieben. Diese dort hingeworfene Theorie hat die gesamte Physik aufgemischt und gilt heute als experimentell bewiesen.

Eine Konsequenz aus dieser Theorie ist, dass es keine absolute Gleichzeitigkeit gibt. Zwei Ereignisse finden für den einen Beobachter gleichzeitig statt, für den anderen hintereinander. Und beide haben vollkommen Recht! Das ist Mainstream Physik, nicht beliebige esoterische Spökenkiekerei (meine Rechtschreibprüfung versucht dieses Wort in "Massenkeilerei" zu ändern  Rolleyes). Man kann also niemals allgemeingültig sagen, dass etwas gleichzeitig stattfindet!

Versteht der Verstand diese bewiesenen physikalischen Phänomene? Ist er sich über die Konsequenzen im Klaren? Hat er Probleme, das zu akzeptieren? Es widerspricht völlig der Anschauung und Erfahrung, viele Wissenschaftler liefen seinerzeit dagegen Sturm ( Garagenparadoxon (Wikipedia) ), aber - Albert hatte einfach Recht mit seiner Theorie.

Wenn also der Verstand noch nicht einmal mit etablierter Physik klar kommt, dann ist das ein guter Grund, ihn einfach in Hinsicht auf das Verständnis spiritueller Zusammenhänge kleine Brötchen backen zu lassen. Vielleicht wird dann der Weg frei für MICH - was gleichbedeutend mit IHM ist. Und vielleicht höre ich dann wirklich auf, krampfhaft zu machen und zu tun und zu üben und zu vergeben. Stattdessen konzentriere ich mich dann vielleicht tatsächlich darauf, dass ich nichts zu tun brauche, statt dem staunenden Publikum in immer neuer Form mitzuteilen, was für ein Mordsmolli ich bin und wie Kurs in Wundern geht.

Herz Gregor
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#6
Was der Kurs über die Zeit aussagt, kann ja eigentlich in ein bis zwei Sätzen zusammengefasst werden:  Vergangenheit und Zukunft gibt es nicht. Es gibt nur das Jetzt.   Das ist ja auch der Titel der Lektion 308, von der Urs in seinem Beitrag geschrieben hat:

Dieser Augenblick ist die einzige Zeit, die es gibt.

Dass dies so ist, wird an sehr vielen Stellen im Kurs betont. Zum Bespiel hier:

SEINE Betonung liegt daher auf dem einzigen Aspekt der Zeit, der sich zur Unendlichkeit ausdehnen kann, denn jetzt  ist die dichteste Annäherung an die Ewigkeit, die diese Welt zu bieten hat. In der Wirklichkeit des Jetzt - ohne Vergangenheit und Zukunft - beginnt die Würdigung der Ewigkeit. Denn nur Jetzt  ist hier, und nur Jetzt  bietet die Gelegenheit für die heiligen Beziehungen, in denen die Erlösung gefunden werden kann.      
(Textbuch, Kapitel 13, IV.7:5-7)
Antworten
#7
(13.08.2017, 21:21)Gregor schrieb:
(12.08.2017, 12:24)Urs Bauer schrieb:
(27.07.2017, 09:12)Thomas schrieb: Die letzten Tage habe ich mich mal wieder etwas im Zeitkonzept des Kurses verbissen. Grade die Deutung von Wapnick, den ich sonst ja liebe, erscheint mir immer schwerer nachvollziehbar, je mehr ich versuche, das mit den Videobänder usw. zu verstehen. Gestern dachte ich mir: wenn wirklich die gesamte Zeit bereits vergangen ist - welche Bedeutung hat dann die sonst so wichtige Wahl zwischen HG und Ego? Auch diese Wahl muss doch dann bereits vergangen sein. Geht es am Ende gar nicht darum zu wählen, sondern zu erkennen, dass gar keine Wahl möglich und nötig ist?

