Wie "funktioniert" der Kurs?
#31
(06.10.2017, 11:48)Zeitweise schrieb: Ich sorge mich dann nicht mehr um den Körper, jogge also nicht mehr, nehme keine Medikamente mehr, esse, was mir gerade schmeckt und soviel ich will. Ich verliere also so die Kontrolle über meine Gesundheit, wenn ich meine Sorgen aufgebe. Oder ich verliere meine Sorge um Geldangelegenheiten. Ich gehe dann zu Arbeit, wann ich Lust habe, ich schimpfe mit meinem Chef, wenn der Mist gebaut hat, ich fahre in Urlaub wenn ich finde, dass ich mir den verdient habe und ich verzichte darauf, Schulden einzutreiben, die andere bei mir haben. Ermutigt uns der Kurs dazu auf diese Weise sorglos zu leben? Ich finde ja.

Also, lieber Zeitweise, mit Verlaub: das sehe ich etwas anders, es sei denn, ich habe total misverstanden, was du hier zum Ausdrck bringst (oder aber du hast es womöglich spassig gemeint?). Ich will nun lieber mein holpriges Deutsch abschalten und die Sache mit den Worten von Ken Wapnick darstellen (Auszug aus seinem Kommentar zur Lektion 278, übersetzt von DeepL):

"Ich bin nicht aufgefordert, die Gesetze des Körpers zu verleugnen, sondern sie lediglich durch die Gesetze der Vergebung zu interpretieren."

"Im rechten Verstand (Geist), nachdem wir erkannt haben, dass wir einen Fehler gemacht haben, beschließen wir, dem Gesetz der Vergebung zu folgen. Es ist ein Gesetz des Geistes, das uns dennoch nicht dazu auffordert, die Gesetze der Welt oder des Körpers zu ignorieren. Vergebung bittet uns einfach darum, sie in ihre richtige Perspektive zu stellen: die Gesetze des Egos sind wahrhaftig im Traum, aber sie existieren für uns jetzt nur noch, damit wir lernen können, dass unsere Realität außerhalb von ihnen liegt."
____________________________________________________________________________
"Vergiss diese Welt, vergiss diesen Kurs, und komm mit völlig leeren Händen zu deinem Gott."
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#32
Lieber Zeitweise,

würde dir gern antworten, aber eben nicht gern im öffentlichen Bereich.

Herz
Susanne
„Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, o Herr.“ Augustinus
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#33
(06.10.2017, 15:40)Inge schrieb:
(06.10.2017, 11:48)Zeitweise schrieb: Ich sorge mich dann nicht mehr um den Körper, jogge also nicht mehr, nehme keine Medikamente mehr, esse, was mir gerade schmeckt und soviel ich will. Ich verliere also so die Kontrolle über meine Gesundheit, wenn ich meine Sorgen aufgebe. Oder ich verliere meine Sorge um Geldangelegenheiten. Ich gehe dann zu Arbeit, wann ich Lust habe, ich schimpfe mit meinem Chef, wenn der Mist gebaut hat, ich fahre in Urlaub wenn ich finde, dass ich mir den verdient habe und ich verzichte darauf, Schulden einzutreiben, die andere bei mir haben. Ermutigt uns der Kurs dazu auf diese Weise sorglos zu leben? Ich finde ja.

Also, lieber Zeitweise, mit Verlaub: das sehe ich etwas anders, es sei denn, ich habe total misverstanden, was du hier zum Ausdrck bringst (oder aber du hast es womöglich spassig gemeint?). Ich will nun lieber mein holpriges Deutsch abschalten und die Sache mit den Worten von Ken Wapnick darstellen (Auszug aus seinem Kommentar zur Lektion 278, übersetzt von DeepL):

"Ich bin nicht aufgefordert, die Gesetze des Körpers zu verleugnen, sondern sie lediglich durch die Gesetze der Vergebung zu interpretieren."