Hallo miteinander. Gerne möchte ich mich am gemeinsamen lernen beteiligen. Ich erfahre es so, dass die Zeit ein Labyrinth ist, in welchem ich mich verirren kann und dann suche ich da wo ich nicht finden kann, mache dornenvolle Umwege. Wenn ich es bemerke, hilft mir die Anwendung der Lektion 308, Dieser Augenblick ist die einzige Zeit, die es gibt, um mich neu zu entscheiden, was ja hier meine einzige verbliebene Macht ist, die dann mit dem Geist GOTTES ermächtigt wird, wenn sie damit im Einklang ist. Und dass ist in meiner Erfahrung sehr wohl wichtig zu tun, mich gegen das Ego und für den HG zu entscheiden, um den Frieden GOTTES zu erleben. LG Urs.

Hallo Urs,

willkommen im Forum. Nun ja, die Zeit ist ein Taschenspielertrick, eine Riesenillusion. Der Versuch zu begreifen, was der Kurs zum Thema "Zeit" zu sagen hat, verknotet einem das Hirn. Unabhängig davon, dass K.W. auch dazu ein Buch mit vielen Metaphern und Modellen geschrieben hat.

Der Weg aus dem Dilemma ist "sonnenklar": Der Weg ist SEINE Angelegenheit, nicht meine. Ich frage, ER antwortet. Und das gilt auch für die Zeit.

Tja, "leider" ist aber nun der Verstand so gestrickt, dass er mit "Verständnis" mitspielen will. Das ist Voraussetzung für die Akzeptanz. Wir leben hier in einer Weltgegend, in der es nur Stirnrunzeln hervorruft, wenn es heißt: "Kümmere dich nicht um die Einzelheiten.  Du brauchst nichts zu verstehen. Wende dich einfach an IHN." Hallo? Wer akzeptiert denn so was? Vertrauen dieser "absoluten" Art muss erst mal verdient werden! Schließlich sind wir hier nicht im gurugläubigen Indien oder akzeptieren einfach mal so diese Absolutheitsansprüche von Zenmeistern. Selbst die regelmäßigen Satsänger sind wohl nicht wirklich überzeugt von der Erleuchtungskraft ihres Vorturners, sonst würde es ja reihenweise fluppen.

Also, ein gewisses Verständnis davon, was es heißt, es gäbe keine Zeit und wieso sie so hatnäckig ist, will der Verstand schon, bevor er sich IHM hingibt. Was im Grunde völlig bescheuert ist: Vor mehr als 100 Jahren hat ein bis dahin unbekannter Mensch aus Ulm, nachdem er Schweizer Staatsbürger wurde, ein viel beachtetes Pamphlet über Zeit und Raum geschrieben. Diese dort hingeworfene Theorie hat die gesamte Physik aufgemischt und gilt heute als experimentell bewiesen.

Eine Konsequenz aus dieser Theorie ist, dass es keine absolute Gleichzeitigkeit gibt. Zwei Ereignisse finden für den einen Beobachter gleichzeitig statt, für den anderen hintereinander. Und beide haben vollkommen Recht! Das ist Mainstream Physik, nicht beliebige esoterische Spökenkiekerei (meine Rechtschreibprüfung versucht dieses Wort in "Massenkeilerei" zu ändern  Rolleyes). Man kann also niemals allgemeingültig sagen, dass etwas gleichzeitig stattfindet!

Versteht der Verstand diese bewiesenen physikalischen Phänomene? Ist er sich über die Konsequenzen im Klaren? Hat er Probleme, das zu akzeptieren? Es widerspricht völlig der Anschauung und Erfahrung, viele Wissenschaftler liefen seinerzeit dagegen Sturm ( Garagenparadoxon (Wikipedia) ), aber - Albert hatte einfach Recht mit seiner Theorie.

Wenn also der Verstand noch nicht einmal mit etablierter Physik klar kommt, dann ist das ein guter Grund, ihn einfach in Hinsicht auf das Verständnis spiritueller Zusammenhänge kleine Brötchen backen zu lassen. Vielleicht wird dann der Weg frei für MICH - was gleichbedeutend mit IHM ist. Und vielleicht höre ich dann wirklich auf, krampfhaft zu machen und zu tun und zu üben und zu vergeben. Stattdessen konzentriere ich mich dann vielleicht tatsächlich darauf, dass ich nichts zu tun brauche, statt dem staunenden Publikum in immer neuer Form mitzuteilen, was für ein Mordsmolli ich bin und wie Kurs in Wundern geht.