"Im rechten Verstand (Geist), nachdem wir erkannt haben, dass wir einen Fehler gemacht haben, beschließen wir, dem Gesetz der Vergebung zu folgen. Es ist ein Gesetz des Geistes, das uns dennoch nicht dazu auffordert, die Gesetze der Welt oder des Körpers zu ignorieren. Vergebung bittet uns einfach darum, sie in ihre richtige Perspektive zu stellen: die Gesetze des Egos sind wahrhaftig im Traum, aber sie existieren für uns jetzt nur noch, damit wir lernen können, dass unsere Realität außerhalb von ihnen liegt."
Ich hab das provozierend gemeint. Ich weiss, dass das keine gängige Kursauslegung ist. Das wäre auch sehr unpraktikabel.
Aber nach meinem Kursverständnis  werden wir dazu schrittweise  angeleitet, uns nie mehr um irgendwas zu sorgen oder zu kümmern. Weder um Politik, noch um medizinische Errungenschaften, noch um Beziehungen zu anderen Menschen. Dies setzt jedoch die einzige Kontrolle voraus, die ich jemals haben werde: die Kontrolle über meinen Geist. In dieser Kontrolle liegt Freiheit und nicht in der Kontrolle über meinen Körper oder mein Konto oder über die Politiker. Das ist Zwangskontrolle. Diese Dinge sollen mich nie mehr sorgen oder bekümmern, keine Sekunde lang.
Es geht nicht darum, den Kopf in den Sand zu stecken und sich doof zu stellen, sondern es geht darum, da Kontrolle auszuüben, wo wir sie tatsächlich und ausschliesslich möglich ist.
Um Kontrolle aufzugeben muss man sie vorher haben. Worüber hab ich denn Kontrolle ? Ich kann mit meinem Zeigefinger meine Nase berühren wenn ich das will. Ich hab also eine gewisse Kontrolle über meinen Körper, aber hab ich die Kontrolle über meine Gesundheit? Hab ich die Kontrolle darüber ob ich 1.000 euro besitze oder ob ich 1.000.000.000. Euro besitze ? Hab ich die Kontrolle drüber, dass mich alle Menschen lieben ..oder hassen? Hab ich Kontrolle darüber wie gut es meinen Kindern, meiner Frau oder meinen Freunden geht ? Welche Kontrolle kann ich verlieren? Ich kann einen Sch...dreck davon kontrollieren.
Aber ich kann meinen Geist kontrollieren und diese Kontrolle muss ich mir aneignen, denn sonst hat jeder dahergelaufene Köter die Kontrolle über mich und es gibt eine Menge Köter.

Lieber Gruß von Zeitweise

Vielen Danke für Euer Euch zeigen Smile
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#34
(06.10.2017, 15:46)Siboa schrieb: Lieber Zeitweise,

würde dir gern antworten, aber eben nicht gern im öffentlichen Bereich.

Herz
Susanne

Macht nichts liebe Susanne. Du hast schon sehr viel gesagt.

Lieber Gruß von Zeitweise
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#35
(06.10.2017, 14:07)Susanne schrieb:
(03.10.2017, 23:35)Gregor schrieb: Im Kurs lautet das Vokabular: "Sei still, vergiss deine Bilder und Vorstellungen von GOTT und der Welt, und komme mit völlig leeren Händen. Triff keine Entscheidung selbst - weil du es nicht kannst. Mische dich nicht ein. Mache dir keine Gedanken über deine Bereitschaft, gib diese MIR. Höre nur auf SEINE Stimme, sieh durch SEINE Augen, denke SEINE Gedanken. ..." Das lässt sich endlos weiterführen. Das Ego bekommt "seinen Platz" durch Hinwendung an IHN, das "Nicht-Ego".

.....
....

Natürlich. Das ist ja auch der Grund, warum du gegen den Gedanken Sturm läufst, die Kontrolle abzugeben, nichts tun zu können. Oder dass das Wörtchen "ich" so häufig vorkommt. Du HAST die Kontrolle: indem du sie abgibst. Genau das ist das Paradoxe, hervorgerufen durch das Bild einerseits und dem SELBST andererseits.