Herz Gregor

Vielleicht noch ergänzend zur "Gleichzeitigkeit": Bin "mal wieder" Big Grin  auf T-26.VIII, "Die augenblickliche Erlösung", gestoßen:

1. ... Zeit und Raum sind eine Illusion, die verschiedene Formen annimmt. Wenn sie über deinen Geist hinausprojiziert ist, denkst du, sie sei Zeit. Je näher sie dorthin gebracht wird, wo sie ist, desto eher stellst du sie dir in räumlichen Begriffen vor.

2. Es gibt eine Distanz, die du getrennt von deinem Bruder behalten möchtest, und diesen Raum nimmst du als Zeit wahr, weil du noch immer glaubst, du seist außerhalb von ihm. Das macht Vertrauen unmöglich. Und du kannst nicht glauben, dass Vertrauen jedes Problem jetzt regeln würde. ...

3. Erlösung ist augenblicklich. Wenn du sie nicht so wahrnimmst, wirst du Angst vor ihr haben ... Zeit ist nicht der Feind, den du wahrnimmst. Die Zeit ist ebenso neutral, wie es der Körper ist, außer im Hinblick darauf, wozu sie in deinen Augen dient. Wenn du noch einen kleinen Raum zwischen dir und deinem Bruder beibehalten möchtest, möchtest du noch ein wenig Zeit, in welcher die Vergebung für ein Weilchen vorenthalten wird.

4. Doch ist der Raum zwischen dir und deinem Bruder nur in der Gegenwart, jetzt, sichtbar und kann nicht in der Zukunft wahrgenommen werden. Ebenso wenig kann er übersehen werden, außer in der Gegenwart. Zukünftiger Verlust ist nicht, was du fürchtest. Doch gegenwärtige Verbindung ist das, wovor du große Angst hast. Wer kann Trostlosigkeit empfinden, außer jetzt? Eine zukünftige Ursache hat jetzt noch keine Wirkung. Und deshalb muss es sein, dass es eine gegenwärtige Ursache gibt, wenn du Angst hast. Und das ist, was der Berichtigung bedarf, nicht ein zukünftiger Zustand.
...
6. Die gesamte Berichtigung zu vollziehen nimmt überhaupt keine Zeit in Anspruch. Doch zu akzeptieren, dass sie vollzogen ist, kann scheinbar ewig dauern. ...
...
9. Gib dich nicht mit zukünftigem Glück zufrieden. ... Schau nicht auf die Zeit, sondern auf den kleinen Raum, der noch immer zwischen euch ist und von dem du befreit werden musst. Und lass ihn nicht als Zeit verkleidet und so erhalten werden, weil seine Form verändert ist und das, was er ist, nicht zu erkennen ist. ...

Antworten
#8
"Kümmere dich nicht um die Einzelheiten.  Du brauchst nichts zu verstehen. Wende dich einfach an IHN".

Den Kurs in drei Sätzen zusammenzufassen, ist auch ein Kunst für sich.  Smile

Lieben Gruß
Gottfried
Antworten
#9
(14.08.2017, 12:02)G.D. schrieb: Urs Bauer
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Hallo miteinander. Gerne möchte ich mich am gemeinsamen lernen beteiligen. Ich erfahre es so, dass die Zeit ein Labyrinth ist, in welchem ich mich verirren kann und dann suche ich da wo ich nicht finden kann, mache dornenvolle Umwege. Wenn ich es bemerke, hilft mir die Anwendung der Lektion 308, Dieser Augenblick ist die einzige Zeit, die es gibt, um mich neu zu entscheiden, was ja hier meine einzige verbliebene Macht ist, die dann mit dem Geist GOTTES ermächtigt wird, wenn sie damit im Einklang ist. Und dass ist in meiner Erfahrung sehr wohl wichtig zu tun, mich gegen das Ego und für den HG zu entscheiden, um den Frieden GOTTES zu erleben. LG Urs.



Vielleicht noch ergänzend zur "Gleichzeitigkeit": Bin "mal wieder" Big Grin  auf T-26.VIII, "Die augenblickliche Erlösung", gestoßen:

1. ... Zeit und Raum sind eine Illusion, die verschiedene Formen annimmt. Wenn sie über deinen Geist hinausprojiziert ist, denkst du, sie sei Zeit. Je näher sie dorthin gebracht wird, wo sie ist, desto eher stellst du sie dir in räumlichen Begriffen vor.

2. Es gibt eine Distanz, die du getrennt von deinem Bruder behalten möchtest, und diesen Raum nimmst du als Zeit wahr, weil du noch immer glaubst, du seist außerhalb von ihm. Das macht Vertrauen unmöglich. Und du kannst nicht glauben, dass Vertrauen jedes Problem jetzt regeln würde. ...

3. Erlösung ist augenblicklich. Wenn du sie nicht so wahrnimmst, wirst du Angst vor ihr haben ... Zeit ist nicht der Feind, den du wahrnimmst. Die Zeit ist ebenso neutral, wie es der Körper ist, außer im Hinblick darauf, wozu sie in deinen Augen dient. Wenn du noch einen kleinen Raum zwischen dir und deinem Bruder beibehalten möchtest, möchtest du noch ein wenig Zeit, in welcher die Vergebung für ein Weilchen vorenthalten wird.

4. Doch ist der Raum zwischen dir und deinem Bruder nur in der Gegenwart, jetzt, sichtbar und kann nicht in der Zukunft wahrgenommen werden. Ebenso wenig kann er übersehen werden, außer in der Gegenwart. Zukünftiger Verlust ist nicht, was du fürchtest. Doch gegenwärtige Verbindung ist das, wovor du große Angst hast. Wer kann Trostlosigkeit empfinden, außer jetzt? Eine zukünftige Ursache hat jetzt noch keine Wirkung. Und deshalb muss es sein, dass es eine gegenwärtige Ursache gibt, wenn du Angst hast. Und das ist, was der Berichtigung bedarf, nicht ein zukünftiger Zustand.
...
6. Die gesamte Berichtigung zu vollziehen nimmt überhaupt keine Zeit in Anspruch. Doch zu akzeptieren, dass sie vollzogen ist, kann scheinbar ewig dauern. ...
...
9. Gib dich nicht mit zukünftigem Glück zufrieden. ... Schau nicht auf die Zeit, sondern auf den kleinen Raum, der noch immer zwischen euch ist und von dem du befreit werden musst. Und lass ihn nicht als Zeit verkleidet und so erhalten werden, weil seine Form verändert ist und das, was er ist, nicht zu erkennen ist. ...


[/quote]
Wow, Danke G.D. (und diesen Raum nimmst du als Zeit wahr) das ist jetzt gerade ein "neuer" Aspekt der Zeit, der sich mir erschliesst und den ich als sehr hilfreich empfinde. LG Urs.
Antworten
#10
(13.08.2017, 21:21)Gregor schrieb: Tja, "leider" ist aber nun der Verstand so gestrickt, dass er mit "Verständnis" mitspielen will. Das ist Voraussetzung für die Akzeptanz. Wir leben hier in einer Weltgegend, in der es nur Stirnrunzeln hervorruft, wenn es heißt: "Kümmere dich nicht um die Einzelheiten.  Du brauchst nichts zu verstehen. Wende dich einfach an IHN." Hallo? Wer akzeptiert denn so was? Vertrauen dieser "absoluten" Art muss erst mal verdient werden! Schließlich sind wir hier nicht im gurugläubigen Indien oder akzeptieren einfach mal so diese Absolutheitsansprüche von Zenmeistern. 


Im vergangenen Winter habe ich die Autobiografie von Yogananda gelesen. Und ich muss gestehen, ich war des öfteren neidisch. Auf diese gurugläubigen Inder. Wäre es nicht schön, so ein Guru würde mir auf den Kopf hauen, und in Folge wäre ich in einem erleuchteten Zustand? Wenn auch nur vorübergehend? Sowas in der Art ging mir jedenfalls beim Lesen öfters mal durch den Kopf.
Herz 
Susanne
Antworten




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