Ich bin zwar nicht Siboa, aber ich denke es geht darum, was Gregor geschrieben hatte, das Abgeben der Kontrolle, das Nichts-tun-Können. Also eher um die freiwillige Aufgabe der Kontrolle als um Kontrollverlust. Eher um Hingabe als um Kontrollverlust.

Hallo Susanne, "Nur unendliche Geduld bringt sofortige Ergebnisse." und "Komme mit völlig leeren Händen" empfinde ich als gleich und bedeutet für mich tatsächlich "Totale Hingabe" in die ich alles loslassen kann.

Übrigens liebe ich diese Aussage: "Nur unendliche Geduld bringt sofortige Ergebnisse.", weil darin der ganze Kosmos mit seiner Unendlichkeit von Raum und Zeit zu erahnen ist, und wie die Sofortigen Ergebnisse ihn unmittelbar zu einem unbedeutenden Punkt reduzieren.

Herz  René
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#36
(03.10.2017, 23:35)Gregor schrieb: Im Laufe der Zeit kommt es offenbar zu einem typischen "Problem", das wohl alle spirituellen Richtungen haben - zumindest die "nondualen": Egal, wie "gewissenhaft" oder "rigoros" die wie auch immer geartete Praxis verfolgt wird, das gewünschte Ergebnis stellt sich nicht oder nicht nachhaltig ein.
Das ist sehr schön, was du da schreibst Rene, das die Aussage gleich ist.
Die totale Hingabe ist die Praxis von der du sprichst Gregor, die wir gewissenhaft, rigoros oder möglicherweise auch schlampig verfolgen? 
Wenn das gewünschte Ergebnis sich noch nicht nachhaltig einstellt, bedeutet das für mich glaube ich das meine Hingabe noch nicht total ist. Insofern ist die Kontrolle meines Geistes - so wie du Zeitweise das geschrieben hast - ja gewissermaßen das aufgeben der Kontrolle....
Herz 
Susanne
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#37
(07.10.2017, 10:05)Susanne schrieb: Die totale Hingabe ist die Praxis von der du sprichst Gregor, die wir gewissenhaft, rigoros oder möglicherweise auch schlampig verfolgen?

Nanu, wer praktiziert "totale Hingabe"? Ich wüsste gar nicht, wie das gehen soll.
Wer was im Sinne des Kurses unter Praxis versteht, scheint mir recht individuell zu sein. Das muss wohl auch so sein, die vermeintlichen Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich. Und diese Praxis halte ich für absolut unabdingbar.

Solange sich jedoch ein "Ich" dieser Praxis bemächtigt (oder, um in der Terminologie des Kurses zu bleiben: ein Selbstkonzept), werden sich keine nachhaltigen Ergebnisse einstellen. Einige "Spots" ab und an, aber das immer seltener und vor allem: nicht reproduzierbar, so nach dem Motto: "Ich schaffe jetzt die Übungsbedingungen und es stellt sich ... was auch immer erstrebt wird ... ein."

Was ich damit nicht sage, ist: An der Praxis ist etwas falsch, ändere die Praxis bzw. stelle sie ein, weil sie ja keine nachhaltigen Ergebnisse bringt. Nein, ganz im Gegenteil, ich halte die wie auch immer ausgeübte Praxis - die stille Zeit, das regelmäßige Innehalten - für erforderlich. Die fehlenden nachhaltigen Ergebnisse führen "idealerweise" dazu festzustellen und zu akzeptieren, dass sich der Kurs niemals an "mich" wendet und dass diese Praxis nicht "meine Angelegenheit" ist. Das "Opfer", für das ich mich halte, praktiziert gar nichts, weder durch Aktivismus noch durch Nihilismus.

(07.10.2017, 10:05)Susanne schrieb: Insofern ist die Kontrolle meines Geistes - so wie du Zeitweise das geschrieben hast - ja gewissermaßen das aufgeben der Kontrolle....

Ja, so sehe ich das: Die dem Geist zugrundeliegende Kontrolle erschließt sich nur durch die Aufgabe der Kontrolle - die das Selbstkonzept, das Bild, das "Ich" sowieso nie hatte.

Herz Gregor
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#38
(06.10.2017, 04:57)Susanne schrieb: Ich glaube, das wir es hier mit einem zeitlichen Problem zu tun haben. Das gewünschte Ergebnis wird sich schon nachhaltig einstellen, nur scheint es in der Zeit eben doch länger zu dauern als wir dachten.

Die Zeit ist dein Freund? Die Zeit wird es richten? Das, was der Kurs als Riesenillusion, als Kunstgriff, als Taschenspielertrick bezeichnet, bekommt auf einmal eine besondere Bedeutung? Zu welchem Zweck? Um weiterzumachen wie bisher in der Hoffnung, das sich das gewünschte Ergebnis schon einstellen wird.

Albert Einstein definierte Wahnsinn damit, immer das Gleiche zu tun, aber andere Ergebnisse zu erwarten.

(06.10.2017, 04:57)Susanne schrieb: Wenn du mit anderen Wegen vergleichst, östlichen Wegen, dann dauert der "Anfang" möglicherweise einige Menschenleben lang.

Diese Attraktivität des Reinkarnationsgedankens - bis hin zu der verstiegenen Behauptung eines bekannten "Kurslehrers", dass sein Erwachen in der nächsten Inkarnation stattfinden wird - habe ich noch nie verstanden. Er ist aus völlig anderen Kulturkreisen entlehnt und nicht kompatibel mit unserem westlichen Kulturkreis. Aber was soll es, was nicht passt, wird passend gemacht.

Ich halte es da mit dem guten alten Buddha - übrigens der Erfinder des Buddhismus, in dem das Rad der Wiedergeburten bis zum Erreichen des Nirvana prominenter Bestandteil ist: Er ignorierte diesbezügliche Fragen und Vorstellungen bzgl. Wiedergeburten und meinte, wenn ein Mensch von einem Giftpfeil getroffen wird, hat nicht die Untersuchung der Pfeilspitze oder die Herkunft der Federn am Pfeilende oberste Priorität, sondern die Entfernung des Pfeils und die Desinfektion der Wunde. Die Bezogenheit auf das Ich und das damit verbundene Leiden ist besagter Giftpfeil, darum sollten wir uns kümmern, statt die Zeit mit Spekulationen über das Jenseits zu verschwenden.

Es ist sinnlos, sich über ein Leben nach dem Tod (oder vor der Geburt) den Kopf zu zerbrechen, wenn wir es noch nicht einmal schaffen, das gegenwärtige Leben erfüllend zu gestalten (diesen letzten Satz habe ich irgendwo geklaut  Big Grin)

Herz Gregor
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#39
uff, das muss ich noch öfter lesen, aber bei mir hats gesessen,
Danke Smile


Angelika
Miau

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#40
(08.10.2017, 14:48)Gregor schrieb: Es ist sinnlos, sich über ein Leben nach dem Tod (oder vor der Geburt) den Kopf zu zerbrechen, wenn wir es noch nicht einmal schaffen, das gegenwärtige Leben erfüllend zu gestalten (diesen letzten Satz habe ich irgendwo geklaut  Big Grin)

Herz Gregor

ich verschwende meine gedanken und zeit völlig sinnlos nicht mit reinkarnation sondern mit völligem Unfug und ich kann derweil nicht mal mehr sagen, was mein leben erfüllend gestalten würde....

ich muss das auch mehrfach lesen, aber schließe mich Angelika an - sitzt, auf die zwölf.
Katzen sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet - über dem 70. Breitengrad kommen Katzen gar nicht vor.
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